Mein wunderbares Irland

Eine Bildergeschichte mit siebenunddrölfzig Tipps und exakt zwei Warnungen

von Kerstin Hoffmann

Hach, Irland! Das war und ist für mich, so pathetisch es klingt, Liebe auf den ersten Blick. Ich glaube wirklich, an keinem anderen der vielen wunderschönen Orte der Welt, die ich schon gesehen habe, habe ich mich spontan so heimisch gefühlt. Die Farben, die Luft, die Gegensätze, der leicht bis sehr sarkastische Humor der wunderbar freundlichen Iren: hach …! — Hier ist meine ganz persönliche Irland-Reise in Bildern und Worten. Ich hoffe, sie macht euch Lust auf einen Besuch auf der Insel und liefert euch dazu viele Tipps und Anregungen.

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

“Wenn dir das irische Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten!” — Mit diesen Worten stapfte der Mann stoisch unter seinem aufgespannten Regenschirm durch den Dubliner August-Regen 2014. Tatsächlich hörte es wenige Augenblicke später auf zu tröpfeln. Aber da waren wir ohnehin bereits im “Bewley’s Café” in der Grafton Street angekommen, einem wunderbaren Etablissement mit einer köstlichen Frühstücksauswahl an einer der Haupt-Einkaufsstraßen der Hauptstadt Irlands. Achtung: Früh dort sein lohnt sich. Als wir um 11 Uhr wieder gingen — da hatte es auch aufgehört zu regnen — war der Laden bereits proppevoll.

Bewley’s Café, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Der Tipp mit dem Frühstück stammte übrigens von dieser Seite. Dort finden sich viele weitere Tipps zu Dublin. Für uns war der Aufenthalt dort mit anderthalb Tagen ein schönes Intermezzo auf dem Weg zu einem zweiwöchigen Urlaub im Südwesten. Gleichwohl haben wir eine Menge gesehen und erlebt!

Aber ich greife vor, denn unser Frühstück läutete den zweiten Tag ein. Zuerst einmal mussten wir zu Beginn unserer Reise nach dem Flug von Düsseldorf nach Dublin mit Aerlingus unser Hotel erreichen, das komfortablerweise über eine eigene Haltestelle des Flughafen-Busses verfügte — weswegen wir uns das Taxi sparten. Die Busfahrt kostet pro Person 8,50 Euro (Stand: August 2014) und dauerte zu unserer Unterkunft rund eine halbe Stunde angenehm ruhiger Fahrt.

Übernachtungstipp Dublin

Hampton Hotel, Dublin, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Übernachtet haben wir — einer Empfehlung folgend — im Hampton Hotel, einem schnuckeligen, komfortabel und stylish eingerichteten Vier-Sterne-Boutique-Hotel im nobleren Süden der Hauptstadt. Vom darin ebenfalls untergebrachten “Vanilla”-Nachtclub haben wir nichts gesehen und gehört, von der nicht weit gelegenen Hauptstraße auch nicht. (Wir hatten extra um ein ruhiges Zimmer gebeten.)

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Dafür mussten wir auch mit der (gut regelbaren) Klimaanlage vorlieb nehmen, denn die Fenster ließen sich nicht öffnen — aus gutem Grund wohl. Für eine Nacht für mich okay, zumal wir so überhaupt keinen Straßenlärm hatten; für mehrere Übernachtungen fände ich es grenzwertig. Auf das Frühstück dort verzichteten wir zugunsten des Bewley’s. Ein Abendimbiss im Hampton Hotel war hervorragend — und natürlich das obligatorische Guiness, das man in Dublin einfach trinken muss. ;)

Sie sind wirklich so freundlich, die Iren!

Gleich bei der Ankunft im Hotel umfing uns die sprichwörtliche Freundlichkeit der Iren. (Die ist wirklich unglaublich. Wir haben sie auf unserer ganzen Reise immer wieder erlebt!) Der Portier begrüßte uns herzlicher und persönlicher, als ich es je in Deutschland in einem Vier-Sterne-Hotel erlebt habe (und ich bin beruflich in sehr vielen solchen!) und unternahm mit uns sogleich mit einem Papier-Stadtplan und einem Kugelschreiber auf eine virtuelle Stadtführung.

Er zeichnete ein, was wir sehen sollten, kreuzte aus, was wir uns sparen könnten und gab viele wertvolle Tipps zu Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Schnell eingecheckt, schnell die originelle Zimmer-Ausstattung bewundert, dann machten wir uns um die Mittagszeit des ersten Tages auf den Weg in die Stadt.

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Die Bibliothek und andere Sehenswürdigkeiten

Trinity College, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ein echtes Muss ist die historische Bibliothek des Trinity College. In der Schlange anstehen und Eintrittspreis sind das Erlebnis mehr als wert. Die inbegriffene vorausgehende Ausstellung zum “Book of Kells” allerdings haben wir zugegebenermaßen ziemlich schnell durchwandert.

Doch sobald man die zwei Stockwerke hohen Bücherreihen erreicht, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt- trotz vieler anderer Touristen ist dies ein verzauberter und irgendwie sehr stiller Ort, der sich nach sehr viel Geschichte(n) anfühlt.

Trinity College, Library, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Natürlich haben wir das Dublin Castle besichtigt. Selbstverständlich sind wir auch durch das Vergnügungsviertel Temple Bar gewandert, allerdings nur bei Tag.

Temple Bar, Dublin, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Für uns ging es weiter zur Westküste, wofür wir unseren Mietwagen in der City abholten — bei einem namhaften internationalen Unternehmen, dessen Namen ich zumindest vorläufig hier nicht nenne. (Ich habe direkt nach der Rückkehr eine Anfrage gestellt, die noch in Bearbeitung ist. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, könnte hier ein Update erfolgen.)

Mietwagen: die erste Warnung

Mietwagen sind nach meiner Recherche in Irland im Vergleich zu vielen anderen Ländern unverhältnismäßig teuer — jedenfalls dann, wenn man einen Zusatzfahrer und eine Komplettversicherung ohne Selbstbeteiligung wünscht. Zu letzterer rate ich aus eigener Erfahrung unbedingt. Als wir unser Auto abholten, war es an der Seite bereits satt verschrammt und hatte einen brandneuen linken Rückspiegel, aber wir mussten uns keinen Kopf um die genaue Dokumentation machen. Nach etlichen Begegnungen mit Reisebussen und Milchlastern auf gewundenen “Single Track Roads” mit schmalen Ausweichmöglichkeiten an Dry Stone Walls und astreicher, dorniger Vegetation wussten wir, warum derlei Lackschäden kaum zu vermeiden sind.

Hier kommt dann auch schon die erste Warnung: Die Angestellte im Stadtbüro der Mietwagenfirma war ebenso freundlich wie alle Iren, denen wir begegnet sind, aber deutlich merkbar auf den Verkauf von Upgrades vor Ort auf das gebuchte (kleinere) Auto geschult. Das ist ja legitim, und man muss sich nicht darauf einlassen. Allerdings war ich nicht darauf vorbereitet, dass jemand eine Transaktion mit einer — hinterher leicht als solcher zu identifizierenden Lüge — durchdrücken würde.

Letztlich ließen wir uns auf das Upgrade auf einen größeren, Diesel- statt Superbenzin-betriebenen Wagen für 10 Euro mehr pro Tag (netto plus Steuern; auch das erfuhren wir erst so nebenbei hinterher) ein, weil die Angestellte sehr glaubhaft versicherte, dass der Unterschied im Spritpreis angesichts unserer geplanten Kilometer schnell wettgemacht sei. Er betrage nämlich zwischen Benzin und Diesel rund 25 Eurocent. Es war sicher unser Fehler, das einfach so zu glauben, ohne die Preise gecheckt zu haben. Aber wer hätte auch eine solch plumpe Lüge erwartet? Tatsächlich betrug der Unterschied selten mehr als neun, höchstens zehn Cent, und natürlich ergab sich daraus keine Ersparnis, die den Mehrpreis ausglich. Für zwei Personen hätte es auch der kleinere Wagen bestens getan, wie meine Kollegin Anja Beckmann hier sehr richtig beschreibt.

Go West!

Auf dem Weg zur Westküste, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Sei’s drum. Wir jedenfalls durchquerten das Land ohne Zwischenfälle einmal von Ost nach West, um in unserem zauberhaften Ferienhaus anzukommen: ein kleines, sehr funktionales Chalet am Berghang ziemlich am Anfang der Dingle-Halbinsel, etwa zehn Kilometer westwärts von Castlemaine gelegen.

Sharon, unsere Vermieterin, begrüßte uns so herzlich wie lieben Familienbesuch und wies uns detailliert in alle Geräte ein. Ich hatte über die Jahre schon viele Urlaubsunterkünfte, aber dieses (sehr bezahlbare) Ferienhaus ist besonders gut ausgestattet, liebevoll eingerichtet und extrem sauber. Zudem hat es einen traumhaften Blick über die Dingle Bay.

Blick über den Garten unseres Ferienhäuschens auf die Dingle Bay, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Wir haben das Haus über “Imagine Ireland” gebucht. Hier ist es beschrieben. Mit ausdrücklicher Erlaubnis unserer Vermieterin Sharon hier aber auch ihre E-Mail-Adresse für den Direktkontakt: smanosullivan@gmail.com.

Bis zur Wasserlinie sind es von dort nur ein paar hundert Meter. Der nächste Strand — ein sehr schöner, breiter mit einem Dünengürtel — ist etwa 9 km entfernt: Inch Beach.

Inch Beach, Dingle Bay, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Die Dingle-Halbinsel

Wir hätten uns kaum einen schöneren Ausgangspunkt für unsere zahlreichen Ausflüge suchen können, als unser Häuschen: Wir waren schnell weiter auf der Halbinsel, bis nach Dingle. Aber ebenso schnell auch anderswo, etwa im Killarney-Nationalpark und einmal sogar bis zu den Klippen von Moher. Aber davon später.

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Die Dingle-Halbinsel ist sehr vielseitig: Wanderwege, Bergpässe, weite weiße Strände mit guten Surfgelegenheiten, schroffe Felsklippen, malerische Bergseen … Alleine dort könnte man Wochen verbringen.

Auf der Spitze der Dingle-Halbinsel, Foto: (c) Kerstin Hoffmann
Bergpass, Halbinsel Dingle, Foto: (c) Kerstin Hoffmann
In jeder Form und Farbe: Läden mit Kunsthandwerk, Schmuck und Andenken, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Interessant sind auch die vielen historischen Stätten und die kuriosen “Beehive huts”: aus Steinen in Bienenkorb-Form aufgestapelte prähistorische Hütten. Solche gibt es angeblich auch auf den der Halbinsel vorgelagerten Inselchen. Eine davon sollen, so hat es uns ein Ortsansässiger glaubhaft versichert, die “Star Wars”-Macher für die demnächst erscheinenden neunte Episode gemietet haben. Ihr könnt ja mal schauen, ob ihr sie demnächst in dem Film wiederfindet.

Beehive hut, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ein Kuriosum lebt im Hafenbecken von Dingle: der über 30 Jahre alte Delfin Funghie. Mehrere Schiffsunternehmen fahren mehrmals täglich Touristen hinaus in die Bucht — und wer den Delfin nicht gesehen hat, kann angeblich sein Geld zurückfordern. Bisher soll ihn aber noch jeder gesichtet haben. Möge er noch lang und in, naja, Frieden leben.

Ausschwärmen vor Dingle, um Funghie zu sichten …, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Auch ansonsten ist die Fauna sehr artenreich. Am häufigsten vertreten sind natürlich Möwen …

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

… und die allgegenwärtigen Schafe …

Dingle Peninsula, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

… Schafe …

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Schafe!

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Kühe gibt’s natürlich auch sehr viele, wo immer die Weiden etwas fruchtbarer sind. Nicht umsonst ist Irland für seine hervorragenden Milchprodukte berühmt. Aber auch Schmetterlinge und Insekten sind in der weitläufigen Natur zumindest im Sommer reich vertreten.

Foto: (c) Kerstin Hoffmann
Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Auf der anderen Seite “unserer”Bucht war übrigens — immer dann, wenn der Blick nicht ganz regenverhangen war, und das war er selten lange — der höchste Berg Irlands zu sehen, der Corrán Tuathail. An einem sonnigen, windstillen Tag haben der Mann und ich ihn bestiegen. Bis zum Gipfel. Naja, der Mann jedenfalls. Ich bis fast zum Gipfel. Bis ein heftiger Regenschauer aufkam, sich aus diversen Gründen das einzige Mal in diesem Urlaub meine sonst recht ausgeglichene Laune deutlich verschlechterte und ich vorzeitig den Abstieg … — Aber die weitere Geschichte soll hier lieber verschwiegen werden.

Corran Tuathail, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Schließlich haben wir noch eine Menge Anderes zu erzählen …

Killarney-Nationalpark

Ach ja, noch eine tierischer Inselbewohner: die allgegenwärtige Krähe. Auch, aber nicht nur im Killarney-Nationalpark — wie hier im Garten des Cafés am absolut sehenswerten Muckross House.

Besucherzentrum, Muckross House, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Muckross House, … Gardens, … Farmhouses, … Abbey

Muckross House ist der Entstehungsort und Nukleus des ersten irischen Nationalparks, des Killarney-Nationalparks.

Muckross House, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ich kann gar nicht alle Bilder zeigen, die ich von den Gärten, dem See und den umliegenden Anlagen gemacht habe. Da ist es schon fast eine Erleichterung, dass man bei der Führung im Herrenhaus (und nur mit einer solchen darf man es besichtigen) keine Fotos machen darf. So viel sei verraten: Drinnen stellt sich sofort ein ziemlich authentisches Downton-Abbey-Feeling ein.

Direkt nebenan befindet sich ein Freilichtmuseum mit Nachbauten historischer Farmhäuser aus der Umgebung, die bewirtschaftet werden.

Muckross Traditional Farms, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Auch diese haben uns zwei Museums-Freaks gut gefallen, wobei man sagen muss, dass auch hier wieder ein ganz wesentlicher Reiz der Anlage in der wunderbaren Landschaft liegt.

Muckross Traditional Farms, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Auch hier gibt es eine eindrucksvolle alte Abtei in der Nähe, in der man noch zwei Stockwerke begehen kann.

Muckross Abbey, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Rundherum stehen natürlich viele mehr sehr alte Gebäude, die bis weit in das Mittelalter zurückdatieren, wie etwa Ross Castle.

Ross Castle

Ross Castle, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Interessant ist die Entstehungs- und auch Verfalls-Geschichte dieser burgartigen Wohntürme. Sie wurden von reichen Grundbesitzern erbaut, um Hof und Vieh zu schützen, und im Mittelalter gab es davon in Irland zwischen 3.500 und 5.000. Was Stammesfehden und Invasionen der vorigen Jahrhunderte nicht geschafft erledigt hatten, schaffte im 19. Jahrhundert die romantische Bewegung, die viele dieser bauten zu malerischen Ruinen zerschlug.

Ein anderer, weit pragmatischerer Grund für den rapiden Verfall der meisten dieser alten Gebäude lag allerdings in der Dachsteuer. Grundbesitzer, die mittlerweile ein komfortableres und leichter zu beheizendes Farmhaus bewohnten, mussten für jedes weitere Gebäude auf ihrem Land eine solche Steuer entrichten. Kein Dach — kein bewohnbares Gebäude, mithin keine Steuer.

Ross Castle ist erst in den letzten Jahrzehnten gründlich restauriert und auch mit zeitgenössischem Mobiliar ausgestattet worden. Allerdings darf man auch hier während der Schlossführung nicht fotografieren, woran wir uns natürlich gehalten haben.

Wanderungen im Killarney-Nationalpark

Auf der Halbinsel, auf der Ross Castle liegt, sind alte Kupferminen auf Schautafeln dokumentiert. Bei einer kleinen Wanderung am See entlang tun sich immer wieder überraschende Aus- und Einblicke auf.

An Ross Castle, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ach, Irland, was immer ich mir anschaue, ich kann mich gar nicht sattsehen an dir!

Killarney National Park, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

An mehreren Tagen wandern wir durch den Nationalpark, umwandern einen See, überqueren das “Meeting of the Waters” — zwei Seen, die sich vereinen …

Meeting of the Waters, Killarney National Park, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

… und den beeindruckenden Torc Waterfall (der allerdings leider sehr leicht mit Bussen und Reisekutschen zu erreichen und dementsprechend gut besucht ist ;)).

Torc Waterfall, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Dunloe Gap

Eine weitere sehr lohnende Wanderung sind die acht Kilometer hinauf in der Dunloe Gap — allerdings teilt man sich den Weg mit Pferdekutschen und leider auch etlichen Touristen-Autos, obgleich am Eingang der Schlucht mit Schildern darum gebeten wird, vom Befahren mit Autos abzusehen.

Dunloe Gap, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Die Ausblicke und das wildromantische Gelände entschädigen dafür aber voll und ganz.

Dunloe Gap, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ungefähr nach einem Drittel des Anstiegs liegt am Weg ein kleines Cottage, das Tee und Kaffee ausschenkt und offensichtlich von einer lange dort ansässigen Familie betrieben wird. Das jedenfalls lassen die Fotos und Erinnerungsstücke und das, nun ja, sehr rustikale Ambiente vermuten. Wir kehren dort beim Abstieg ein, und der Tee und die Scones sind köstlich.

Mich fasziniert, wie ich gerade anhand der hier ausgewählten Bilder sehe, vor allem Wasser, wie es fließt und Landschaften formt. Da bin ich in Irland genau richtig (… und deswegen macht mir wohl der häufige irische Regen auch nicht so viel aus ;)).

Alte Gemäuer im County Kerry

Die alten Gemäuer haben es dem Mann angetan, und landauf, landab besichtigen wir die Überreste von Abteien, Klöstern, Schlössern — so wie hier die Abtei in Ardfert.

Ardfert Abbey, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Alleine darüber könnte ich eine eigene Geschichte mit vielen weiteren Fotos schreiben. Aber ich will heute schließlich noch mit euch zu den Cliffs of Moher reisen, allein schon wegen der zweiten Warnung, die ich loswerden muss.

Cliffs of Moher: die zweite Warnung

Sehr gut hat mir die Fahrt mit der Fähre über den Shannon gefallen; ganz abgesehen davon, dass sie aus unserer Richtung ein ganzes Stück Weg einspart. (Unbedingt auf der Hinfahrt auch die Rückfahrt buchen; das kostet dann 28 Euro statt 2 x 18 Euro — Stand: August 2014).

Shannon River, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Die Cliffs of Moher sind wunderschön und eindrucksvoll. Bestimmt. Ich habe auch nichts gegen Touristen. Ich bin ja selbst eine. Aber für Menschen wie mich, die schon schweißnasse Hände bekommen, wenn sich im Fernsehen Spider Man an einer Hochhaus-Fassade abseilt, sind die Cliffs of Moher eine echte Herausforderung.

Nicht wegen des Coastal Path entlang der über 200 Meter hohen Fels-Abbrüche. Das kann ein Mensch wie ich, der seine Höhenangst die meiste Zeit leidlich in den Griff bekommt, durchaus schaffen. Sondern wegen der vielen anderen Touristen, die — ungeachtet jeglicher Absperrung — Zentimeter vom Rand der Klippen entfernt balancieren. Oder sich in “Ich bin der König der Welt”-Pose direkt am Abgrund fotografieren lassen.

Cliffs of Moher, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Eine spanische Mutter mit ihren beiden Kindern balancierte gar in offenen Pantoletten mit acht Zentimeter hohen Plateausohlen die abschüssige Wiese hinunter auf die Kante zu … — Ich bekomme schon wieder feuchte Handflächen, indem ich dies schreibe.

Cliffs of Moher, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ansonsten bin ich froh, dass ich die Cliffs of Moher einmal gesehen habe, weil man das wohl muss, wenn man in Irland ist. Für diejenigen, die keine Höhenangst haben oder sich, wie zum Beispiel der Mann (O-Ton: “Das hat doch nichts mit dir zu tun.”), gut abgrenzen können, ist es bestimmt ein noch viel tolleres Erlebnis.

Aber ehe ich auf den Schluss- und Höhepunkt unserer Reise zusteuere, ein kleiner Einschub auf vielfache Nachfrage:

“… und wie war das mit dem Linksfahren?”

Links fahren, rechts hinter dem Steuer sitzen: Wir kannten das bereits aus England und Schottland. Insofern wussten wir bereits, dass uns die Umstellung nicht schwer fallen würde. Wir haben uns beim Fahren abgewechselt, und der Beifahrer hatte jeweils die Aufgabe, beim morgendlichen Losfahren und nach längeren Pausen zu rufen: “Rechts gucken, links fahren!”

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Herausfordernder fand ich es persönlich, auf sehr engen Bergstraßen bei der Begegnung mit entgegenkommenden Fahrzeugen (Lastwagen! Reisebusse!) am Abgrund oder neben Felswänden zurückzusetzen. Das hatte aber nun wirklich nichts mit dem Links- oder Rechtsfahren zu tun, und auch das habe ich ja hinbekommen. Zudem bin ich in anderen Teilen der Welt schon schwierigeren Herausforderungen beim Autofahren begegnet. Meine (erwachsenen) Kinder erzählen immer noch gern, wie ich einmal (als sie noch im Vorschulalter waren) in Portugal als Fahrerin eine ungesicherte, schmale Küstenstraße hinuntergesteuert bin und dabei angeblich die ganze Zeit geschrieen … — aber ich schweife ab!

Atemberaubend: Ring of Kerry

Widmen wir uns zum Abschluss einem der echten Höhepunkte unserer Reise, der auch zeitlich unser Schlusspunkt war: der Ring of Kerry. Im Nachhinein bin ich so froh, dass wir ihn an einem unserer letzten Tage unseres Irlandurlaubs gefahren sind, denn ich weiß nicht, ob wir danach von etlichem Anderen noch so beeindruckt gewesen wären wie zuvor. Naja, wahrscheinlich doch. Aber trotzdem. Der Ring of Kerry. Meine Güte. Mir fehlen die Wort.

Zwei Ringforts …

Ring of Kerry, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

… Bellycarberry Castle

Bellycarberry Castle, Foto: (c) Kerstin Hoffmann

… und immer wieder neue Aus- und Weitblicke.

Einkehrtipp Cahersiveen

Das schönste, netteste, liebevollst geführte Coffee House, das wir auf dieser Reise besucht haben, ist “Helen’s Coffee House’” in Cahersiveen. Frisch gekochte Gemüsesuppe mit braunen Scones und danach noch Tee und Schoko-Eclairs und das supernetteste Personal. Wer in der Gegend ist, sollte unbedingt dort einkehren!

Cahersiveen, Foto: (c) Kerstin Hoffmann
Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Ich habe viele lustige, trocken humorvolle Dialoge mit Iren geführt (sie sind hier auf Facebook an meiner Pinnwand öffentlich nachzulesen). Einen der witzigsten erlebte ich in diesem Café:

Zum Mittagessen genießen wir in einem bilderbuchhübschen Coffee Shop in einem malerischen Küstenörtchen eine köstliche Gemüsesuppe. Auf dem Weg zu den Waschräumen komme ich im Innenhof an der Köchin vorbei, die mit einem älteren Herrn mit Schirmmütze eine Kaffeepause macht.
Sie strahlt mich an und zeigt nach oben: “Very lovely day, isn’t it.”
Ich: “Yes, it is. We just visited the ring forts and the old castle.”
Sie: “Ooooh, lovely. — You know, yesterday an American couple got married over there at the castle!”
Ich: “Really? — Well, I can pretty much enjoy the lovely day without getting married.”
Der Typ mit Schirmmütze: “Exactly. Why ruin it?!”

Valentia Island

Absolut lohnend ist auch die Fahrt über Valentia Island. Die 6 Euro für die Fähre von Reenard Point nach Knightstown sind bestens angelegt für das, was man während der kurzen Überfahrt und vor allem anschließend zu sehen bekommt.

Valentia Island, Foto: (c) Kerstin Hoffmann
Valentia Island, Foto: (c) Kerstin Hoffmann
Rückfahrt über den Ring of Kerry, Richtung Killarney National Park

Safe home!

Was soll ich noch sagen? Bücher könnte ich schreiben mit dem ganzen Material aus den dicht mit eindrücken vollgepackten, wunderbaren 15 Tagen!

Die Irland-Reise war von allen schönen Reisen, die ich bisher gemacht habe, eine der schönsten und eindrucksvollsten. Wir haben Irland wieder durchquert, diesmal von Westen nach Osten. Da die Fahrt so reibungslos verlief, waren wir viel zu früh am Flughafen und durch den Security-Check. Haben einen sehr entspannten Nachmittag in bequemen Sesseln in der “Chocolate Lounge” mit Panorama-Fenster, freiem WiFi und ziemlich günstiger Bewirtung verbracht. Und sind nun wieder sicher zuhause und im Job angekommen.

Ich hoffe, diese kleine Reise in Bildern hat euch so viel Spaß gemacht wie mir. Vielleicht weckt sie ja in euch ein wenig das Fernweh. Bitte alle Tipps und Angaben vor eurer Irland-Reise vorsichtshalber nochmal selbst checken! Ich freue mich über Feedback!

Slàn leat!

Foto: (c) Kerstin Hoffmann

Die Autorin: Kerstin Hoffmann. Beruflich reise ich viel umher, um Vorträge zu halten und Unternehmen in ihrer Kommunikation zu beraten. Privat erkunde ich die Welt zusammen mit dem Mann — dem einen in einer Million! — wandernd. laufend, fahrend sowie mit allen Sinnen und mit meiner Kamera.

Hier findet ihr eine weitere meiner Reisegeschichten: “Mein wunderbares Venedig: 5 Tipps und 2 Warnungen”. »
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