Mein Trinktagebuch
So., 10. Juli 2016
Aller Anfang ist schwer, und einen Blog zu starten als ungeübter Schreiber wahrscheinlich nicht minder.
Ich habe ein Alkoholproblem und das ist meine Geschichte. Der Blog soll mein Trinken bzw meine Abstinenz dokumentieren. Aber nicht nur das. Er soll überdies Gedanken ordnen und dabei helfen sich in den Themen Alkohol, Sucht usw fortzubilden.
Ich muss Verantwortung für mein Leben und meine Gesundheit übernehmen und wenn ich schon zu viel trinke, dann wenigstens im Wissen was es mit mir “anrichtet”.
Wer alkoholabstinent leben will hat wahrscheinlich eine höhere Erfolgsaussicht wenn er sich täglich/wöchentlich mit der Materie beschäftigt und sich quasi eine Expertise schafft. Nicht nur am Glas sondern auch in der Theorie ;-). In der Praxis heißt das Bücher zu lesen, Artikel und Blogs zu lesen, sich mit anderen “Betroffenen” auszutauschen usw.
Der Status Quo
Ich bin männlich, Anfang 30, etwas gebildet, ziemlich isoliert von Menschen, ehemaliger Raucher (lange und viel; seit gut einem Jahr abstinent), relativ starker Trinker (va Bier, aber auch Wein, Spirituosen, …) und habe das Ziel mich nicht mehr dem Trinken unterzuordnen, also die Abstinenz. Ich fühle mich oft Süchtig auch wenn ich das öffentlich (wie so viele) niemals sagen wollen würde.
Meinen Kater/Hangover bekämpfe ich eigentlich immer mit Alkohol — eine sehr suchtgefährdende Praxis.
Vor zirka 15 Jahren habe ich angefangen regelmäßig zu trinken und seit einigen Jahren trinke ich fast täglich.
Mein Konsum war von Anfang an überdurchschnittlich hoch und regelmäßig und wurde jedes Jahr mehr.
In meinem Umfeld ist Alkohol weit verbreitet und “gehört fast dazu; wird nicht schlecht angesehen” und ich vertrug das Trinken von Anfang an relativ gut. 2 Umstände die eine Sucht stark befeuern, wie ich lernte.
Ab heute — Tag 1 — beginnt mein alkoholfreies Leben. So surreal das auch klingt für mich.
Wichtig ist auch, sollte es zu Zwischenfällen kommen (= Rückfälle), nicht gleich aufgeben und damit alles Geleistete wegwerfen. Sondern Reflexion und am nächsten Tag wieder abstinent weiter leben!
Abstinenz ist ein Marathon und kein Sprint. (sage ich mal so frei :)
Hoffentlich bekomme ich keinen Delir. Aber es ist nicht meine erste Abstinenz (dazu vielleicht später mehr), also wird schon gut gehen.
Bis bald mit mehr Inhalten. Falls jemand mitliest, Danke! Fragen und Input aller Art, gerne her damit.
ich schließe — auch wenn ich dieser Gruppe nicht angehöre — mit,
‘Just for today.’
Pablito