Wie junge Digitaltalente die deutsche Verwaltung aufmischen

Interview mit Sonja Anton

Tech4Germany ist eine Initiative, die seit 2018 unter Schirmherrschaft des Bundeskanzleramtes digitale Produktmanager:innen, Designer:innen und Programmierer:innen mit Bundesbehörden im Rahmen von 3-monatigen Digitalisierungsprojekten zusammenbringt. Wir sprachen mit der Programmleiterin Sonja Anton.

4 junge Menschen in einem Raum, die mit Klebezetteln und Computern arbeiten
4 junge Menschen in einem Raum, die mit Klebezetteln und Computern arbeiten
Mitglieder:innen des Tech4Germany-Teams, das 2019 mit dem Auswärtigen Amt arbeitete

Wie würdest Du den aktuellen Stand der Digitalisierung der deutschen Verwaltung beschreiben?

Es gibt viele große Digitalisierungsvorhaben in Planung oder Umsetzung. Die Planung verläuft jedoch häufig theoretisch, ohne Einbeziehung der tatsächlichen Nutzer:innen dieser Digitalprodukte. Zwischen Planung und Umsetzung liegen Jahre, sodass die Produkte teilweise nicht aktuell erscheinen und am Bedürfnis der Bürger:innen vorbei.

Der Verwaltung fehlt an vielen Stellen der Umsetzungsmuskel für Digitalprojekte. Es gibt…


Nutzerzentrierung wider aller Umstände

Bis 2022 müssen auf Landes- und Kommunalebene 470 Verwaltungsservices digitalisiert werden. Im Südwesten Deutschlands versucht das service-bw-Team dies jeweils nur ein Mal anzugehen — dafür aber richtig gut und konsequent nutzerorientiert. Um mehr zu erfahren, sprachen wir mit Dr. Katharina Große, die die Arbeit steuert.

In Baden-Württemberg habt ihr angefangen, nutzerzentrierte Designmethoden in der digitalen Transformation von Verwaltungsleistungen einzusetzen. Was braucht es dafür und welche Vorteile hat das?

Wir wollen Online-Standardprozesse für Baden-Württemberg entwickeln. Standardprozesse sind Online-Verwaltungsservices, die alle Kommunen im Land nutzen können, um ihren Bürgern und Unternehmen E-Government anzubieten. Diese Standardprozesse nutzerzentriert zu entwickeln, ist die einzige sinnvolle…


Wie neue Offenheit Verwaltungen hilft sich selbst und NutzerInnen zu verstehen

Interview mit Markus Schmitt

Unter Open Innovation versteht man den zielgerichteten Eingang und Austausch von Wissen, um interne Neuerung zu befeuern. Wir
sprachen mit Markus Schmitt, Senior Manager bei der Beratung BearingPoint, über den Einsatz von Open Innovation in der deutschen Verwaltung.

VerwaltungsmitarbeiterInnen beim Diskutieren von Ideen (Foto: GDS)

Ihr arbeitet seit Längerem mit einer Bundesagentur im Bereich Open Innovation zusammen. Was heißt Open Innovation im Verwaltungskontext?
Die Bundesagentur für Arbeit ist mittlerweile sehr erfahren und geübt darin, dieses Instrument einzusetzen. Für die BA ist es ein häufig eingesetztes Instrument der Projektkommunikation geworden.

In der Regel dürfte aber die erste Open-Innovation-Kampagne für eine öffentliche Verwaltung eine erhebliche…


Tests mit Menschen

Interview mit Michaela Sobczak & Sonja Laag

Dreihundert verschiedene Formulare gibt es in der deutschen vertragsärztlichen Versorgung. Die meisten von ihnen stammen aus einer Zeit, in der Durchschlagverfahren statt Computernutzung den Alltag in Praxen bestimmten. Seit 2011 werden im Formularlabor die lückenhaften Dokumente mit NutzerInnen getestet. Wir sprachen mit den Laborleiterinnen, um mehr zu erfahren.

Wir haben gehört, dass Sie schon seit Längerem an einem spannenden Projekt, dem Formularlabor Westfalen-Lippe, arbeiten. Worum geht es dabei und welche Rolle nehmen NutzerInnen ein? Sonja Laag: 2011 haben die Barmer und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) das Formularlabor gegründet. In Borken, Münster und…


Digitalisierung eines Portals für Bürger/-innen

Interview mit Michel Tofahrn

Die Agentur für Arbeit hat in den vergangenen Jahren ihre Online-Angebote mithilfe der Designberatung Fjord überarbeitet. Wir sprachen mit Michel Tofahrn, Service Design Lead in Fjords Berliner Büro, um mehr darüber zu erfahren.

Michel, wir haben gehört, ihr habt ein spannendes Projekt mit der Bundesagentur für Arbeit gemacht. Worum ging es und wie habt ihr es geschafft, die Bedürfnisse der Nutzer/-innen vor Verwaltungsbedürfnisse zu stellen?

Es ging darum ein Projekt, das im wunderbaren BA-Projektjargon ›Anwender Portal und Online Kundenzugang‹ kurz APOK heißt, den Bedürfnissen der Menschen anzupassen. APOK ist in verständlicher Sprache die Website der Bundesagentur…

Public Service Lab

Das Public Service Lab führt die deutsche Verwaltung an nutzerzentrierte Arbeits­praktiken heran und unterstützt sie in der digitalen Transformation.

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