
WER BIST DU? Teil I
WER BIN ICH? — MANAGER, BUSINESSMAN, SELBSTÄNDIGER ODER ENTREPRENEUR?
Das Thema heißt: Wer bin ich?! [1] Dies ist wohl das Allerwichtigste, das Sie als Entrepreneur wissen müssen — es ist die Basis Ihrer Entscheidungen! Warum?
a) Aufgrund des Unternehmenstyps werden Sie Entscheidungen treffen, die für den anderen Unternehmenstyp total unverständlich und sinnlos sein werden und umgekehrt. b) Des Weiteren würden Sie sich mit anderen Entrepreneurs vergleichen und Ratschläge befolgen, welche für Sie schädlich sind, weil Sie nicht wissen, wer Sie sind und wer das Gegenüber ist. c) Ich will verhindern, dass ihr zum Schluss noch crazy werdet von den vielen Ratschlägen und Erfolgsgeheimissen der Gurus, die bei euch nicht funktionieren.
Daher müssen wir mal Licht ins Dunkel bringen und Ihnen diese Begriffe mal näher bringen! Was ist ein Entrepreneur, Businessman, Manager, Selbständiger, CEO etc. — diese Begriffe werden nämlich im deutschsprachigen Raum oft kreuz und quer verwendet. Zum Beispiel: Oliver Samwer, er wird mal als Businessman, mal als Entrepreneur und mal als Manager bezeichnet — was total falsch ist und viele verwirrt. Daher werde ich mal aufräumen. Da man sich bis heute nicht einig ist, was ein Startup und was ein Entrepreneur ist, werde ich eine Qimbera Taxonomie erstellen, aufgrund dieser könnt Ihr euch entscheiden, wer Ihr seid , wo Ihr steht und wo Ihr hingeht.
Bevor wir uns in das Thema vertiefen: Ihr müsst eins wissen: es gibt nicht besser oder schlechter, sondern ANDERS, je nachdem, welchen Unternehmertyp man darstellt. Die viel wichtigere Frage lautet: welcher Unternehmertyp macht mich happy. Die Antwort zu dieser Frage ist persönlich, philosophisch und in tausend Farben richtig. Sie brauchen daher a) nur eine Vorstellung, was Sie in Ihrem Leben eigentlich wollen, b) um zu entscheiden, was richtig ist.
Businessman
Die meisten, die im deutschsprachigen Raum ein Imperium aufgebaut haben, sind keine Entrepreneurs! Sondern es sind Geschäftsleute, ausgezeichnete Businessmen wie die Samwer Brüder, oder generell alle Telekombesitzer.[1]
Das Prinzip des Businessman ist ganz einfach, „die Reichen kennen die Reichen“: Netzwerk, Cash- und Leverage-Effekt sind die Haupttools. Daher sind sie keine Referenz für die meisten Startup-Unternehmen, denn die meisten haben kein Start-up gegründet.
Was ist ein Start up? Ein Start-up ist eine vorübergehende Organisation, welche auf der Suche nach einem replizierbaren und skalierbaren Business Model ist [3]– Was ist ein Business Model oder auf gut Deutsch: Geschäftsmodell? Der Schweizer Alexander Osterwalder hat ein revolutionäres Buch geschrieben: Business Generation — zum ersten Mal ist es einem gelungen, Geschäftsmodelle visuell darzustellen in 9 Blöcken, sodass man es intuitiv begreift! Sie als Start-up sollten den Lean Canvas benutzen, Warum? Lesen Sie den ausgezeichneten Blogpost von Ash Mauray [4]
Start-ups sind keine kleinere Version einer Großunternehmung! Ein Start-up ist eine große Hypothese, Schätzungen, die man irgendwie verifizieren muss mit Fakts! Am besten mit einem qualitativen oder quantitativen Experiment. Geschäftsleuten bauen Firmen von 0 auf 100 auf, jedoch kennen die meisten ihr Businessmodel von Anfang an. Sie kennen die Kunden, den Markt, die Metrics etc.. Dies ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied. Warum? Das Risiko ist nicht das gleiche! Der Businessman investiert, wenn man so will. Er versucht, das unternehmerische Risiko extrem zu minimieren, um sein Investment nicht zu verlieren bzw. sein Vermögen nicht zu reduzieren. Es ist eine Kombination aus: Mobilisierung des Netzwerkes + Leverage des Vermögen + super Businessnäschen. [3] Man versucht, anhand der Aktiva — hier Netzwerk & Cash — einen Hebeleffekt zu kreieren, um die Oberhand zu gewinnen über eine Situation, ein vorteilhaftes Kräfte-Ungleichgewicht zu schaffen und auszunutzen.
Beispiele: Zalando! Das heißt nicht, dass man nicht innovativ sein kann! Es heisst einfach: „Kopieren“, was in den USA funktioniert und weltweit „Einfügen“, danach massiv viel Cash investieren, denn in diesem Spiel ist: Cash gleicht gesetzt wie Speed, was der entschiedenste Faktor ist, um zu gewinnen.
Der Unterschied liegt darin, dass, wenn ein Businessman eine Firma gründet, der Businessplan, der Markt, das Netzwerk etc. schon bekannt ist, daher ist keine Unsicherheit vorhanden, er geht ein kalkuliertes Risiko ein. Es ist wirklich ein Investment. Er stellt die besten Leute an, die er finden kann und analysiert die Kennzahlen! Ich behaupte mal, dass Oliver Swaner wohl der Beste ist, in Kennzahlen lesen und verstehen.
Bei der Eröffnung deiner Pizzeria-Kette gibt es keine Unsicherheiten in Bezug zum Business Model: Pizza verkaufen in Kilogramm im Verhältnis Preis/ Einheit. Das bedeute jetzt nicht, dass man nicht ein ausgezeichneter Pizzaiolo oder innovativ sein kann als Businessman. Meistens konkurrieren die Geschäftsmodelle miteinander. Daher arbeitet der Businessman am Geschäftsmodell. Wir sprechen hier nicht von besser oder schlechter, sondern von anders, je nach Unternehmenstyp verlangt es unterschiedliche Fähigkeiten sowie unterschiedliche finanzielle Ressourcen. Ich wünsche Ihnen all diesen unglaublichen Businesssinn und den Erfolg der Swaner Brüder!
Selbständiger & Small (KMU)
Ein Selbständiger / Freiberufler ist eine Fachkraft, ein Macher, der zusätzlich noch die Aufgaben des Managers und des Unternehmers übernimmt. Und auch noch die Aufgaben anderer Fachkräfte: Buchhaltung, Vertrieb, Marketing etc. Weil einerseits niemand anders da ist und andererseits der Freiberufler / Selbstständige seine ureigene Fachtätigkeit liebt und sie nie aufgeben würde. Und weil der Selbständige die Aufgaben vieler Fachkräfte und des Managers und des Unternehmers ausführt, ist er sehr schnell überlastet. Und deshalb haben Freiberufler und Selbstständige auch nach vielen statistischen Untersuchungen die geringste Lebenserwartung. Wenn Sie als Selbständiger wachsen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:
Entweder Sie outsourcen alle Aufgaben, welche nichts zu tun haben mit Ihrer Fachtätigkeit, Ihrem Kerngeschäft, außer die Marketing Aufgaben: Personal Branding sowie die Vision: wo es mit Ihnen hin gehen sollte.
Ihr Ziel muss sein, möglichst viel Geld pro Stunde zu fakturieren, da Sie Ihre Zeit gegen Geld verkaufen und der Tag nur 24 Std. hat, daher liegt der Fokus auf der Optimierung des Honorars pro Std. Wie können Sie das Honorar steigern? Indem Sie ein Experte werden auf einem Gebiet und das möglichst schnell.
Small Business (KMU)
Oder Sie werden Unternehmer! Und bilden eine KMU und stellen Mitarbeiter an. Jedoch müssen Sie eins wissen, es ist ein kompletter Berufswechsel, es ist eine komplette Neuausrichtung Ihrer Persönlichkeit! Denn es gibt einen feinen Unterschied zwischen einem Selbständigen, der im Unternehmen arbeitet und einem Unternehmer, der am Unternehmen arbeitet. Daher muss der Unternehmer anders denken, fühlen und handeln als ein Selbständiger, der imUnternehmen arbeitet. Wenn Ihr Unternehmen weiter wachsen soll, müssen Sie entscheiden: entweder outsourcen oder Unternehmer werden. Sie kommen nicht drumherum, sich zu entscheiden.
Um eine Entscheidung treffen zu können, müssen Sie a) eine grobe Vorstellung davon haben, was die Aufgaben des Unternehmers überhaupt sind.[5] b) Eine Vorstellung davon, was Sie in Ihrem Leben eigentlich wollen.
Die meisten verstehen nicht, dass sich die Dynamik ändert, sobald man wächst: die sogenannten Wachstumshürden. Davon gibt es zwei große: Die Übergangsphase von der Selbständigkeit zum KMU und von KMU zum Großunternehmen! Dazwischen gibt’s noch die klassischen Milestones: jedes Mal, wenn der Bestand der Mitarbeiter sich verdoppelt, dann ist es immer eine neue Firma und die Gründer müssen sich immer wieder entscheiden, ob sie die Fähigkeit haben, die neue Firma zu leiten. [6] Das Peter-Drucker-Prinzip: Peters These ist, dass jedes Mitglied einer ausreichend komplexen Hierarchie so lange befördert wird, bis es das Maß seiner absoluten Unfähigkeit erreicht hat, was in der Regel das persönliche Maximum der Karriereleiter markiert und weitere Beförderungen ausbleiben lässt. Peter: „Nach einer gewissen Zeit wird jede Position von einem Mitarbeiter besetzt, der unfähig ist, seine Aufgabe zu erfüllen.“ [Wikipedia]
Das beste Buch über die Probleme der Wachstumshürde „vom Selbständigen zum erfolgreichen KMU-Unternehmen“ ist von Micheal E. Gerber: „Das Geheimnis erfolgreicher Firmen“. Er ist im deutschsprachigen Raum unbekannt, jedoch in Amerika der KMU Guru J Er beantwortet in seinem Buch: Warum die Selbständigen / KMU’s in der Wachstumsphase scheitern! Grund #1: Sie verstehen die Aufgabenteilung im Unternehmen nicht: Fachkraft, Manager, Unternehmer. Daher kann ich Ihnen dieses Buch wärmsten empfehlen. [7]
Life Style Entrepreneurs
Es gibt zwei Typen von Life Style Entrepreneurs:
Life Style Entrepreneur #1 Ist der typische California Sunnyboy, der Surfer, der nur surfen will, daher lehrt er andere Leute, was er am besten kann: das Surfen, er macht nur so viel Geld wie nötig, um seine Rechnungen zu zahlen. Sobald er genug Geld hat für den Monat, schließt er seine Surfschule und geht surfen. Die wollen nur von ihrer Leidenschaft leben!
Life Style Entrepreneur #2 gründet ein Online Business. Dieser Typ ist sehr in der Mode — Das beste Buch ist der Bestseller von Tim Feris: „4 hours-week“ Die möchten alleine, ganz alleine sein! Ohne jemals einen Angestellten zu haben, ein skalierbares online Business auf die Beine stellen, welches automatisch und passiv möglichst viel Geld generiert. Sie versuchen nicht, den Gewinn zu maximieren sondern die Freizeit! Sie möchten am liebsten ihrer Leidenschaft nachgehen und / oder empfinden die Arbeit als etwas sehr sehr Lästiges:- ), daher möchten Sie in erster Linie nicht den Ertrag, sondern die Freizeit optimieren. Sie sind smart und immer auf der Suche nach dem nächsten Hack.
Beispiel: Evernote. Jeder weiß, dass Evernote eines der besten Software Tools ist zurzeit, es funktioniert wie ein externes Gehirn. Jedoch ist Evernote nicht so nutzerfreundlich und man hat mega Mühe, am Anfang einzusteigen. Evernote hat den Onboarding-Prozess noch nicht so im Griff. Jeder, der sich erfolgreich durch das Tool gekämpft hat, schwärmt von Evernote J Dieser Tatbestand sorgt für mega Frust bei den first-time-Nutzern, denn alle schwärmen davon und die Leute haben das Gefühl, komplette Nullen zu sein. Das sorgt für sehr viel Frust! Paul* hat die Gelegenheit entdeckt! Er sagt sich: “ich werde das beste Onboarding Buch für Evernote schreiben, das es auf dem Markt gibt und werde das Ebook für 19.90 verkaufen“ Er schließt sich während 4 Wochen ein, um das beste Ebook weltweit zu schreiben.
So — jetzt gibt’s zwei Arten von Vorgehen:
Auf der einen Seite: Der klassische Unternehmer, der den Ertrag über die Freizeit stellt und alles Inhouse macht: Storytelling, Marketing, Verkauf und so weiter und sofort…
Auf der anderen Seite gibt’s den digitalen Lifestyle Entrepreneur! Der hat schon längst Ferien gebucht und möchte gerne nächste Woche auf die Malediven. Daher ist es besser für ihn, 5% von 19.90 zu gewinnen und dabei nichts zu tun, als 100% zu gewinnen und viel zu arbeiten und dazu noch den Großteil der Arbeit selber machen! Er betreibt eine kleine Recherche und Bingo! Er ist fündig geworden, er hat eine großartige Idee: Er hat herausgefunden, dass es Affiliationswebseiten gibt. Es sind Webseiten, die das Marketing und den Vertrieb für Sie betreiben, für einen Anteil am Gewinn. Des Weiteren hat er herausgefunden, dass der durchschnittliche Anteil bei 30% liegt. Paul ist ein guter Entrepreneur, aggressiv und will wirklich auf die Malediven nächste Woche! Daher hat er entschieden, 98% Anteile am Gewinn den Affiliationswebseiten zu überlassen! Was ist passiert? 80% aller Affiliationswebseiten weltweit haben nur für ihn gearbeitet! In 3 Monaten hat er 9. Mio Exemplare verkauft — jetzt können Sie rechnen: was ist besser 2% von 9 mio Exemplare oder 100% von 20'000 plus mega viel Arbeit? Denn bis Sie mal 10'000 Bücher verkauft haben uhhh… da müssen Sie ganz schön Gas geben : -) Sie sehen: Time over Money! Sein Fokus ist der Lifestyle, nicht das Geld. Man hat Paul gefragt, warum er nicht weniger als 98% Anteile offeriert hat — da hat er mit einer Intelligenz geantwortet, die mich fasziniert: „Wenn ich 60% gegeben hätte, wäre sicher jemand gekommen und hätte 70% angeboten und wir wären danach trotzdem bei 98% gelandet im Konkurrenzkampf, mit dieser Strategie war ich ein Internet-Phänomen, die Leute fanden es mega absurd und daher wurde meine Strategie nicht kopiert! :- )
Die Titanen
Das sind alle Großunternehmen, Franchise-Unternehmen, Ketten etc., die klein starten aber groß enden, der Erfolg ist oft linear bei denen! Ich nenne diese Firmen Titanen, weil diese Art von Business mit sehr großer Anstrengung verbunden ist. Man muss wirklich hart arbeiten, bis dieses Business von Skaleneffekten profitieren kann. Starbucks zum Beispiel: haben eine Methode gefunden, wie sie die Anzahl der Manager reduzieren können im Wachstum im Vergleich zu den anderen Ketten und andere sehr eindrucksvolle Hacks. Warum? Weil die Titanen seit dem ersten Tag an ihre Firma so aufbauen, designen etc., dass sie möglichst schnell wachsen und möglichst schnell von dem Skaleneffekt profitieren können. Der fundamentale Unterschied ist die Beziehung zum Service bei Starbucks, es wurden strategisch smarte Entscheidungen getroffen, die das eine möglich machen und das andere wiederum ausschliessen. Daher ist jedes neue Lokal günstiger als jenes zuvor.
Ein weiterer Titan ist Amazon: sie erobern Nische um Nische. Den Business Case Amazon werden wir noch vertieft anschauen. Des Weiteren sind die meisten Dienstleistungsunternehmen Titanen oder dazu verdammt, es zu werden. Zum Beispiel die großen Beratungsunternehmen: Bei denen geht es darum, sich möglichst schnell eine große Datenbank an Wissen anzueignen. Was meine ich damit? Wenn Sie ein großes Beratungsunternehmen sind, dann müssen Sie die intelligentesten Leute für sich gewinnen, damit Sie möglich schnell und smart die komplexen Probleme Ihrer Kunden lösen können. Die Lösung werden Sie dann in Ihrer internen Datenbank abspeichern. Und wenn ein Unternehmen auf der anderen Seite der Welt ein ähnliches Problem hat, dann muss XY nicht mehr viel denken, sondern nur noch die Lösung in der Datenbank finden und die Lösung den Marktgegebenheiten anpassen nach einer internen Methode, und am Schluss dem Kunden die Lösung präsentieren. Warum? Der superintelligente Inder, der mit 16 Jahren acht akademische Grade abgeschlossen hat und 12 Sprachen perfekt beherrscht, hat das komplexe Problem mit den anderen sehr intelligenten Angestellten weltweit total seziert und analysiert: unter jeglichem Aspekt. Daher kann der Kunde einer großen Beratungsfirma davon ausgehen, dass er die beste konventionelle Lösung hat zu seinem Problem, welches auf dem Markt existiert. Bis Sie diese Riesen-Datenbank an Wissen haben, vergeht zwingend eine gewisse Zeit. Zudem sind Sie ständig im Kampf um die intelligentesten Köpfe weltweit. Aber Sie sehen, wenn Sie mal diese Riesen-Datenbank an Wissen haben, dann kann jeder Praktikant aus einer Hochschule die „Kopieren“ und „Einfügen“ Tastenkombination ausführen. Die Effizienz bzw. der Skaleneffekt ist hervorragend gut.
Wenn Sie jetzt zu einer kleinen (KMU) Beratungsfirma gehen, die sich nicht spezialisiert hat im Vergleich, dann wird diese Firma sich immer ins neue Problem einarbeiten müssen und sehr viele Stunden damit verbringen, eine Lösung zu suchen für Sie. Darum müssen sich die kleinen Beratungsunternehmen positionieren und eine möglichst homogene Zielgruppe bedienen. Warum? Je homogener die Zielgruppe unter dem Aspekt des Grundbedürfnisses ist, desto einfacher wird es, die Zielgruppe anzusprechen, desto einfacher wird es, Lerngewinne (Wissen) zu generieren, desto einfacher wird es, das Angebot zu strukturieren, und desto einfacher wird es, in den Köpfen der Kunden die Nummer eins zu werden. Nur wenn der Zielmarkt klein ist, hat man eine große Chance, eine sehr homogene Gruppe zu finden. In der Praxis scheitert die Strategieentwicklung fast immer daran, dass die Zielgruppe zu groß ist. Und nur, wenn der Zielmarkt so klein ist, haben Sie eine Chance, sehr schnell Marktführer in diesem Markt zu werden.
Die Magier der Vielfalt!
Das sind alle Unternehmer, die am Morgen aufstehen und sich fragen, wie sie ein Monopol bilden können. Sie haben herausgefunden, dass sie heute dank dem Internet die ganze Welt bedienen können, daher wollen sie den absoluten Skaleneffekt generieren. Das sind Airbnb, Uber, Google, Facebook und Co. Stellen Sie sich vor, Facebook hat 1.7 Milliarden aktive Nutzer, und das Ziel: 7 Milliarden Nutzer.
Google hat 8 Jahre lang nach dem richtigen Business Model gesucht, sie haben sich nicht zufrieden gegeben, bis ein IT-Dude Google AdWords aus dem Ärmel geschüttelt hat. Bamm! Heute machen sie mit Google AdWords ca. 70 Milliarden.
Warum sind diese Firmen mehrheitlich im Digitalen? Weil es da keine geografischen Eintrittsbarrieren gibt. Qimbera ist für diese Magier erstellt worden. Jedoch können die anderen Unternehmenstypen, wenn sie wissen, wer sie sind, extrem viel lernen von den Magiern der Vielfalt.
Warum? Weil sie nur die Vorreiter sind, denn in naher Zukunft wird alles digitalisiert sein. Das ist ein Fakt! Andresson hat einen wunderbaren Eassy geschrieben über: Software eating the World! Je früher Sie sich mit dem Digitalen auseinandersetzen, desto langfristiger ist Ihr Denken.
Warum „Magier der Vielfalt“? Der Magier ist jemand, der auf der Suche ist nach der richtigen magischen Formel: ein replizierbares und skalierbares Geschäftsmodell. Er gibt sich erst zufrieden, wenn er seine Formel gefunden hat, die es ihm ermöglicht, die größtmögliche Anzahl an Leuten in seinen Bann zu ziehen bzw. sie zu veranlassen, sein Produkt oder Dienstleistung zu lieben.
Social Entrepreneurs
Dann gibt’s noch die Social Entrepreneurs, die wollen primär einen Social Impact und sekundär Geld generieren. Das sind Unternehmen wie: Toms von Blakce Mycoskie und Muhammad Yunus mit seinem Mikrokredit (Grameen Bank). Diesen Entrepreneurs muss man immer zuerst erklären, dass Geld doch wichtig ist, denn es hat noch nie eine arme Firma oder eine arme Gesellschaft einen bedeutungsvollen Social Impact erschaffen aus dem Nichts.
Buyable Start UP!
Zu guter Letzt sind noch die Buyable Startups: Meistens Apps, Games, Software Firmen etc., Das Ziel von diesen Entrepreneurs ist, gekauft zu werden. Daher sind sie Copycats, oder sie pinkeln bewusst Großunternehmen ans Bein, damit sie gekauft werden.
Ein Entrepreneur ist kein Manager!
Das Management wurde kreiert, da es ab einer bestimmten Größe extrem schwer wird, korrekt zu kommunizieren. Daher hat man „Intermediäre“ in der Firma, welche die Verantwortung tragen, dass die Information korrekt verlauft und zudem für Ordnung sorgen müssen, dafür entwickelt der Manager Systeme. Sobald man einen Manager braucht, ist man kein Startup mehr. Denn ein Startup ist das Königreich des Informellen. Wenn Sie trotzdem noch ein Startup sind, dann haben Sie ein tiefgründiges Problem in Ihrem Gründer-Team. Ich erkläre mich:
Google wurde 3 Monate vor der Bubble finanziert. Wenn Sie Finanzierungsmittel kurz vor der geplatzten Blase suchen, dann können Sie mit Gekritzeltem auf einem Butterbrotpapier zu den Investoren gehen! Wir sind Google und möchten gerne 50 Mio. Sie werden Problemlos finanziert. Paypal erhielt zu dieser Zeit per Post einen riesen Investoren-Scheck, ohne danach gefragt zu haben und ohne Rücksendungsadresse. Als die Paypal Gründer die Adresse ausfindig gemacht hatten, wollte der Koreanische Investor das Geld nicht zurücknehmen. In der Bubble wurden Schecks in Millionen-Höhe blind verteilt. In der Bubble ist alles teuer und crazy. Wenn jeder Geld hat, dann herrscht ein Krieg um die besten Tech Talente. Die 50 Millionen waren, daher für ca. 1 Jahr geplant als survival Money! Und das unheimliche Glück von Google war, dass Sie gerade den Scheck von 50 Mio. eingelöst hatten — kurz bevor die Bubble explodierte! Ursprünglich sollte das Geld für 1 Jahr reichen, um nach einem Business Model zu suchen — Nun, nach der Bubble multiplizierte sich die Lebensdauer mal 10. Wenn sie in der Bubble gewesen wären, dann hätten sie viel schneller Opportunitätserträge an die Investoren abliefern müssen. Stellen Sie sich vor, sind jetzt einer der wenigen Firmen die noch 50 Mio. Cash auf dem Konto hat, alle anderen sind pleite gegangen. Also können sie die besten Leute anstellen: Resultat: 21 Manager von 50. Google kommt nicht mehr vorwärts: vorher gab es alle paar Tage Updates, danach alle 6 Monate. Viele Top Leute sind frustriert und gehen — Google versteht nicht, warum gar nichts mehr geht! In einer Sitzung hat ein erfahrener Inverstor gesagt: „Jungs, das ist ganz normal, ihr seid ein Startup und keine Firma!“ Da Google in Kalifornien firmiert und dort das Arbeitsrecht ein Fremdwort ist, konnten sie die 21 Manager problemlos sofort kündigen. Sie haben den Bestand der Mitarbeiter reduziert und ein Jahr später hatten sie ein Business Model gefunden, welches 1 Milliarde Umsatz generiert im ersten Jahr! Diese Story zeigt genau auf, wie Google in der Start-up Phase Leute angestellt haben, die im Widerspruch lagen zu ihrer Natur!
Wenn Sie ein Start-up sind, dann sind Sie auf der Suche nach einem Geschäftsmodell, das mindestens jede Woche um 7% wächst. Wenn Sie ein passendes Geschäftsmodel gefunden haben, dann müssen Sie Leute anstellen, die das Business Model ausführen können. Daher ist ein Start up: eine kleine Gruppe, die informell arbeitet, keine Hierarchien kennt und die Angestellten mehr Arbeit mitbringen bzw. Wert beisteuern, als man Arbeit von Ihnen verlangt. Wenn der Mitarbeiter fragt, was er heute machen muss und wartet, bis man ihm Arbeit gibt, dann ist er nicht geeignet für das Start-up Leben! Sondern er ist ein Mitarbeiter für ein Unternehmen!Das ist ein großes Problem! Denn gute Start up Mitarbeiter sind demensprechend auch schlechte Angestellte für Unternehmen.
Schlusswort:
Wählen Sie, wer Sie sind :- )
Denn WER Sie sind, bestimmt über Ihre Handlungsstrategie und ob Sie erfolgreich sind. Mehr dazu in meinem nächsten Blogpost über die Handlungsstrategie. Des Weiteren ist es mega wichtig in Bezug zur Finanzierung, denn je nachdem wer Ihr seit, bestimmt ihre Aktraktivität bei den Investoren.
Für Mehr Blogpost: qimbera.ch
[1] Steve Blank: Six Types of Startups — Pick One
https://steveblank.com/2011/09/01/why-governments-don’t-get-startups/
https://www.youtube.com/watch?v=6t0t-CXPpyM
[2] Sie können sich mal amüsieren und schauen, im welchem Land welche Familie die Besitzer der Telekomunikation sind, und prüfen, wer die Reichsten sind im Land. Fast zu 95% sind es immer die Telekombesitzer.
[3] Steve Blank: Startups Are Not Smaller Versions Of Large Companies — How to Build a Startup
https://www.youtube.com/watch?v=k1izZrxR9Lg
https://www.youtube.com/watch?v=020tQmOHpXU
[4] Why Lean Canvas vs Business Model Canvas?
https://leanstack.com/why-lean-canvas/
[6] Peter-Prinzip https://de.wikipedia.org/wiki/Peter-Prinzip
[7] Das Geheimnis erfolgreicher Firmen. Warum die meisten kleinen und mittleren Unternehmen nicht funktionieren, und was Sie dagegen tun können: https://www.amazon.de/Geheimnis-erfolgreicher-mittleren-Unternehmen-funktionieren/dp/395015180X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1473786517&sr=8-1&keywords=michael+e+gerber