Die Dinge sind, wie sie sind
Oder:
Warum Sie die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen sollten
»Früher war alles besser …«
Oh, wenn ich das schon höre!
Leider ist das nicht mehr nur der Lieblingssatz der Generation meiner Großmutter. Es ist auch schon in meiner Generation angekommen. Ok, ich gebe zu, in etwas abgewandelter Form. Aber die Menschen, die sich so gerne mit dem »Früher« beschäftigen, tappen in genau die gleiche Falle wie schon meine Oma: Sie hängen mit ihren Gedanken in der Vergangenheit fest.
Die Beförderung nicht gekriegt, den Kunden verloren, Stress mit den Mitarbeitern, wichtige Lieferung verzögert, Aktienkurse gefallen, falschen Beruf gewählt, etc. etc. Das sind blöde Situationen, keine Frage. Aber warum noch darüber nachdenken? Sie sind ja vorbei.
Gut, ich gebe zu: die ewig gleiche Leier zu hören, ist auf Dauer einfach langweilig. Viel schlimmer finde ich aber, dass die Leute nicht bemerken, dass sie in der Vergangenheit gefangen sind. Sie lamentieren über eine Situation oder Begebenheit, die sie gar nicht ändern können!
Wenn es wenigstens hilfreich wäre, sich so Luft zu machen. Aber nein, das Lamento ist richtig gefährlich. Wer sich nicht an Dinge, Situationen, Ereignisse, die er nicht ändern kann, gewöhnt, der befasst sich ausschließlich mit der Vergangenheit. Der sieht, wie schlecht es ihm gerade geht, ärgert sich, fängt an zu kämpfen und ist im Stress. Das Problem: Dann kann er sich gar keine Vorstellung davon machen, wie es in Zukunft besser sein könnte.
Wer sich aber erst einmal bewusst wird, dass seine Gedanken um eine Vergangenheit kreisen, auf die er keinen Einfluss hat — kurz: dass die Dinge eben sind, wie sie sind –, der kann seine Zeit darauf verwenden, kreativ zu werden, nachzudenken, sich ein inneres Bild davon zu machen, wie er die Situation ins Positive umwandeln kann. Und mit diesem klaren Bild findet er dann auch die Motivation, die Zukunft anzupacken.
Kommen Sie also los von der Weg-Von-Motivation. »Oh, die Dinge sind so schlimm. Ich will hier raus.« Gehen Sie über zur Hin-Zu-Motivation. »Die Dinge sind, wie sie sind. Und wie verfahre ich jetzt weiter? Was will ich jetzt?«
Wie Sie zu dieser Einsicht finden? Das ist ganz einfach: Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig. So schlimm beispielsweise der Tod eines geliebten Menschen sein mag — sie können ihn nicht nicht akzeptieren. Das geht nicht. Weil es in der Vergangenheit liegt. Und die Fragen, was schief gelaufen ist oder wie Sie es hätten verhindern können, sind völlig irrelevant. Vorbei ist vorbei. Passiert ist passiert.
Was ich also sagen will: Sie können die Vergangenheit nicht ändern, Sie können die Gegenwart nicht ändern. Das einzige, was Sie in der Hand haben, ist Ihre Zukunft. Kümmern Sie sich darum!
Photo Credit: Silvano Rebai — Fotolia.