Egoisten sind doof!

Oder:

Wie ein positives Bild von Egoismus Sie erfolgreich macht


»Also ich finde ja, niemand sollte mehr als zwei Millionen Euro im Jahr verdienen.«

»Findest du? Warum das?«

»Weil es unfair ist. Keine Arbeit ist so viel Wert. Außerdem kann doch niemand auf ehrliche Weise zu so viel Geld kommen.«


Ich stutze ein bisschen, als mein Bekannter das in einem Gespräch erwähnt. Nicht, weil ich finde, dass jeder auf der Welt zwei Millionen Euro Gehalt verdient hat. Sondern weil diese Denkweise nicht zu den Zielvorstellungen meines Bekannten passt — nämlich mit seiner Selbstständigkeit viel Geld zu verdienen.


Hinter solchen Meinung steckt natürlich zunächst einmal Neid. Und daraus erwächst dann die Annahme, dass Menschen, die viel verdienen, habsüchtige Egoisten sind, die nur nach ihren eigenen Zielen streben. Und das hat in der Gesellschaft eben einen schlechten Ruf.

Dabei ist Egoismus philosophisch gesehen ein absolut neutraler Begriff. Es ist das Handeln nach den eigenen Vorstellungen, also genau das, was Sie und jeder andere auf der Welt tut. Nach wessen Vorstellungen sollten Sie denn auch sonst handeln?

In der Duden-Definition von Egoismus kommt sogar vor, dass selbst das altruistische Verhalten auf Egoismus beruht. Denn auch das ist das Handeln nach den eigenen Vorstellungen — nur nützt es in dem Fall eben anderen.


Wenn Sie nun aber glauben, dass Menschen, die ihre eigenen Ziele erreichen, schlechte Menschen sind, brauchen Sie sich nicht wundern, dass Sie Ihren Zielvorstellungen nicht näher kommen und beispielsweise nicht so viel verdienen, wie Sie gerne möchten. Nein, mit dieser Denkweise können Sie gar nichts erreichen, weil Sie Ihr Erfolg ja selbst zu einem schlechten Menschen machen würde. Und wer will schon ein schlechter Mensch sein?


Achten Sie also auf Ihre Gedanken. Wenn Sie erfolgreiche Menschen insgeheim für ihren Erfolg verurteilen, dann werden Sie selbst nicht erfolgreich sein können. Wenn Sie sie aber dafür bewundern, was sie schon alles erreicht haben, ganz ehrlich zu sich sind und zugeben, dass Sie das auch schaffen wollen, dann bewerten Sie Erfolg positiv und können auch danach streben.

Machen Sie sich bewusst, welche Annahmen Sie treffen. Und dann gleichen Sie ab, ob diese Annahmen dienlich oder hinderlich für Sie sind.

Photo Credit: Nejron Photo — Fotolia.com

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