Besser Schreiben im Web: Affengeil

Ein Unternehmen, das Content Marketing betreibt, muss wissen:
Internetnutzer haben sinkendes Interesse an den immer steigenden Inhalten. Ein guter Text ist die Basis für erfolgreiches Content Marketing — und so klappt das Schreiben im Web.


Die Welt ist verliebt in’s Internet. Die Menschen verlegen immer mehr alltägliche Aktivitäten ins Netz. Sie kaufen fleißig, gucken Serien, informieren sich über Produkte oder verlieben sich im Internet. Deswegen ist da jede Menge los. Jede Minute sieht die Internetgemeinde zusammen sechs Millionen Beiträge auf Facebook an und stellt über zwei Millionen
Suchanfragen bei Google.

Content Marketing: Von Blogs, Videos & Infografiken

Kein Wunder, dass Unternehmen das längst als Absatzmarkt für sich entdeckt haben. Content-Marketing ist das Zauberwort. Vor allem der eigene Blog wird zum Liebling digitaler Kommunikation von Unternehmen. Sie bloggen munter drauf los, erstellen Infografiken und drehen Videos. Laut der Social Media Studie von Adenion ist die Anzahl der Unternehmen, die einen eigenen Blog betreiben, in den letzten Jahren von 20 auf über 60 Prozent gestiegen

Laut dem European Content Marketing Report wollten im Jahr 2016 37 Prozent der europäischen Unternehmen noch mehr Content produzieren. „In diesem Jahr wird Content Marketing zur wichtigsten Online-Marketing Aktivität europäischer Unternehmen, um mehr Leads und Verkäufe zu generieren.“

Gute Blogs helfen im Content Marketing

Schon jetzt ist das Internet geflutet mit Informationen. Mehr Content führt deshalb nicht unbedingt zu mehr Erfolg. Je mehr Unternehmen mehr Content produzieren, desto mehr Content geht auch in der Masse unter. Immer mehr Inhalt steht sinkendem Interesse gegenüber. Genau darüber spricht auch Thomas Strerath in einem Interview mit HORIZONT: „Weil jeder
auf den Zug aufspringt, sind die Menschen von Content Marketing inzwischen mehr genervt als sie es von Werbung je waren.“
Content-Marketing funktioniert natürlich. Wenn es richtig gemacht wird. Da das häufigste Formate nun mal Blogs sind, fängt erfolgreiches Content Marketing beim Schreiben von Blogs an.

Bessere Texte schreiben nach dem Affe-Banane- Prinzip

Denkt wie eure User und fragt euch immer: Was will der User wissen? Gebt ihm das, was er sucht, denn die meisten digitalen Leser suchen nach einer Lösung für ein Problem. Gebt dem Affen seine Banane. Das ist schließlich das, was er will.

Emotional, bindend und bildhaft schreiben

Das bedeutet nicht, Romane zu schreiben. Sondern gebraucht emotionale Begriffe aus der Welt Eurer User, die ihn einfangen und an den Text binden. Die Aufmerksamkeit des Affens bekommt ihr mit Ausdrücken rund um die Banane. Gebt jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Metaphern gelten als der Inbegriff für bildhaftes Schreiben. Metaphern sind aber ausgelutscht. Nutzt lieber aktivierende Bilder aus dem natürlichen Umfeld des Lesers, die sich im Kopf verfestigen oder baut passende Bilder ein. Schreibt aktiv und verzichtet auf komplizierte Passiv-Konstruktionen.

Keine Wortklauberei und Informationsüberfluss

Spart Euch Wortmonster. Die berühmte Fragestellung ist eine Frage, die Problemstellung ein Problem. Die Banane ist eine Banane und keine gelb-krümmliche Südfrucht.

Front-Load

Leser im Internet verarbeiten zwar genauso viele Informationen wie ein Bücherwurm, aber er liest anders. Er überfliegt Texte eher und folgt dabei einer F-Linie links entlang des Bildschirms. Deshalb folgen gute Texte folgen dem Top-Down- Prinzip, wichtige Informationen stehen möglichst am Anfang. Relevance first. Packt zudem nicht mehr als zwei Informationshäppchen in einen Satz — und nicht mehr als 14 bis 21 Wörter pro Satz.

Und was ihr auch wissen solltet: Der Teaser nur so lang, wie technisch der Platz möglich ist. Hab’ ich hier bei Medium falsch gemacht. :)