Lebensmelodie

„Ich kann mir ein Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen!“ Achja wie oft fallen diese 11 Worte. Oftmals so bedeutsam wie das „vollste Vertrauen“ unserer Bundeskanzlerin. 11 melodische Worte. Ohne Inhalt. Man sieht sich nie wieder. Jedes Wort verstummt.

Bei dir aber weiß ich, dass diese Worte nie abklingen werden, wohltönend, mit Inhalt!

Applaus, Applaus

Für Deine Worte.

Du bist immer da.

Wenn ich glücklich bin, in den hellsten Momenten. Dann umhüllst du mich mit deiner unbeschwerten Leichtigkeit, mit deiner kraftvollen Energie. Mein sprudelndes Erfrischungsgetränk im Partytrubel. Dann spielst du die fröhliche Lebensmelodie, in Dur.

I can’t stop the feeling

So just dance, dance, dance

I can’t stop the feeling

Wenn ich traurig bin, in den dunkelsten Momenten. Dann umhüllst du mich mit deiner verständnisvollen Vertraulichkeit, mit deinem aufmunternden Mitgefühl. Der leuchtende Hoffnungsschimmer in der Nacht. Dann spielst du die melancholische Lebensmelodie, in Moll.

Wenn du denkst,

dass alles vorbei ist,

Ich werde immer da sein,

Ich werde immer da sein

Wenn ich alleine bin.

Just me, myself and I

Wenn ich in Gedanken versunken bin. Wenn ich über all die übermächtigen Probleme und Ungerechtigkeiten der Welt nachdenke.

What about nature’s worth

(Oooh, oooh)

It’s our planet’s womb

(What about us)

What about animals

(What about it)

We’ve turned kingdoms to dust

(…)

We`re ravaging the seas

(What about us)

What about forest trails

(Oooh, oooh)

Burnt despite our pleas

(…)

What about children dying

(What about us)

Can`t you hear them cry

Wenn ich über meine kleinen Sorgen nachdenke.

I hate you I love you

I hate that I love you

Wenn ich über längst vergangene Tage nachdenke.

Once I was seven years old

Und du begleitest mich auf allen Wegen. Mit meinen besten Freunden. Bei den ganz großen Events. Wie bei dem vor vier Jahren.

22.09.2012. 21:00 Uhr. 45.000 Menschen in der HDI-Arena in Hannover. Die beiden Vorbands haben uns schon perfekt aufgeheizt. Charlie XCX und Marina & The Diamonds. Jetzt endlich ist die Band an der Reihe, auf die meine Freundinnen und ich seit Monaten gewartet haben: Coldplay! Jede Sekunde könnten sie die Bühne betreten, die große Show beginnen.

Die beiden Männer in schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „Crew“ drehen noch ihre letzten Kontrollrunden auf der Bühne — und bekommen jedes Mal wenn sie die Bühne betreten erneut tobenden Applaus. Sie machen den Spaß mit und verbeugen sich immer wieder artig, was uns nur dazu anheizt noch lauter zu jubeln.

„Bitte tragen Sie das Armband“, übertönt eine Stimme aus den Lautsprechern unseren euphorischen Applaus, „es ist Teil der Show.“ Artig binde ich mir direkt das blaue Stoffarmband mit dem großen pinken Plastikviereck oben drauf um den Arm. Auch meine Freundinnen tragen ihres bereits gut sichtbar am linken Arm. Wir grinsen uns an. „Also meinetwegen kann es losgehen“, will ich gerade einer meiner Freundinnen entgegenrufen, als es schlagartig dunkel wird. Den Bruchteil eines Augenblicks herrscht Stille in der riesigen Arena. Dann blinken unsere Armbänder auf. Alle. Alle in bunten Farben. Alle im selben Takt. Im Takt von „Hurts like Heaven“. Die Lichter auf der Bühne explodieren in tausenden funkelnden Pigmenten. Die vier Jungs von Coldplay springen auf die Bühne. Und schon erfüllt die einzigartige Stimme von Chris Martin das gesamte Stadion, begleitet von einem bunten Begrüßungsfeuerwerk, noch bunterem Konfetti und übergroßen Luftballons, „make some noise, make some fucking noise, make some fucking noise, make some fucking Hannover noise!“ Den Gefallen tun wir den vier Jungs, und wie, 45.000 Kehlen!

22:22 Uhr. „Para-para-paradiiiise“. Chris Martin trägt ein T-Shirt und schwitzt. 7 Grad. Alle schwitzen. Doch wir hüpfen weiter. Völlig außer Atem. Singen weiter. Mit rauer Stimme. Egal. Singen als gäbe es kein morgen mehr. Hüpfen wie in Trance. Abgefedert durch die Stimme von Chris Martin, die Klänge des Klaviers, der Gitarre, des Schlagzeugs, des Keyboards.

„I turn the music up, I got my records on

I shut the world outside until the lights come on

Maybe the streets alight, maybe the trees are gone

I feel my heart beating to my favourite song (…)“

Ja, ja ich fühle wie es POCHT!!! Unaufhörlich im Takt der Musik. Meiner Lieblingsmusik. Und ich wünsche sie hört nie mehr auf. Die Welt draußen ist ausgesperrt. Wir singen, grölen, tanzen.

„And all the kids they dance, all the kids all night (…)“

Tanzen, grölen, singen. Jeden Buchstaben ziehen wir so lang wie möglich. Dankbar für jede Sekunde, die der Song länger läuft. Dankbar für jeden Herzschlag, der noch im Takt pochen darf.

„Oh, it was a wa-wa-wa-wa-wa-aterfall, a wa-wa-wa-wa-wa-aterful

Every tear, every tear, every teardrop is a waterfall

Every tear, every tear, every teardrop is a waterfall

Every tear, every tear, every teardrop is a waterfall“

Dann. Langsam. Verstummt die Musik doch. Auf der Bühne zumindest. Im Publikum nicht.

„Every tear, every tear, every teardrop is a waterfall

Every tear, every tear, every teardrop is a waterfall“

Ununterbrochen singen wir weiter, wie im Strom, alle gemeinsam, 45.000 Kehlen. Als würde es Papa Chris und seine Coldplay-Jungs noch einmal zurück auf die Bühne holen. Tut es nicht. Wehmütig drehen wir der Bühne den Rücken zu, entfernen uns Schritt für Schritt. Nicht ohne jede Sekunde erneut noch einen verstohlenen Blick zurück zu werfen. Und noch einen. Vielleicht passiert ja doch noch was. Nein, die Bühne bleibt dunkel. Papa Chris verschwunden. Das Gemeinschaftsgefühl aber bleibt. Eine riesengroße Familie. Familie Coldplay. Sisters and brothers by music, gemeinsam untergetaucht in den Fluten der Musik.

Und du begleitest mich bei den kleineren Events. Egal ob bei Freunden zu Hausen oder in der Disco, bei Geburtstagen und Hochzeiten, bei Willkommens- und Abschiedspartys, du bist dabei. Immer. Verbreitest gute Laune, sobald du im Raum bist. Immer.

Was willst du mir erzählen, wie ich bin nicht eingeladen?

Selber Schuld, ne Party schmeißen und es weitersagen.

Ich glaub nicht dass das ohne mich cool wird

Wenn du das sagst, klingt es nicht arrogant, nicht lächerlich, nicht eingebildet. Weil es stimmt. Partys ohne dich sind nicht cool. Nie.

23:30 Uhr. Die Nacht ist noch jung. Ich betrete mit meinen Freunden die kleine Disco in der Innenstadt. Draußen ist es kalt, zum Glück mussten wir nicht lange anstehen. Drinnen ist es warm, wir geben unsere Jacken ab. Dann gehen wir die kleine Treppe runter, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs Stufen. Das spärlich eingerichtete Räumchen ist prall gefüllt. Überall tanzende Menschen, auf und ab wiegend zum Beat der Musik, eingetaucht in ein grellbuntes Meer aus blinkenden Partylichtern. Du bist schon da, ich spüre dich. Spüre dich mit jeder Faser meines Körpers.

Und Ja ich atme dich

Ja ich brenn’ für dich

Und Ja ich leb’ für dich…jeden Tag

Und Ja du spiegelst mich

Und Ja ich schwör’ auf dich und jede meiner

Fasern sagt Ja

Zwei Freundinnen machen sich direkt auf zur Bar. Sie feiern lieber genüsslich mit dir an einem der hölzernen Stehtische, ein kühles Bierchen in der Hand.

Wir müssen uns nicht finden, wir sind immer an der Bar

Ich betrete gemeinsam mit den anderen die Tanzfläche, auf ins Getümmel, auf zu dir!

Night is young and the music’s high

With a bit of rock music, everything is fine

You’re in the mood for a dance

Ja wir sind in der „modd for a dance“! Ich setzte meinen linken Fuß vor den rechten. Tippe mit dem rechten zur Seite. Erst ganz sachte. Dann immer schneller, in deinem Rhythmus, alle anderen Gedanken verschwinden, übertönt von dir, von deinem Beat, ich denke nur noch an dich, fühle dich, spüre dich, mit jeder Faser meins Körpers.

And when you get the chance

You are the dancing queen

Young and sweet, only seventeen

Dancing queen

Feel the beat from the tambourine, oh yeah

You can dance, you can jive

Having the time of your life

Über dich zu schreiben ist schwer. Weil sich das Gefühl, das du in mir auslöst, nicht in Worte fassen lässt. Intensive Gefühle. Gefühle, die nichts und niemand sonst hervorrufen kann.

Mir fehlen die Worte, ich hab die Worte nicht

Man muss dich spüren, hören, fühlen. Deine magische Energie erleben. Längst eingestaubte Erinnerungen holst du zurück ans Tageslicht. Die schönsten und traurigsten Erlebnisse verbinde ich mit dir.

Du kannst intensive Gefühle auslösen, Schmerzen lindern, beim Sport zu Höchstleistungen motivieren. Du kannst meine Herzfrequenz und meinen Blutdruck senken. Eine Prise Entspannung im stressigen Alltag. Gleichzeitig lässt dein Rhythmus mein Blut flown, dein Takt mein Herz schneller schlagen, schneller und schneller, im Dreivierteltakt.

Mein Herz es brennt, wenn ich Dich seh

auch wenn ich heut durch die Hölle geh

Mein Herz es brennt so lichterloh

Will nur tanzen und Dich sowieso

Du kannst Menschen therapieren, tiefe innere Wunden heilen.

Wenn alles verstummt

Hör ich nur dich

Es ist dieser Moment

Wenn alles zerbricht

Wenn alles verstummt

Hör ich nur dich

Du kannst uns bewegen, ermuntern, aufheitern oder melancholisch stimmen. Wie schaffst du es nur, solche Emotionen und Gefühle auszulösen? Wieso bewegst du uns so sehr? Immer wieder haben Experten und Wissenschaftler versucht, genau diese Fragen zu beantworten und deine phänomenale Gabe zu erklären. Einer von ihnen ist der Musiktheoretiker Bernd Wilimek. Wilimek begründet die Ursache für deine emotionale Wirkung mit der “Strebetendenz-Theorie“. Demnach vermittelst du uns nicht direkt Emotionen, sondern Willensvorgänge, mit denen wir uns identifizieren. Durch diese Identifikation erscheinen die Willensinhalte emotional gefärbt. Ähnlich wie beim Fernsehen schauen, wenn wir uns mit den Willensinhalten unserer Lieblingsfigur identifizieren und dabei Emotionen empfinden.

„Ja ich will“, das sei unsere Reaktion, wenn du in einem fröhlichem Durakkord erklingst. „Ich will nicht mehr“ unsere Reaktion auf einen dunklen Mollakkord. Ertönst du in leisen Mollakkorden sei auch unser „ich will nicht mehr“ leise und traurig. Laut und wütend sei es hingegen, wenn du in lauten Mollakkorden dröhnst.

Aber ganz egal, in welchen Akkorden du erklingst, ob du leise oder laute Töne anstimmst, du passt dich immer unserer Stimmung an. Nimmst uns mit auf deine Achterbahnfahrt der Gefühle, eine Achterbahn erbaut aus Noten, unser Wagon in Schwung gesetzt durch deine melodische Magie.

When I see your face

There`s not a thing that I would change

`Cause you`re amazing

Just the way you are

Deine Erzeuger sind Genies, Wunderkinder! Weil es dich ohne sie gar nicht geben würde. Weil sie dich immer wieder neu erfinden, liebevoll. Weil sie immer neue Seiten von dir gestalten, kunstvoll.

Du bist wie Schokolade, die süße Note gespickt mit pikant scharfen Akzenten, deine Aromen rauben mir die Sinne, knackig und intensiv, mit einem zarten Schmelz, nur ohne Gewissensbisse. Du bist Massage für mein Gehirn. Klangfarbe für die Augen.

Wirklich jeder liebt dich.

Du bist ein Phänomen.

Weil du dich jeder Stimmungslage anpasst. Einfach immer da bist. In glücklichen Momenten. In traurigen Momenten. Ich liebe dich. So wie du bist. Ich möchte dich bei mir haben. Immer. Rund um die Uhr. 24/7. Ganz egal, ob traurig oder glücklich.

Ganz egal ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur. Du bist du, das ist der Clou, ja der Clou, ja du bist du!

Nein nicht alle lieben alle Facetten an dir. Klar gibt es immer mal eine Facette

-Eine(…) von 80 Millionen-

die einem an dir nicht so gefällt. Facetten, die die einen so sehr an dir lieben, finden die anderen unausstehlich.

Verdammt — ich lieb` Dich -

Ich lieb` Dich nicht

Verdammt — ich brauch` Dich -

Ich brauch` Dich nicht

Verdammt ich will Dich -

Ich will Dich nicht

Ich will dich nicht verlier`n

Verdammt — ich lieb` Dich

Die einen lieben deine vielen Worte

I’m beginnin’ to feel like a Rap God, Rap God
All my people from the front to the back nod, back nod
Now who thinks their arms are long enough to slap box, slap box

Die anderen genießen lieber deine melodische Anwesenheit ohne Worte. Hypnotisierend und berauschend. Wie ein rauschender Wasserfall in der Natur.

River flows

Du hast so unendlich viele verschiedene Facetten.

Das ist der Wahnsinn. Nothing compares 2 u. Ich könnte 100 Dinge aufzählen, die ich an dir mag und hätte trotzdem noch überhaupt gar nichts gesagt. What is love. Hey Baby. Du bist Liebe für mich. Everything I do I do it for you. I would do anything for you. Yesterday got away. Melody stuck inside your head. A song in every breath. Sing me to sleep. I was made for lovin` you baby. You look like a movie. You sound like a song. Smells like teen spirit. Feels like home. Y.M.C.A. Believe. Faith, Hope And Love. You`ll Never Walk Alone. No no never. Ich brauche dich. So wie du bist. Goldener Reiter. Paradise City. The final countdown. Wolke 7. White Christmas. Hero. Sweet dreams are made of this. Und unser Herz schlägt nur für dich. I`m so lost without you. Can`t live, if living is without you. I will always love you.

Auf auf welche Weise auch immer, irgendwie lieben wir dich alle. „Man kann nicht allen gefallen“ — du schon! Wir können uns ein Leben ohne dich gar nicht mehr vorstellen. 11 so melodische Worte, mit Inhalt.

Music is my best friend