Fluch & Segen der Besten

Die Seite die viele Menschen nicht sehen, welche allerdings auch zu dem Erfolg dazu gehört.


Man merkt recht schnell im Leben, dass man am Besten immer Leistung abliefert. Wir leben nun mal in einer Leistungsgesellschaft und da muss man glänzen. Durch diese Form der Gesellschaft entsteht schnell eine Art Druck, der man sich aber stellen bzw. Sich dran gewöhnen muss.

Sehr deutlich bekommt man dies in der Schule zu spüren. Man wird entweder für seine Leistung bestraft oder belohnt. Alles was man tut wird bewertet und nur die Handlungen, welche in das ¨System Schule¨ hineinpassen, werden unterstützt. Und wenn es einem gelingt konstant gute Leistung zu erbringen und zu den Besten in der Klasse gehört, wächst der Leistungsdruck noch einmal.

Man gehört zu den Besten und viele denken, dass es nur positive Aspekte hat, da man ja immer nur positive Rückmeldungen bekommt, allerdings ist das nicht das Ganze des Erfolgs. Natürlich hat man durch gute Noten in der Zukunft alle Möglichkeiten offen, aber es gibt eben auch andere Aspekte, als nur die positive Rückmeldung.


Wenn man erst einmal in der Position des Besten ist, ist es nicht damit getan. Durch diese Position steigen die Erwartungen an sich. Die Lehrer erwarten von einem immer gute bzw. Sehr gute Leistung zu erbringen. Aber nicht nur die Erwartungen von Außen steigen, sondern auch von sich aus steigen die eigenen Erwartungen. Man merkt, dass man durch gute Leistung respektiert und auch akzeptiert wird. Und genau dieses Gefühl gibt einen Aufwind. Aber durch die gestiegenen Erwartungen, steigt auch der Druck immer die beste Leistung abzuliefern.

Doch es ist nicht einfach diesen Erwartungen stand zuhalten. Man setzt sich selbst unter Druck und möchte einfach immer der Beste/die Beste sein. In einer Schulklasse werden diese Erwartungen besondern deutlich. Die Lehrer, aber auch die Klassenkameraden stellen bewusst oder auch unbewusst die Erwartung an den Klassenbesten, immer der Beste/die Beste zu sein. Wenn beispielsweise Klausuren zurück gegeben werden, erwarten alle, dass der Klassenbeste die beste Klausur hat. Und wenn dies dann nicht der Fall ist bekommt man Sprüche wie diese zu hören:

¨Wie kann das denn sein?¨
¨Jetzt bin ich aber enttäuscht von dir!¨
¨Da musst du dir aber jetzt mal Gedanken machen

In den meisten Fällen ist dies nur ein Spaß, aber trotzdem denkt man darüber nach. Die Person, die dann die beste Klausur hat, wird dafür gefeiert und bei allen anderen Klausuren wird man erst gar nicht gefragt, wie viele Punkte man hat. Es ist nur von Interesse wenn man ¨versagt¨. Der Erfolg wird nicht mehr wirklich gewürdigt, da es ja selbstverständlich geworden ist. Aber jeder Erfolg verlangt eine Menge Arbeit. Und da eben nur noch das Versagen von Interesse ist, können auch Selbstzweifel entstehen. Man denkt viel zu viel über alle Möglichkeiten nach, welche eintreten könnten. Und der Druck den man sich selbst aufbaut wird extrem, weil es ist eben nicht so, dass man schnipst und man weiß alles.


Besonders folgendes Bild hat mich für diesen Text inspiriert. Es zeigt einfach perfekt, wie Erfolg entsteht und was die Menschen aber nur sehen.

Bildquellen:

  • Fluch oder Segen: http://www.br.de/radio/bayern2/gesellschaft/theologik/fluch-und-segen-100~_v-img__16__9__xl_-d31c35f8186ebeb80b0cd843a7c267a0e0c81647.jpg?version=5e500
  • The Iceberg illusion: https://c1.staticflickr.com/1/479/19097144604_a47edbb340_b.jpg