Autoren: Jan Sändig & Annette Schramm, SFB 923

Das Globale Regieren und das Völkerrecht stecken in einer Legitimationskrise. Die internationale Politik wird überwiegend von Regierungen gestaltet, die trotz unzähliger Willensbekundungen und Entwicklungsvorhaben kaum eine Verringerung globaler Ungerechtigkeiten erreicht haben. Die transnationale Zivilgesellschaft setzt sich daher ein, globale Politiken gerechter und legitimer zu gestalten. In ihr sind jedoch überwiegend NGOs aus dem Globalen Norden beteiligt, die kaum beeinflusst werden können von jenen Bevölkerungsgruppen, die von Hunger, Armut, Umweltzerstörung oder anderen Problemen betroffen sind.

Zunehmend treten aber lokalen Organisationen, soziale Bewegungen und Aktivisten, die unmittelbar aus solchen betroffenen Bevölkerungsgruppen stammen, selbst in…


Der Bericht zur Tagung unseres Teilprojekts E05: “Versalzung und Bodendegradation als Bedrohung agrarischer Ordnungen in Russland, Kasachstan/Tadschikistan und Australien seit 1945″ ist nun auf hsozkult einsehbar.


Natürliche Ressourcen werden immer wieder und immer mehr Gegenstand politischer Auseinandersetzungen — seien es Konflikte um Mineralien, Land, Wasser oder Natur- und Klimaschutz. Kleinbauern, Pastoralisten, indigene Gruppen, Landlose, aber auch Regierungen und internationale Organisationen benutzen dabei oft Bedrohungsdiskurse, um Forderungen durchzusetzen. Doch wie entstehen diese Konflikte, wie verlaufen sie und wie können sie gelöst werden?

Diesen brennenden Fragen widmet sich der neue Blog “Resources & Conflict” des Arbeitskreises “Natur-Ressourcen-Konflikte” der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung (AFK).

Am Blog beteiligt ist das SFB-Teilprojekt F07 zu Land Grabbing mit Jan Sändig als Mitglied der Herausgebergruppe und Annette Schramm mit einem ersten Beitrag zur Bedrohungskommunikation von Kleinbauern im Committee on World Food Security (CFS).

Link zum Blog: www.resources-and-conflict.org

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Originally published at sfb923.tumblr.com.


Seit ein paar Jahren ist weltweit ein gestiegenes Interesse an Land als Investitionsobjekt zu verzeichnen. Großflächige Investitionen vor allem in Afrika und Asien gehen häufig mit einer unzureichenden Beteiligung und Verschlechterung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung einher und werden in der Folge als Land Grabs bezeichnet. Daneben hinterlässt die globale Jagd auf fruchtbare Böden aber auch in Europa und Deutschland ihre Spuren. Steigende Pachtpreise und zunehmende Landkonzentration machen auch den Bauern bei uns zu schaffen. Was sind die Auswirkungen dieses weltweiten Trends? Was bedeuten großflächige Landinvestitionen im Globalen Süden für lokale Ernährungssicherheit? …


Vor genau einem Monat sprach alle Welt über die Demonstrationen anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg. Ein Aspekt der in jenen Tagen besonders intensiv debattiert wurde, waren die gewalttätigen Auseinandersetzungen von einzelnen Gruppierungen mit der Polizei.

Unser Kollege Arne Hordt nahm in einem Leserbrief an die Süddeutsche Zeitung Bezug auf diese Debatte. Arne hat in der ersten Förderphase des Sonderforschungsbereichs (2011–2015) eine Dissertation über Aufruhr im britischen Bergarbeiterstreik von 1984–85 verfasst und sich intensiv mit Überlegungen zur Verhinderung von kollektiver Gewalt in Protestsituationen beschäftigt. Den Leserbrief dürfen wir mit seiner und der freundlichen Genehmigung der Süddeutschen Zeitung hier abdrucken:

Leserbrief: Polizeiwissenschaftliche…


Luise Nöllemeyer, 5. Juli 2017

Einer der hilfreichen Zugänge, um Bedrohte Ordnungen fassbar zu machen, nennt sich „Bedrohungskommunikation“. Bedrohungskommunikation, so glauben wir, ist in den Quellen sichtbar: Viele zentrale Akteure kommunizieren das Gefühl, dass in naher Zukunft ein Schreckensszenario droht, wenn nicht bestimmte Handlungen ergriffen werden — auch wenn sie sich nicht einig sind, was diese Handlungen genau sein sollen. Eine solche Bedrohungskommunikation überlagert andere Themen und scheint den Akteuren immer dringlicher zu werden. Ähnliches konnten wir im Herbst 2015 in den deutschen Medien beobachten, als die „Flüchtlingskrise“ die Schagzeilen beherrschte. …


Luise Nöllemeyer, 30.05.17

Wieso tritt manchmal ein, was allen Beteiligten vorher unmöglich erschien? Weshalb werden Entscheidungen getroffen, die einst als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt wurden — und dann doch von einer großen Mehrheit getragen wurden?

Solche überraschenden Entwicklungen waren gerade im letzten Jahr sehr sichtbar: Eine Präsidentschaft Donald Trumps erschien vielen noch wenige Monate vor Amtsantritt als absurde Vorstellung. Doch dann wurde er nicht nur von seiner Partei gewählt, sondern auch von einer Mehrheit der Wahlmänner. Wie unwahrscheinlich erschien selbst den Befürwortern des Brexit der Fall, dass sie tatsächlich mit der Europäischen Union um einen Austritt verhandeln müssten? …


Vom 29. Mai bis 1. Juni fand zum zweiten Mal eine von unserem Teilprojekt F03 organisierte trilaterale Forschungskonferenz in der italienischen Villa Vigoni statt. Dort debattierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich und Italien zum Thema “Das bedrohte Eigene — das bedrohliche Fremde. Religiös-soziale Kommunikation in Predigten und Schauspielen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit”. Im Fokus standen die Kommunikation von Bedrohungsszenarien Jüdische Verschwörung — Islamische Expansion in Predigten und Schauspielen in der frühen Neuzeit und im Spätmittelalter.

Programm der Tagung “L’identité menacée — L’étranger menaçant” (Workshop FMSH, DFG, Villa Vigoni)

Tuesday May 30 — The Turkish Menace

Presentation and…


Die Politikwissenschaftlerin Annette Schramm erzählt von ihrem Forschungsprojekt über “Land Grabbing” in Sierra Leone.

Sie untersucht, wie und unter welchen Umständen bedrohte lokale Gemeinden und zivilgesellschaftliche Organisationen gegen Land Grabbing protestieren, welche Protestsemantiken lokale und transnationale NGOs dabei zur Mobilisierung verwenden und welche Auswirkungen die lokal-transnationale Interaktion der Zivilgesellschaft sowie der völkerrechtliche Kontext hat.

Mehr zum Projekt unter: http://www.uni-tuebingen.de/de/66029
Das Forscherprofil von Annette Schramm: http://www.uni-tuebingen.de/de/67147

In diesen Videos stellen die WissenschaftlerInnen unseres Sonderforschungsbereichs ihre Forschungsprojekte vor.

Originally published at https://sfb923.tumblr.com/ on September 13, 2017.

SFB 923 Bedrohte Ordnungen

Sonderforschungsbereich 923 Bedrohte Ordnungen an der Universität Tübingen // Collaborative Research Center 923 Threatened Order. Societies under Stress

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