Das ODYS Vario Pro 12

Durch die Zusammenarbeit des Herstellers AXDIA und der Plattform paart.de habe ich die Möglichkeit erhalten, das ODYS Vario Pro 12 zu testen, welches seit Herbst 2016 zu kaufen ist. Bei einem Preis von derzeit rund 275€ (März 2017) soll sich das Convertible im unteren Preis-Segment eingliedern, dabei aber nicht mit Leistung geizen. Ich habe mir das Gerät mit den Blicken eines Nutzers genau angeschaut und möchte nun meine Erfahrungen mit euch teilen.

Erfahrungen. Keine Benchmarks.

Lieferumfang

Angekommen ist mein Testexemplar gut gepolstert in einem Pappkarton. Die Schachtel selbst sieht recht ansprechend aus, ist eher schlicht gehalten, wirkt aber hochwertig. Das Front-Cover präsentiert neben ein paar technischen Daten sogleich auch die beiden Werbeträger des Vario: seine 360°-Wendigkeit und die Windows-Ink-Kompatibilität. Was sich im Inneren der Verpackung befindet, könnt ihr euch gern in meinem Unboxing-Video anschauen, …

… oder die folgende Liste überfliegen:

  • das ODYS Vario Pro 12 höchst selbst
  • ein 5V/3A-Netzteil
  • ein aktiver Stylus
  • eine deutsch- und englischsprachige Kurzanleitung
  • eine deutsch- und englischsprachige Garantiekarte
  • eine deutsch- und englischsprachige Kontaktkarte

Für mich persönlich ist das schon wieder zu viel Papier, aber es gibt deutlich schlimmere Anbieter und ich bin auch nicht das Maß der Dinge.

Technische Daten

Das Vario Pro 12 ist ein 28,4 x 20,2cm großer Subnotebook-Tablet-Hybride mit 1,75cm Dicke. Mit 1200g ist es für einen Laptop leicht, aber für ein Tablet schwer genug, um nach einigen Minuten des Haltens unangenehm zu werden.

In ihm werkelt ein Intel Atom x5-Z8350 QuadCore-Prozessor mit 1,44GHz Taktfrequenz, die bei Bedarf auf bis zu 1,92GHz ansteigen kann. Für die Darstellung auf dem spiegelnden, aber blickwinkelstabilen 11,6" IPS-Display mit 1366x768 Bildpunkten sorgt ein Intel HD 400 Grafikchip der achten Generation vom Typ Cherry Trail. Verbaut sind zudem 2048MB DDR3-Arbeits- und 32GB Flashspeicher. Des Weiteren verrichten Bluetooth 4.0 und ein 802.11a/b/g/n-WLAN-Modul unsichtbar ihren Dienst.

Das lüfterlose Gehäuse des Vario bietet mir auf der einen Seite einen USB 2.0 Slot, der gleichzeitig für die Halterung des Stylus gedacht ist.

Auf der anderen Seite befinden sich ein internes Mikrofon, eine 3,5mm Combo-Klinkenbuchse (Mikrofon & Lautsprecher), ein Micro-HDMI-Anschluss und ein Micro-SD-Kartenslot, der das Vario um bis zu 64GB Speicher erweitern kann. Dazu gesellen sich noch ein USB 3.0 Anschluss sowie die obligatorische Steckerbuchse für das Ladegerät.

Auch wenn ich es schade finde, dass bei einem 5V-Anschluss kein Micro-USB-Slot verwendet wurde, kann ich es nachvollziehen. Die wenigsten Handyladegeräte verfügen über mehr als 2A und ein unterdimensioniertes Netzteil könnte eventuell für Ärger sorgen. Außerdem rastet der Stecker fest in der Buchse ein, wodurch einem Ausleiern des Anschlusses durch versehentliches Kabelziehen entgegengewirkt wird.

Der Ladevorgang des stolze 9000mAh starken Lithium-Polymer-Akkus soll übrigens ca. fünf Stunden dauern. Danach hat man nach Herstellerangaben bis zu acht Stunden Ruhe. Um die Lebenserwartung des Akkus zu erhöhen, empfiehlt der Hersteller, den Ladevorgang bei ausgeschaltetem Gerät vorzunehmen… Ich sage es mal so: Müsste ich meine Arbeit für eine halbe Stunde unterbrechen, fände ich diese Empfehlung zumindest nicht absurd. Aber wenn ich die Möglichkeit habe, täglich über fünf Stunden meine Arbeit an diesem Gerät zu unterbrechen, dann bleibe ich doch lieber gleich bei dem Ersatzgerät, das ich in der Zwischenzeit nutzen würde. Dieser Kommentar kann also raus.

Über dem Display ist eine mit zwei Megapixeln auflösende Webcam verbaut. Dass sich auf der anderen Seite keine Kamera befindet, lässt schon vermuten, dass das Vario nicht zum Fotografieren gedacht ist (wenn man durch die Tatsache, dass es sich hier um ein Notebook handelt, nicht schon vorher darauf gekommen ist). Die Webcam besitzt eine für Videotelefonie ausreichend gute Qualität, eignet sich wegen fehlender IR-Dioden aber leider nicht für die Windows-Hello-Authentifizierungsmethode. Für Intels TrueKey-Gesichtserkennung ist sie allerdings ausreichend.

Flexibilität

Dass das Vario Pro 12 zu den Convertibles gehört, erwähnte ich bereits. Aus dieser Kategorie habe ich bereits zuvor schon zwei Vertreter im Einsatz gehabt: das Urgestein namens Asus Eee Pad Transformer TF101G und das selbsternannte zweite “Volks-Tablet”, also das Trekstor Surftab duo W1, welches übrigens ganz ähnliche technische Daten vorweist wie das Vario. Die beiden Vorgänger gehören zu der Untergruppe der Tablets, welche an eine Tastatur angedockt werden können. Während das Transformer ausschließlich entweder Tablet oder Notebook sein kann, lässt sich das Surftab auch verkehrt herum verbinden und bietet dem Nutzer zahlreiche Aufstellungsmöglichkeiten.

Diese sind dem Vario ebenfalls möglich, auch wenn Display und Tastatur nicht voneinander getrennt werden können. Möglich macht’s das 360°-Gelenk. Insgesamt gibt es vier Grundpositionen:

1. Laptop-Modus:

Diese Form ist die wohl bekannteste und bietet mir die meisten Möglichkeiten, da sie auch die einzige ist, bei der die Tastatur verwendet werden kann. Zudem ist der Stereo-Lautsprecher zwischen Tastatur und Display in diesem Modus optimal positioniert. Ein großer Nachteil liegt hier in der Verwendung des Touchscreens. Zum einen muss die Hand immer über der Tastatur schweben und zum anderen wackelt das Display bei Berührung so stark, dass unter Verwendung der Touch-Bedienung kein komfortables Arbeiten möglich ist.

2. Tablet-Modus:

Wird das Display einmal komplett nach hinten geklappt, hat man ein dickes Tablet in der Hand. Besser auf dem Schoß, denn wie bereits erwähnt ist das Vario für ein Tablet nicht besonders leicht. Zudem ist die Nutzung recht eingeschränkt. Hält man das Vario nicht gerade in Händen, liegen die Lautsprecher nicht nur hinten, sondern werden eventuell noch durch die Auflagefläche gedämpft. Da die Powertaste auf Seiten der Tastatur ebenfalls unten liegt und den einzigen Weg darstellt, das Gerät zu starten oder wiederaufzuwecken, sollte man sich schnell die Position dieser Taste einprägen, wenn man nicht immer wieder nachschauen will. Physische Lautstärketasten gibt es übrigens ebenfalls nicht und so ist beispielsweise bei der Filmwiedergabe so etwas simples wie die Lautstärkeregelung meist nur durch ein Pausieren des Filmes möglich (es sei denn, man lässt die Bedienelemente permanent angezeigt, aber wer will das schon).

3. Zelt-Modus:

Einer der praktischeren Modi, wenn ihr mich fragt. Das Vario wird wie das Tablet genutzt, kann aber platzsparend aufgestellt werden. Er bietet den Film im Bett und das Rezept in der Küche. Oder das Vario steht einfach irgendwo stabil am Rand und wartet, bis es wieder gebraucht wird. Der Ton liegt übrigens wieder auf der Rückseite, geht aber wenigstens ins Freie. An dieser Stelle frage ich ganz offen: Warum denkt ihr bei Convertibles nicht an den Ton? Es ist ja nicht so, dass hier nur ein einziger Modus die Lautsprecherposition unterstützt. Aber es kommt noch besser! Warum verbaut ihr Stereo-Lautsprecher und tauscht die Kanäle nicht, wenn das Gerät über Kopf steht? Was nützt mir das Rotorengeräusch von links, wenn der Helikopter von rechts ins Bild fliegt?

4. Stand-Modus:

Diese Variante gibt es in meinen Augen nur, weil sie möglich ist. Sie nimmt mehr Standfläche weg als der Zelt-Modus (mit der Tastatur auf der Liegefläche!), bietet dabei den gleichen Interaktionsumfang wie dieser und das Display wankt bei Touchbedienung so instabil wie im Laptop-Modus, nur dass sie hier ausschließlich möglich ist. Mit dem Tablet-Modus hat sie noch gemein, dass die Lautsprecher vermutlich auf irgendetwas liegen und damit dumpf klingen. Na wenigstens hört man den Helikopter auf der richtigen Seite… Die beiden einzigen Vorzüge sehe ich in der Blickwinkelkorrektur, wenn ich das Vario als Tablet auf dem Schoß nutzen will, und dass die eingebaute Webcam im Gegensatz zum Zelt-Modus oben ist.


Optik

Am schönsten finde ich das Vario Pro 12 zugeklappt in der Draufsicht: ein schlichtes Rechteck mit leicht abgerundeten Kanten und Ecken, dazu ein dazu zentral ein symmetrisches aus gleichmäßigen geometrischen Formen bestehendes Logo. Das matte sandgestrahlte Metallgehäuse wirkt edel und funktional. Einzig die sichtbaren Gelenke und der helle Streifen aus der Gehäuseinnenseite stören das minimalistische Erscheinungsbild.

Die Unterseite durch den Standmodus wichtiger als bei einfachen Laptops, bei denen die Unterseite immer unten ist. Hier hätte ich mir Kappen für die Vertiefungen gewünscht oder wenigstens graue Schraubenköpfe. Die nach EU-Norm zwingend an das Gerät gebundenen Symbole sind angenehm mit der AXDIA-Eigenwerbung verbunden und sind dezent am Rand platziert. Optisches Gimmick: Die Seriennummer wurde nicht gedruckt, sondern graviert, wodurch sie nur gegen das Licht gehalten und damit nicht einfach so für jeden gleich sichtbar ist.

Das erste, was mir beim Display aufgefallen war, war der sehr breite Rahmen oben und unten. Im Vergleich zu meinen anderen Displays ab 10" ist es gar nicht so viel, wirkt aber vielleicht so, weil das Metallgehäuse drum herum noch einen zweiten Rahmen bildet. Ich habe mich allerdings schnell daran gewöhnt. Zudem sind randlose Displays auch heute noch ein Indiz für ein hochpreisiges Gerät und zu denen gehört das Vario nun mal nicht. Dazu gehört leider auch das spiegelnde Display, welches insbesondere im ausgeschalteten Zustand sämtliche vorhandene Fingerabdrücke in aller Deutlichkeit präsentiert.

Die “Arbeitsfläche” ist gut aufgeteilt. Das Touchpad ist mittig, angenehm groß und besitzt durch seine leichte Vertiefung eine haptische Begrenzung. Linke und rechte Maustaste werden durch einen Trennstrich angedeutet, sind aber glücklicherweise nicht vom Touchpad getrennt, was es zwangsweise verkleinert hätte. Der Druckpunkt ist in meinen Augen genau richtig, nicht schwergängig, aber auch nicht aus ersehen auslösbar.

Die Tastatur ist optisch sehr schön eingefügt, indem die Tasten durch gefräste Aussparungen geführt wurden und nicht einfach in einem einzigen großen Loch des Gehäuses sitzen. Die Haptik ist in Ordnung, das Tastgeräusch aber leider sehr klapprig. Dennoch ist auch hier der Druckpunkt schön leichtgängig, aber auch deutlich spürbar. Die sehr kleinen vertikalen Pfeiltasten sind mir allerdings ein Dorn im Auge. Meinetwegen darf die rechte Shift-Taste gern sechs Ecken besitzen, wenn dadurch die Pfeile ein wenig mehr Platz bekommen würden. Bei der aktuellen Größe hätten sie wenigstens eine physische Kennzeichnung wie F und J verdient.

Das Lochraster des Lautsprechers ist angenehm dezent, ebenso der danebenliegende Power-Taster. Hier finde ich den helleren Grauton angemessen und praktisch.

Obligatorisch aber auch sehr schön zurückhaltend sind die kleinen Display-Abstandshalter gesetzt. An ihren Positionen stören sie Arbeit mit dem Gerät zu keinem Zeitpunkt.

Richtig störend finde ich dagegen den Übergang zwischen der oberen und der unteren Gehäuseschicht, welche sich auf der Oberseite der Tastaturfläche befindet. Hier wurde bei meinem Testexemplar auf der linken Hälfte nicht ganz sauber gearbeitet, weshalb eine kleine, aber scharfkantige Unebenheit entsteht, die sich bei längerem Schreiben sukzessive in den Handballen bohrt. Sobald der Test vorüber ist und ich an dem Gerät herumschrauben darf, werde ich die Gehäuseinnenseite an dieser Stelle ein wenig anheben.

Ansonsten fällt mir in diesem Abschnitt nur noch der Tablet-Modus ein. Durch die abgerundeten Kanten entsteht bei dieser Verwendungsform eine Art Schnabel. Hält man das Vario nicht gerade im Querformat mit der Achsseite nach unten, hinterlassen die verhältnismäßig dünnen Kanten deutliche Abdrücke auf den Händen. Neben dem Gewicht des Gerätes ist das ein weiterer Grund für mich, das Vario eher selten als Tablet zu verwenden.

Betriebssystem

Das ODYS Vario Pro 12 wird mit Windows 10 Home in der 32bit-Variante ausgeliefert. Da es hier um das Convertible geht, wird dieser Abschnitt recht kurz.

Die Bedienung des Betriebssystems läuft meist recht flüssig. Es fährt auch nach rund einer Woche noch innerhalb einer reichlichen Minute hoch. Die Suche über das Startfenster erfordert leider immer etwas Geduld, da diese nicht sofort und dann auch nur stockend arbeitet. Hingegen ist Cortana stets bemüht, sofort zu reagieren und hört bereits zu, wenn ihr Fenster noch nicht gänzlich offen ist.

Der geringe Speicher ist allerdings schon problematisch, wenn man ein wenig mehr machen möchte, also nur kleine Programme und spiele zu verwenden. Gerade für das kommende Windows 10 Creators Update müssen mindestens 8GB zur Verfügung stehen und das ist gar nicht mal so leicht.

Windows Ink

Will ein Tablet, Notebook oder Convertible mit Windows 10 für die Zukunft gerüstet sein, muss es quasi zwingend Windows Ink unterstützen. Deswegen ist diese Technologie auch bei günstigen Geräten wie dem Vario Pro 12 mit dabei. Da die Universal-Stylus-Spezifikationen anscheinend immer noch nicht bindend sind, wird allerdings auch für dieses Gerät noch ein eigenes Süppchen gekocht und der Touchscreen erkennt nur seinen eigenen Stylus. Schade, aber vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif.

Der Stift liegt gut in der Hand, wenn man die aus einer guten Idee heraus entstandene, aber fürchterlich unpraktische USB-Halterung entfernt. Letztere ist eigentlich dafür gedacht, ersteren bei Nichtgebrauch an das Vario zu binden, um nicht verloren zu gehen. Das funktioniert auch ganz gut, solange man nicht in einem unbedachten Moment dieses kleine Stück Plastik einfach zerbricht, weil der Stift irgendwo hängen bleibt oder weggebogen wird. Im Laptop-Modus ist er mitsamt Halterung schwierig zu greifen und so aus dem USB-Slot zu entnehmen. Ihn nach hinten herauszuziehen ist dabei praktisch gesehen auch keine Option. Und wenn er einmal mitsamt Halterung genutzt wird, sticht diese andauernd in die Hand. Wie gesagt, fürchterlich.

Laut Kurzanleitung soll die Halterung übrigens nur in die USB-2.0-Buchse gesteckt werden, da die andere beschädigt werden könnte. Dies ist in meinen Augen ein weiterer unnötiger Kommentar. USB 2 und 3 sind kompatibel und der Adapter hat keine besonderen Aussparungen oder Auswüchse. Einzig die festgelegte Einschubrichtung macht die Verwendung am USB-3.0-Slot sinnlos, da der Stift vom Vario weg stehen würde.

Kommen wir nun aber zurück zum Stift selbst:

Er ist gut verarbeitet und recht leicht. Die beiden Tasten könnten für meinen Geschmack weiter vorn liegen, sind aber auch so ohne Verrenkungen erreichbar. Die Benutzung ist angenehm leichtgängig, bis auf das Zentrum des Touchscreens, wo der Stift bei meinem Gerät durch spürbare Unebenheiten im Display leicht ins Stocken kommt. Ich würde nun gern etwas über die Sensitivität der Spitze sagen. Druckstufen gibt es, aber um wie viele es sich handelt, scheint selbst auf der ODYS Produktseite nicht wichtig genug zu sein…

Apps für den Stylus gibt es einige, d.h. alle, die Windows Ink unterstützen. Für mich sind dies hauptsächlich OneNote und Sketchable, aber auch die vorinstallierten Apps Kurznotizen und Skizzenblock verrichten ihren Dienst gut und ermöglichen eine flüssige Stifteingabe. Desktop-Zeichenprogramme wie Krita habe ich nach kurzem Test wieder deinstalliert, da eine latenzfreie Arbeit ganz und gar unmöglich war. Das liegt aber vermutlich eher an der unzureichenden Prozessorleistung des Vario.

Persönliche Eindrücke und was sonst noch zu sagen ist

Das ODYS Vario Pro 12 ist ein für seinen Preis schickes und ausreichend leistungsfähiges Gerät. Für mich ist es das erste Convertible mit fester Tastatur, was zum einen wegen des konstant höheren Gewichts unpraktisch ist, ich mich aber noch nie dabei ertappen musste, das Tastatur-Dock suchen zu müssen.

Erwähnt habe ich bisher noch gar nicht, was der neun Amperestunden starke Akku für mich bedeutet: Viel! Es ist wunderbar, mit dem Gerät für einen halben Tag in eine stromlose Gegend zu gehen und mir keine allzu großen Sorgen machen zu müssen, dass ich meine Arbeit mit dem Vario vorzeitig unterbrechen muss. Das gilt freilich nur für die leichte Kost, denn Spiele und andere leistungshungrige Anwendungen nuckeln natürlich wesentlich intensiver am Akku. Dass die Ladespannung nur 5V beträgt, verleitet mich schon jetzt dazu, mir einen USB-Adapter zu bauen, der mir zur Not den Zugang zu einem Handyladeakku verschafft. Mit einer Micro-USB-Buchse wäre das zwar wesentlich einfacher, aber man kann eben nicht alles haben.

Ein Punkt, der mich seit der einen Woche, die ich das Vario nun testen konnte, schon drei Mal extrem gestört hat, ist der Ausfall von Sensoren während des Betriebs. Einmal versagte einfach so das WLAN-Modul und ließ sich nur durch einen Systemneustart reaktivieren. Die beiden anderen Male stand das Vario durch ein Spiel unter Last und um Ressourcen freizugeben, kappte irgendetwas im Betriebssystem einfach den Zugang zum Gyro-Sensor. Das ist bei einem Rennspiel, bei dem die Neigung des Gerätes zum Lenken verwendet wird, echt nicht konstruktiv. Besagter Sensor wurde anschließend im Gerätemanager sogar noch als fehlerfrei funktionierend angezeigt. Ein De- und Reaktivieren der Komponente stellte die Funktionsfähigkeit glücklicherweise ohne Neustartzwang wieder her. Dennoch sollte hier nachgebessert werden, von AXDIA oder/und Microsoft.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich die Qualität des Stereolautsprechers. Einmal davon abgesehen, dass sich dessen Kanäle nicht dem Verwendungsmodus des Convertibles anpassen, ist auch die Tonausgabe eher bescheiden. Das ist allerdings auch nicht so schlimm, da ich bei kleinen Lautsprechern keine Klangwunder erwarte. Ich erwarte aber schon, dass sie still sind, wenn sie nichts zu tun haben! Zu jeder Zeit kann es vorkommen, dass sie anfangen zu knistern und zu fiepen. Ob das an einem Fehler im Treiber oder sparsamer Isolierung der Leitungen, weiß ich nicht und es ist mir auch egal. So etwas darf einfach nicht (ständig) vorkommen.

Fazit

Für einen Preis von derzeit rund 275€ hat das ODYS Vario Pro 12 in seiner Größenkategorie einiges zu bieten. Es läuft zumeist flüssig und kann mit System-. Office- und einfachen, wenn auch grafisch guten Spielen umgehen. Die Stylus-Bedienung ist praktisch und die Stifthalterung beweist Mut zum Experimentieren.

Die beschriebenen Mängel in der Bedienbarkeit trüben meine Freude über das Gerät allerdings. Der kleine Speicher ist ärgerlich selbst die doppelte Größe hätte das Vario nicht wesentlich teurer gemacht. Die Ausfälle der Komponenten, der unangenehme Grat an der Handballenauflage und die Störgeräusche hätten mich das Gerät aber wieder zum Händler bringen lassen, wenn ich es regulär gekauft hätte.

Trotzdem hat mir der Test viel Spaß gemacht, gerade weil ich einen Rechner auch mal wieder zum Probieren und nicht nur (selbstauferlegt) zum Arbeiten nutzen durfte. Sollte sich die Gelegenheit bieten, ein ODYS-Produkt der gehobeneren Klasse zu testen, fände ich es klasse zu erfahren, mit welcher Qualität AXDIA Produkte bei größerem Budget herzustellen vermag.


Wer sich übrigens noch ein paar weitere Produktbilder anschauen möchte, wird hier fündig: