Holacracy, Social Business und Enterprise 2.0 — Was sich ergänzt, fügt sich auch zusammen

Kreisende Gedanken sind viel wert. Sie geben einem die Möglichkeit, die Themen von Interesse und Passion zu beleuchten und zu durchdenken. Mir geht es gerade in diesem Zusammenhang mit Holacracy und meinen beiden Grundthemen Enterprise 2.0 und Social Business so. Doch worum kreisen meine Gedanken hier? Eigentlich ist die Antwort recht simpel: Holacracy hat eine tiefe Verbindung zu den Themen von Enterprise 2.0 und Social Business. Damit dieser Reboot der Organisationssoftware funktioniert, müssen die grundlegenden Bestandteile der Organisationsumwandlungen nach Enterprise 2.0 und Social Business geschaffen werden: Transparenz, Offenheit, aktive Kommunikation und Selbstmanagement durch Priorisierung.

Die hier aufgeführten Grundprinzipien sind immanent für alle drei Systeme. Natürlich muss man sich im ersten Ansatz die Frage stellen, ob diese Systeme den gleichwertig sind. Damit kommen wir in die Welt der Wortdefinitionen und Auslegungen von Begrifflichkeiten. Ich für meinen Teil, und dass bedeutet, dass dies meine Wahrheit ist, sehe die beiden Wandelformate von Enterprise 2.0 und Social Business getrennt voneinander bzw. Enterprise 2.0 unter dem Dach von Social Business. Diese systemtheoretische Betrachtung macht es überflüssig, auf die Entstehung und die Deutungshoheit der Begriffe eingehen zu müssen.

  • Enterprise 2.0 betrachtet den Wandel des Systems Unternehmen/ Organisation für sich selbst und mit allen verbunden sowie direkten Stakeholdern des Systems. So gesehen ist die Enterprise 2.0 die Transformation des Unternehmens/Organisation nach den Prinzipien des Web 2.0 und des Social Webs bezogen nur auf die Instanz des Unternehmens/Organisation. Die Enterprise 2.0 ordnet sich dem Social Business unter. Wobei hier eine klare Linie schwer zu ziehen ist. Man kann von einer beidseitigen Semipermeabilität sprechen.
  • Social Business stellt somit das Umfeld für die Unternehmen/Organisationen dar, die vernetzte Organisationen, alle Stakeholder und Systeme umfasst und deren Handeln, Agieren und Kommunizieren nach den Prinzipien von Web 2.0 und Social Web aufstellt. Organisationen und Unternehmen vernetzen sich miteinander, mit Kunden, mit Zulieferern und mit vielen weiteren Kontaktpunkten aus ihrem Wirkungsumfeld. Dabei wird die Wertschöpfung mit allen Vernetzungen, Kommunikationen und Kollaboration verbessert und ausgebaut.

Die soll nur als kleiner Abriss der Idee stehen. Natürlich gibt es hierzu auch andere Sichtweise und Denkansätze. Für mich macht dieser integrative Systemansatz am meisten Sinn.

Wo befindet sich die Holacracy nun?

Wenn wir von Enterprise 2.0 und Social Business hören und reden, kommen schnell die Begriffe von Social Software, Enterprise Social Networks und Social Intranets auf. Dennoch ist hier immer wieder die klare Ansage, dass diese Software und Anwendungen nur die Werkzeuge sind. Sie sind ein Teil der Transformation, sind die Anwendungen, mit der sich der Wandel ermöglicht, die aber den Wandel nicht ausmachen. Viel wichtiger sind in diesem Zusammenhang die Veränderungen in Kommunikation, Zusammenarbeit und Austausch. Die beiden Systeme verändern den Umgang in allen drei genannten Bereichen. Sie bilden die Unternehmen und Organisationen nach den Prinzipien vonTransparenz, Offenheit, aktive Kommunikation undSelbstmanagement um. Wenn diese Punkte im Wandel erreicht werden, dann spricht man von einer Enterprise 2.0 und dem Social Business.

Holacracy versteht sich nun als neues Operationssystem für die Organisation von Unternehmen. Sie ist ein soziales Systemupgrade, das die Organisationsform von Stakeholdern im Unternehmen neu gestaltet. Wenn wir hier von einer Software sprechen, dann meinen wir aber eher die Veränderung der Organisation und des Systems des Miteinanders. Somit bezieht sich die Holacracy erst einmal auf das System des Unternehmens/Organisation und ist auf die gleiche Ebene mit Enterprise 2.0 zu stellen. Ich würde hier sogar so weit gehen und sagen, dass die Organisationsform der Holacracy ein Erfolgsbestandteil in der Enterprise 2.0, Social Business und Digitalen Transformation sein kann- einer unter vielen. Und dennoch wohnt der Holacracy eine Einzigartigkeit inne.

Verbindungsebene Holacracy und Enterprise 2.0/Social Business

Die Holacracy verkörpert und kreiert so viele Aspekte von Enterprise 2.0 und Social Business, dass die Verbindung zu den Systemen unumstößlich ist. Die vier genannten Aspekte Transparenz, Offenheit, aktive Kommunikation undSelbstmanagement eben auch Ziel der Transformation zu Enterprise 2.0 und Social Business. Die Holacracy schafft an der Basis ein System, das diese Aspekte ermöglicht und verstärkt. Wenn man den Wandel nach den beiden System Social Business und Enterprise 2.0 schaffen möchte, dann muss man eben das Change Management und die Begleitung des Wandels nach den Aspekten ausrichten und diese vermitteln.

Die Holacracy schafft es, dass die Organisation nur unter diesen Aspekten funktioniert. Somit wird der Verhalten- und Handlungswandel nicht begleitet, sondern ist systemimmanent. Wenn sich also die Holacracy in die Transformationen einbetten, dann schaffen wir einen unausweichlichen Faktor, dass die vier Aspekte von Transparenz, Offenheit, aktive Kommunikationund Selbstmanagement umgesetzt werden müssen.

Somit fügt sich die Holacracy als fundamentaler Systembestandteil, als Operationssystem für Social Business und Enterprise 2.0 in die Verbindung ein.

Was macht die Holacracy mit den vier Aspekten?

Die vier Aspekte sind die Ansprüche an die Partner der Holacracy (in alten Systemen die Mitarbeiter). Jede Rolle muss sich diesen vier Aspekten stellen. Orientierung, Aufgabenlösung, Machtverteilung und Zusammenarbeit ausgerichtet an Spannungen und Herausforderungen funktioniert nur, wenn die Partner für jede Rolle die sie annehmen auch die vier Aspekte Transparenz, Offenheit, aktive Kommunikation und Selbstmanagement akzeptieren und vor allem aktiv anwenden. Funktionieren können diese vier Aspekte aber nur wenn entsprechend auch die Werkzeuge, Verhaltensweisen und Methoden zur Verfügung stehen. Somit schafft die Holacracy sich auch eine Abhängigkeit zu den Systemen Enterprise 2.0 und Social Business.

Weiterentwicklungen

Wenn ich von den Welten Enterprise 2.0 und Social Business spreche, dann auch immer unter der Betrachtung, dass ein ständige Entwicklung und andauernder Wandel stattfindet. Solche Systeme wie Holacracy sind fortgeschrittene Weiterentwicklungen für dieses Systeme. Und von diesen Weiterentwicklungen gibt es viele interessante Ansätze.

Wenn man ein Bild für ein Wandel- und Transformationsmodell entwerfen möchte, dann sollten hierunter auch folgenden Methoden und Weiterentwicklungen zu sehen sein:

  • Wirearchy — Prinzipen von Miteinander, Macht und Vernetzung
  • Working out Loud — Prinzipien der Vernetzung, Teilen, Offenheit und Zusammenarbeit auf persönlichen Ebene
  • Reinventing Organizations— Sammlung unterschiedlicher Neuorganisationsansätze
  • Community Management — Arbeits- und Zusammenarbeitsorganisation innerhalb transformierender Unternehmen und Organisationen

Selbstverständlich ist dies nur ein kleiner Überblick für die Weiterentwicklungen. Für mich steht fest, dass die Themen Enterprise 2.0 und Social Business direkt verbunden sind mit den neuen Entwicklungen und eben auch mit Themen wie der Holacracy. Für mich bedeutet dies auch, dass hier ein großes Potential für die Weiterentwicklung für Unternehmen und Organisationen besteht.

Und persönlich ist die Verbindung der neuen und weiterentwickelten Ansätze, der Ansporn, die neuen Prinzipien und Methoden zu integrieren und die alten anzupassen. Es ist die Weiterentwicklung meiner Passion.


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