Frühling schwebte am nächsten Tag durch die Tür. Sie hatte Sandalen an den Füßen, die mir nicht adäquat zum Wetter draußen erschienen.
 Sie lächelte und sagte: »Was machen wir heute?«
 Ich sagte: »Es wäre mir recht, wenn es mir nicht wehtut und ich keine bleibenden Schäden davon behalte.«
 Sie sagte: »Du bist so eine alte Miesmuschel. Total langweilig.« Mit einer Hand winkend sagte sie: »Komm bitte näher, ich möchte riechen, ob Dein Atem nach Mottenkugeln riechen.«
 Ich schüttelte den Kopf und sagte: »Du könntest mir erzählen, ob Du das Verbrechen geklärt hast, von dem mir Herbst und Winter erzählt haben.«
 Frühling lachte, kam näher und schlang ihre Arme um meinen Hals. Dann küsste sie mich auf die Wange.
 Ich hätte sie am liebsten abgeschüttelt, jedoch wollte ich auch nicht unhöflich sein. Irgendwie verunsicherte mich die gesamte Person.
 Sie sagte: »Ich hatte nie Lust darauf Detektiv zu spielen. War mir immer zu langweilig.« Dann ließ sie erneut ihr Lachen erklingen.
 Von ihrer Reaktion Irritiert, sagte ich: »Du hast Dich noch nicht einmal um den Fall gekümmert? Es hat Dich gar nicht interessiert?«
 Frühling lachte ausgiebig. Als sie wieder Luft bekam, sagte sie: »Was kratzt es mich, ob irgend einer von euch tot umfällt? Warum sollte ich meine Mühen darauf setzen und herauszufinden, wer für das Ableben eines anderen verantwortlich ist? Das sind doch kurzweilige Ablenkungen und machen überhaupt keinen Spaß.«
 Ich sagte: »Ein gutes Rätsel kann unheimlich spannend sein. Schließlich gibt es unzählige Bücher, Filme, Hörspiele und Theaterstücke, die darüber geschrieben und aufgeführt wurden.«
 Frühling lachte erneut und sagte dann: »Das sind keine guten Gründe. Du musst mich schon überzeugen.«

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