Winter sah mich an und sagte: »Hast Du nicht irgendeine nette Geschichte, mit der Du mich ablenken kannst?«
 Kurz überlegte ich. Es gab kaum Geschichten, in denen ich mich nicht irgendwie zum Affen machte.
 Ich sagte: »Amüsant war der Geburtsvorbereitungskurs zum zweiten Baby.
 Schlussendlich hatten wir es nicht hinbekommen, vor dem ersten Kind so etwas zu besuchen. Eigentlich macht man sich in solchen Kursen sowieso nur panisch.
 Auf die Frage an die Hebamme während das erste Kind zur Welt kam, welche Elter sie als Kundschaft am wenigsten bevorzugt, kam sofort die Antwort: ›Die Gebildeten — die haben sich zur Vorbereitung schon so sehr durch Bücher und Kursen geschult, dass die Frau dann völlig überrascht von den Schmerzen, ihrem Mann schreckliche Dinge an den Kopf wirft, die kein Mensch je hören möchte.‹
 Letztendlich hatten wir uns trotzdem zum Kurs angemeldet, allein aus einer Laune heraus, dass das lustig werden könnte und wir einen Grund hatten, unser erstes Kind an dem Tag an Verwandte abzuschieben.
 Schon als wir den Raum betraten, galten wir als Streber. Ehrfürchtig lauschte man unseren Erklärungen, als wären wir die einzigen Erleuchteten in einem Raum voller ausgebrannter Glühmittel. Es gibt nicht viele Dinge, bei denen man, wenn man sie nur einmal erledigt, gleich als Meister gilt.

Das Publikum war ebenso grandios.

Da war zunächst ein junges Mädchen, die nicht genau wusste, ob der baldige Vater überhaupt das Kind sehen wollte.

Dann ein gleichgeschlechtliches Pärchen, von denen diejenige ohne Kinderzuschlag neidisch auf diejenige mit zu seien schien. Außerdem war der Zuwachs anscheinend nicht vorher abgesprochen worden, was zu zusätzlichen, allerdings sehr unterhaltsamen Dialogen führte.

Originally published on Wordpress

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.