Liebe lächelte ihn an. Ihre Mine war wunderschön und Sommers Anspannung wich von ihm.
 Sie sagte: »Ich bin vielleicht nicht ganz unschuldig. Du solltest Deiner Tante trotzdem sage, was Du auf dem Herzen hast, sonst wird sie noch sauer.«
 Sommer drehte sich zu der Frau auf dem Thron und sagte: »Tante Liebe hat mich eine Frau kennenlernen lassen.«
 Die Augenbrauen in Tods Gesicht huschten nach oben und sie kräuselte die Lippen. Dann sagte sie: »Du bist doch nicht wegen Liebeskummer hier? Wir haben Dir schon mehrfach gesagt, dass ihr das selbst regeln sollt.«
 Sommer sagte: »Ich habe keinen Liebeskummer, sondern einen Widersacher, der mir das Herz der Dame stielt.«
 Tod sagte: »Und Du willst, dass er stirbt? Das müsste sich einrichten lassen.«
 Sommer sah sie erwartungsvoll an, so als hätte sie ihn auf eine Idee gebracht, auf die er selbst nie gekommen wäre.
 Dann schüttelte er sich und sagte: »Das wäre gar keine so schlechte Idee. Deshalb bin ich aber nicht da.
 Auf dem Weg zum Herzen der Frau ist ein Begleiter von mir gestorben.«
 Diesmal zog Tod den linken Mundwinkel kurz hoch und zeigte makellose, allerdings auch besonder scharf wirkende Eckzähne.
 Sie sagte: »Du hattest einen Begleiter?«
 Sommer sagte: »Nicht nur ich, er war auch mit Frühling, Winter und Herbst befreundet. Alle drei sind nicht besonders erfreut, dass er zerquetscht wurde, wie eine reife Orange auf einer Autobahn.«
 Die Augen von Tod durchbohrten Sommer und sie sagte: »Du willst von mir, dass er wieder lebt?«
 Sommer nickte und sagte: »Wir hatten doch eine Abmachung, dass unsere Begleiter von Dir verschont werden.«
 Tod sagte: »Aber nur, wenn man sie mir anmeldet. Ich wusste nichts davon, dass sich jemand zu euch gesellt hat.«
 Sommer sagte: »War aber so.«

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