Der märchenhafte Zauber der körperlichen Einschränkung

Dieser Artikel erschien zuerst am 16.06.2016 bei Prinzessinnenreporter

Die SZ hat in dieser Woche den journalistischen Vogel abgeschossen. Statt einer Würdigung des Lebenswerkes des kleinwüchsigen Alf-Darstellers Michu Meszaros, der die Tage verstarb, fabulierte sie von Kleinwüchsigen als Zwergen, die uns träumen lassen und in Märchenwelten entführen. Das ist ungefähr so, als würde man jeden mit Haltungsschaden damit konfrontieren, dass der „Glöckner von Notre Dame“ ja keine schlechte Geschichte ist. Und ein bisschen ekelig ist es auch.

Man muss keine Körperbehinderten (bzw. in diesem Fall einfach kleinere Menschen als der Durchschnitt) kennen, um zu verstehen, dass sie stinknormale Menschen wie der eigene Nachbar, oder der beste Kumpel, sind. Aber Inklusion in Deutschland ist ohnehin so ein Thema. Da berichten Rollstuhlfahrer, ungefragt in Bahnen gehoben zu werden, weil nett gemeint, aber scheiße gemacht, und Blinde erhalten auf der Straße „wertvolle“ Tipps zu ihrer Umwelt, schlicht ignorierend, dass Menschen mit Seheinschränkungen heute dank Digitalisierung voll selbstständig im Lebensalltag stehen — könnten, denn Arbeitgeber sind eher auf die „Behindertenprämie“ aus.

[Über Menschen mit psychischen Einschränkungen reden wir lieber gar nicht erst, der Artikel würde sonst drei bis fünf Seiten lang und müsste zwangsläufig Station machen bei Frau Von Rönne, die dereinst behauptete, Depressionen seien ja auch eher Lifestyle als Krankheit.]

Liebe SZ: Das war ein größerer Haufen Hundescheiße, bei 40 Grad in der Sonne brutzelnd.


Unter #keinZwerg äußern sich Kleinwüchsige nun in den sozialen Medien zu dem Artikel. Hier berichtet Ze.tt über die Details.