Die Umwelt: Zwischen Romantik und Radikalismus

Image for post
Image for post

Wenn man sich in einige der Diskussionen zum Thema Umwelt hineinwirft, kann es sehr schnell emotional werden. Die Gemüter werden erregt und man lässt den Ballast des Tages in einer unbedeutenden Diskussion aus. Ich nehme mich da übrigens nicht raus.

Sich einmal die Fakten anzusehen, sich zu überlegen wie es wirklich um unsere Umwelt steht ist dennoch elementar, bevor über Lösungen nachgedacht werden kann. Es reicht nicht einfach zu glauben, dass es den Klimawandel in der heute angepriesenen Form gibt. Es reicht aber ebenfalls nicht, einfach zu behaupten, dass der Klimawandel ein Hirngespinst der Linken ist. Es gilt stets zu hinterfragen und seine Meinung vernünftig zu bilden. Wenn man das nicht tut, ist meiner Ansicht nach die Meinung nicht gerechtfertigt. Ich würde also gerne ein paar Fakten und Argumente auf den Tisch legen.

1. Argument

“Dadurch, dass die Menschheit immer wohlhabender wird werden bald viel zu viele Menschen auf dem Planeten sein und das wird zu einer absoluten Umweltkatastrophe führen.”

Das ist ein Gesichtspunkt den ich immer wieder höre. Aber wenn man das einmal zerlegt ist es völlig unschlüssig. Was passiert wirklich mit der Bevölkerungsanzahl wenn der Reichtum steigt?

Wachsender Reichtum führt zu zunehmender Bildung und diese führt zu einem sogenannten “demographischen Übergang” (Quelle: Demographische Übergänge: Ortiz-Ospina & Roser 2016). Dabei sinken die Sterberaten, Ernährung und Gesundheit bessert sich und das führt wiederum zu einem leichten Anstieg der Bevölkerungsanzahl. Warum? Es sterben weniger Menschen und nicht — wie öfters behauptet wird — weil mehr Kinder zur Welt kommen.

Dieser Anstieg ist aber nur temporär. Denn anschließend erreichen die Fertilitätsraten einen Höhepunkt und die Bevölkerungszahlen sinken wieder ab: Eltern bekommen nicht mehr so viele Kinder, was teilweise auch damit zusammen hängt, dass Frauen länger darauf warten Kinder zu bekommen. Das kann man beispielsweise sehr schön in Europa und Japan sehen.

2. Argument

“Wir beuten unseren Planeten aus und bald werden wir keine Ressourcen übrig haben, um alle Menschen zu versorgen.”

Auf den ersten Blick scheint dies ein Punkt zu sein der einfach logisch ist: Wenn wir Ressourcen verbrauchen, werden diese weniger und irgendwann gehen sie aus. Schauen wir kurz zurück in die Geschichte:

1980er: Prophezeiungen von Hungersnöten, an denen wahrscheinlich Milliarden Menschen sterben werden… Nie eingetreten.

1972: Erwartungen, dass Vorräte an Kupfer, Aluminium, Chrom, Gold, Nickel, Zinn, Wolfram oder Zink ausgehen und extrem teuer werden würden… Nie eingetreten und sogar seit den 1960er-Jahren immer billiger geworden.

Du siehst: Zumindest zwei der apokalyptischen Ressourcenknappheit-Vorhersagen sind nicht eingetreten. Und das sind bei weitem nicht die Einzigen. Das Buch “Limits of Growth” ist voll davon aber ich glaube es hat wenig Sinn, hunderte falsche Vorhersagen aufzuzählen. Warum ist das so? Es liegt einfach meist folgender Denkfehler vor:

Wenn der Vorrat der am leichtesten zugängigen Ressourcen weniger wird, steigt ihr Preis, was Sparsamkeit hervorruft, was wiederum Menschen dazu bringt an schwieriger zugängliche Quellen zu kommen oder das Material zu ersetzen. Tatsächlich sind wir also nicht von den Ressourcen abhängig um unsere Welt aufrecht zu erhalten, sondern von unseren Ideen, Konzepten, Rezepten und Innovationen um gewisse Herausforderungen zu meistern. Sollte also eine Methode nicht mehr funktionieren, finden wir eben eine andere. Das ist nicht einfach nur Gerede, sondern das wahrscheinlichste Verhalten der menschlichen Spezies. Wenn man einmal logisch überlegt: Warum sollten die Naturgesetze nur eine Möglichkeit bieten eine Aufgabe zu meistern?

Zudem haben die Menschen zu Grunde gehende Quellen immer vorher ersetzt, weil es bis jetzt so war, dass wir eine bessere Ressource gefunden haben. “Die Steinzeit endete nicht, weil uns die Steine ausgingen.” ist ein schönes Zitat (mir ist leider nicht bekannt wer das gesagt hat). Holz wurde durch Kohle ersetzt, obwohl Unmengen an Holz verfügbar waren. Ebenso mit Kohle gegen Öl. Und ebenso heute mit Öl gegen Erdgas und hoffentlich Kernkraft (eventuell ein Thema für einen anderen Artikel)… Bei der Nahrung das gleiche Spiel.

3. Argument

“Die Verschmutzung von Luft, Wasser, Wald, Meere, Landwirtschaft und natürlichen Habitaten steigt immer weiter an, je wohlhabender ein Land wird. Es fahren dann mehr Autos, mehr Nahrung wird verbraucht, usw.. Wir sollten also den Kapitalismus eliminieren.”

Immer wenn ich so etwas zu hören bekomme, fällt es mir schwer meine Aggressionen gegen so eine Unschlüssigkeit zurückzuhalten. Warum?

Es gibt einen wunderschönen Environmental Performance Index. Das ist einfach eine Zusammenstellung von Indikatoren für die Qualität von Luft, Wasser, Wald, Meere, Landwirtschaft und natürlichen Habitaten. In diesem ist eindeutig zu sehen, dass von den beteiligten 180 Ländern über 10 Jahre gesehen nur zwei Länder keine Verbesserungen in oben genannten Bereichen hatten.

Im Gegenteil. Je wohlhabender die Länder wurden, desto sauberer wurde dessen Umwelt. Der Anteil der Weltbevölkerung, die verdobenes Wasser trinkt ist um 5/8 gesunken. Der Anteil der Weltbevölkerung der Rauch von Kochstellen einatmet, ist um 1/3 gesunken (Verseuchtes Wasser und Rauch von Kochstellen: Vereinte Nationen 2011). Es gibt unzählige Verbesserungen, aber zusammenfassend bringt es folgendes Zitat auf den Punkt:

Natürlich gibt es dennoch große Herausforderungen im Bereich Umwelt. Das leugne ich nicht. Der eigentliche Sinn von dem Artikel war aber folgendes klarzustellen:

Man sollte nicht einfach irgendwelchen “Meinungen” von Umweltromantikern glauben schenken und schon garnicht Umweltradikalisten, die die Menschheit als Virus sehen und meinen, dass der Kapitalismus der Ursprung allen Übels ist. Denn meist ist es einfach falsch.

Es wäre also durchaus sinnvoll, eine auf Fakten basierte Meinung zu haben und jeglichen Lärm der Greenpeace-Kampagnen auszublenden. Meist ist es so, dass das was die Mehrheit glaubt, falsch ist…

Wenn man weiter gehen und über Lösungen nachdenken will, sollte man genauso mit kühler Vernunft herangehen. Vielleicht schreibe ich auch einmal einen Artikel darüber wie man den Klimawandel wirklich aufhält. Alle Solar- und Wind-Freunde sollte sich schonmal warm anziehen ;)

Stimmst du irgendwo nicht zu? Würde mich wirklich sehr interessieren. Schreib mir einfach heir:

Twitter: seferdis

Instagram: sebastian.stockmar

LinkedIn: sebastian-stockmar-045a43191

E-Mail: sebastian.stockmar@gmail.com

Bis dahin,

Sebastian

Written by

Teile täglich was ich lerne. | Instagram: sebastian.stockmar

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store