
Social Media in den PR-Alltag einbauen
Was können digitalaffine und motivierte Kommunikatoren tun, um sich mehr mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und Aspekte wie Social Media in den PR-Alltag einzubauen? Wie können Sie die vergleichsweise neuen Kanäle trotz voller Terminkalender und knapper Zeitbudgets sinnvoll nutzen? Heute versuche ich (m)eine Antwort.
Die Grundlagen: Social Media mit knappem Zeitbudget
Einen oder mehrere Social-Media-Kanäle zu bespielen, kann sehr zeitintensiv sein. Dabei kann die Betreuung der eigenen Kanäle nicht zu einem Zeitfresser mutieren — schließlich gibt es als Kommunikator auch den allgemeinen PR-Alltag zu bestreiten. Man kommt aber leider nicht darum herum, Zeit zu investieren: Wer ein Social Media Profil hat, sollte die Besonderheiten des jeweiligen sozialen Netzwerks kennen, Nur so kann man langfristig Kommunikationserfolge erzielen. Das heißt: Zu Beginn ist informieren und lernen angesagt.
Eine Social Media Strategie ist ein Muss — auch wenn man als Einzelpersond und/oder in eigener Sache in den sozialen Netzwerken unterwegs ist. Es muss geklärt werden, welcher Kanal zu einem passt und auf welchem Kanal sich die eigene Zielgruppe bewegt. Außerdem sollte man überlegen, welche Inhalte man veröffentlicht und wie oft dies passiert (auch die Posting-Frequenz ist abhängig vom Social Media Kanal). Zu Beginn reicht es, wenn man sich dazu ein paar Gedanken macht. Wer gleich professionell durchstarten will, sollte die Antworten schriftlich festhalten.
Recherche und Themenfindung für die Social Media
Um interessante Inhalte zu finden und diese passend auf- sowie vorzubereiten, braucht es Zeit. Da wir Menschen Gewohnheitstiere sind, bietet es sich also an, einen täglichen oder wöchentlichen Zeitraum festzulegen, in dem man sich ausschließlich um seine Social-Media-Planung kümmert. Mit ein wenig Erfahrung und Übung — sowie dem einen oder anderen automatisierten Workflow — verkürzt sich dieser Zeitraum und die Social-Media-Arbeit geht schnell von der Hand.
Weitere Faktoren, die die Arbeit mit Social Media erleichtern können, sind Vorlagen und fremde Inhalte. Es kann passieren, dass Artikel oder Blog-Beiträge unpassendes oder gar kein Bildmaterial zum Teilen auf Social Media bereitstellen. In solchen Fällen ist es praktisch, wenn man auf eine Vorlage zugreifen kann, die die passende Größe hat und mit der sich schnell ein passendes Bild erstellen lässt. Ich nutze hierfür gerne auf Canva, denn das Tool hat bereits zahlreiche Vorlagen für unterschiedliche soziale Netzwerke parat.
Kommunikatoren aus Kommunikationsabteilungen in Unternehmen werden kaum die Zeit haben, eigene schriftliche Inhalte zu erstellen. Dank der Content-Flut gibt es aber eine ganze Reihe von interessanten Informationen, die nur darauf warten, gefunden zu werden. Inhalte anderer Social-Media-Nutzer zu teilen, also Content Curation zu betreiben, zeugt auch davon, dass man sich mit seiner Branche oder seinem Beruf oder sogar seinem Hobby auskennt. Um schneller an relevante Informationen zu kommen, kann man eine Liste erstellen, die alle passenden Quellen (Websites, Blogs usw.) beinhaltet.
Mobiles Arbeiten schafft Effizienz
Mobiles Arbeiten kann auf vielen Ebenen umgesetzt werden: Kommunikation via Messenger, Kommentarmoderation, Vorplanung von Postings, Auswertung von Benachrichtigungen, Beantwortung von E-Mails, aber auch die Aufnahme von Bildern, Videos oder Podcasts. So kann man das tägliche Pendeln zum Arbeitsplatz beispielsweise dafür nutzen, um mithilfe des Smartphones seine Social Media Aktivitäten zu planen und zu organisieren — Autofahrer sind selbstverständlich aus Sicherheitsgründe hiervon ausgenommen.
Welche Apps man hierfür verwendet muss jeder für sich entscheiden — nicht die beste App ist entscheidend, sondern die für einen am besten passt. Passende Applikationen für die Recherche von Informationen und relevanten Inhalten könnten beispielweise Refind, Feedly aber auch für die Branche passenden Nachrichten-Apps sein. Die Inhalte können dann direkt in den Apps der jeweiligen Social Media Kanäle geteilt oder mithilfe einer App eines Social Media Dasboards wie Buffer oder Hootsuite vorausgeplant werden.
Automatisierung ist sinnvoll … in Maßen
Automatisierung kann sinnvoll sein, wenn sie mit Maß und Ziel eingesetzt wird. Sie kann aber fehlendes Personal — und/oder fehlende Zeit — langfristig nicht ersetzen. Sinnvolle Automatisierung erlaubt zeitliche Flexibilität und unterstützt eine kontinuierliche Kommunikation. Kommunikationsteams sind in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen unterbesetzt. Automatisierung kann diese kleinen Teams entlasten, die Arbeit zeitlich entzerren und sie flexibler machen. Darüber hinaus kann Automatisierung dabei helfen, Inhalte sinnvoll zu publizieren und so für kontinuierliche Aktivitäten zu sorgen.
Ein hiefür passender Workflow könnte folgendermaßen aussehen: Zunächst sucht man über Quellen wie Feedly, Refind oder in Social Media Kanälen nach aktuellen und relevanten Inhalten, diese können dann mit Tools wie Instapaper oder pocket an einem Ort digital gesammelt werden, im letzten Schritt plant man mit Social Media Dashboards wie Hootsuite, buffer oder etwas scompler Inhalte für einen bestimmten Zeitraum.
Podcasts als Informationskanal und Medium
Podcasts sind Audioformate „on demand“ — Formate die man auf Abruf anhören kann. Man kann diese Audios herunterladen und hören, wann man will. Ein Podcast umfasst aber nicht nur ein einzelnes Video, sondern eine ganze Reihe von Audiodateien. Texte spielen heutzutage eine immer weiter untergeordnete Rolle. Audio- und Videoformate werden beim Konsumieren immer mehr bevorzugt. Stimmen wirken persönlich und erleichtern uns damit, eine Beziehung zu Inhalten und Geschichten aufzubauen. Mobile Audioformate und Podcast blühen derzeit gerade richtig auf Vorteil: Sie können auch offline konsumiert werden.
Kommunikatoren könnten Podcasts einerseits zur Recherche und Sammlung von interessanten und relevanten Inhalten verwenden. Andererseits könnten sie auch Apps wie Anchor verwenden, um sich mit anderen Leuten zu vernetzen und eigenständig kurze Audio-Aufnahmen zu einem bestimmten Thema abzusetzen. Das umständliche lesen und planen von Artikeln und Blog-Beiträgen fällt damit weg. Innerhalb von kurzer Zeit kann neues gelernt oder der eigene Inhalt schnell verbreitet werden.
Und Ihre Erfahrungen?
Das sind natürlich nur einige Optionen, Social Media in einen hektischen und durchgeplanten Arbeitsalltag im PR-Bereich zu integrieren. Wer bisher noch nicht gestartet ist, muss sich jedoch keine Sorgen machen. Auch kleine Schritte helfen bereits dabei, Social Media nach und nach zu verstehen.
