Open Science: Damit das Wissen frei wird

Stifterverband
Foto: iStock/nikada

Open Access, Open Data oder Open Source: Es kursieren einige Kernbegriffe um das Thema „Freies Wissen“. Mit ihrem Fellow-Programm wollen Wikimedia, Stifterverband und die VolkswagenStiftung dem Thema „Open Science“ in Deutschland einen kräftigen Schub verleihen.

Open Science bedeutet, den wissenschaftlichen Prozess von der Datenerhebung bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse offen zugänglich, nachvollziehbar und nutzbar zu machen. Wissenschaftler können so von dem transparenten methodischen Vorgehen anderer Forscher lernen. Sie haben die Möglichkeit, ihre Analysen mit den Forschungsdaten anderer anzureichern. Oder sie nutzen freie Lehr- und Lernmaterialien, die sich für die eigene Lehre zielgruppengerecht anpassen lassen.

Das Ziel von Open Science ist, Forschungsergebnisse zu verbessern und Forschungsförderung effizienter einzusetzen. Open Science ist somit ein wichtiger Bestandteil der Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Zusätzlich soll durch Öffnung und Transparenz der Wissenstransfer in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik verbessert werden.

Die Idee einer offenen Wissenschaft und Forschung im Sinne von Open Science zu stärken, ist zentrales Anliegen des Programms: Transparenz, Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit wissenschaftlichen Arbeitens sind dafür elementare Voraussetzungen.

Traditionell wird der Erfolg von Wissenschaftlern und Forschungsprojekten nur anhand von Publikationen gemessen. Um Open Science voranzutreiben sind allerdings neue Methoden notwendig, wissenschaftliche Leistung zu messen, um auch Daten, Methoden, Reviewtätigkeit oder Kommentare mit einzubeziehen.

Das Fellow-Programm

Video zum Programm “Freies Wissen”

Was soll nun das Fellow-Programm „Freies Wissen“ bewirken? Besonders soll der Austausch und die Vernetzung von Aktiven im Bereich Open Science gefördert werden, um damit die schrittweise Öffnung von Wissenschaft und Forschung weiter voranzutreiben. Dazu bietet das Programm die Möglichkeit, sich mit Experten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zu vernetzen, die Einblicke in ihre freie Forschungspraxis bieten. Im ersten Programmjahr 2016/2017 wurden insgesamt zehn Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen gefördert, im Programmjahr 2017/2018 werden insgesamt bis zu 20 Stipendien vergeben, die jeweils mit 5.000 Euro dotiert sind.

Vernetzung mit der Open-Science-Community

Die Auftaktveranstaltung zum Start der zweiten Förderrunde findet vom 6. bis zum 8. Oktober 2017 in Berlin statt. Hier haben Fellows und Mentoren die Möglichkeit, sich kennenzulernen und das Vorgehen für die gemeinsame Arbeit zu planen. Die Veranstaltung bietet darüber hinaus Raum für Austausch, Diskussion und Vernetzung zu Erfahrungen und Fragestellungen rund um die Themen Freies Wissen und Open Science. Im Februar 2018 findet ein Qualifizierungsworkshop in Hannover statt. Der Workshop dient der Vermittlung umfassender Kenntnisse in verschiedenen Aspekten Offener Wissenschaft, sowie dem Austausch über Projektstände und Lösungsansätze für Herausforderungen, die bei der Integration von Open Science Prinzipien in die eigene wissenschaftliche Arbeit auftreten.

Bewerben können sich Doktoranden, Post-Docs und Juniorprofessoren aller Disziplinen an staatlichen Hochschulen oder Forschungseinrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch bis zum 4. August 2017 auf der Website der Wikimedia.

Fellow Ruben C. Arslan

Zu den Fellows der ersten Ausschreibungsrunde zählte Ruben C. Arslan. Er promoviert in der Biologischen Persönlichkeitspsychologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Er hofft, dass offene, transparente Wissenschaft die psychologische Forschung solider und replizierbarer machen wird. Um das voranzutreiben veröffentlicht er wissenschaftliche Open-Source-Software und beteiligt sich an internationalen und lokalen Initiativen zur Förderung von Open Science.

Im Gespräch mit dem Stifterverband äußerte er sich auf Anchor über die Frage, wie sich die Qualität von Forschung im Sinne von Open Science verbessern ließe:

Podcasts zum Thema

Einen hervorragenden Einblick in die Thematik, wie man wissenschaftliche Leistung möglichst objektiv bewerten kann, welche alternativen Metriken für die Wissenschaftsevaluation denkbar wären, bietet der Resonator- Podcast der Helmholtz-Gemeinschaft vom Juli 2017. Holger Klein spricht dort mit Isabella Peters, Professorin für Webscience an der Uni Kiel. Peters, so schließt sich der Kreis, gehört wiederum zu den Mentorinnen des Fellowship-Programms.

Ebenfalls mit dem Thema Freies Wissen beschäftigt sich der Podcast “Forschergeist” in seiner Folge mit Pavel Richter, Geschäftsführer bei Open Knowledge International.

Michael Sonnabend

Stifterverband

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Der Stifterverband fördert Initiativen und Projekte in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Innovation. Impressum: http://www.stifterverband.org/impressum

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