Rückenwind für Strohdämmung!

Image for post
Image for post

In den letzten Wochen ist in den Medien, vor allem in Deutschland, viel über das Entsorgungsproblem von Styropor (Polystyrol) berichtet worden. Weil mich als Strohblogger natürlich auch alle “anderen” Dämmvarianten interessieren, hat mich das Thema stark beschäftigt. Ich möchte heute versuchen etwas Licht in diese, teileweise sehr undurchsichtige, Sache zu bringen, aber auch ein paar Fragen aufwerfen.

Ich möchte vorwegschicken, dass ich Styropor keinesfalls verteufeln will. Styropor ist seit langer Zeit ein sehr wichtiges Mittel zur Erreichung von Energieeffizienzzielen und wird es wahrscheinlich auch noch eine Weile bleiben. Weder Strohdämmung noch Styropordämmung sind ein Allheilmittel. Für mich zählt in jedem Fall der richtige Umgang mit den Baustoffen.

Was ist passiert?

Die Dämmstoffindustrie hat bereits einen Ersatz für das giftige HBCD gefunden. Welchen Stoff es sich genau handelt, konnte ich noch nicht herausfinden und ob die Unbedenklichkeit des Ersatzstoffes nachgewiesen wurde, das weiß ich leider auch noch nicht. Neu produziertes Stypror enthält jedenfalls heute kein HBCD mehr. Was allerdings bleibt sind die riesigen Mengen an Styropor mit HBCD, die in den letzten Jahrzehnten verbaut wurden und irgendwann auch wieder entsorgt werden müssen.

Ist HBCD wirklich giftig?

Soweit so gut. Ich fasse hier jetzt auf einfache und kurze Weise zusammen was ich dazu in Erfahrung bringen konnte und wie ich es verstanden habe: Das Flammschutzmittel HBCD enthält bromierte Verbindungen die sich in der Umwelt im Laufe der Zeit, in immer höher werdenden Konzentrationen, anreichern. Sind die Stoffe einmal z.B. im menschlichen Körper eingelagert, ist es praktisch unmöglich sie wieder abzubauen. Bei Messungen vom WWF wurden die Verbindungen in Fischen von Gebirgs-Seen, in Walen, Seehunden und auch im Blut von EU Parlamentariern nachgewiesen. Soweit ich es verstanden habe wurde zwar noch keine unmittelbare gesundheitsschädliche Wirkung beim Menschen nachgewiesen, es besteht aber der dringende Verdacht, dass bei noch weiter ansteigenden Konzentrationen, gefährliche Wirkungen zu Tage treten werden. Tierversuche haben, von der Schädigung des Nervensystems über Hyperaktivität bis zur Minderung der Fortpflanzungsfähigkeit, sehr viele negative Wirkungen gezeigt.

Zusammengefasst heißt das für mich: Wir wissen noch nicht genau welche schädlichen Wirkungen diese Verbindungen auf den Menschen haben, wenn wir allerdings die riesigen Mengen an HBCD haltigem Styropor weiter vergraben, oder ungefiltert verbrennen, werden wir es sehr bald, sehr genau wissen!

Was ich bisher nicht verstanden habe ist:

  1. Warum sagt das österreichische Umweltministerium “Alt-Styropor ist kein gefährlicher Abfall”?
  2. Wie kann in Österreich sichergestellt werden, dass alle Styroporabfälle unter den richtigen Bedingungen verbrannt werden?
  3. Was passiert in Deutschland in einem Jahr?

Was mir noch aufgefallen ist!

Bezüglich der wichtigen Aufgabe, kritische und lösungsorientierte Diskussionen in Gang zu bringen, haben in diesem Fall unsere klassischen Medien ganz klar versagt. Diese Informationsarbeit fällt offensichtlich heute immer mehr den Bloggern zu. Nun, dafür gibt es jetzt ja Menschen wie zum Beispiel die Energieblogger :-). Eine Antwort auf die Frage wie zukünftig am besten mit dem Alt-Styropor umgegangen werden soll habe ich leider auch nicht. Es gibt eine Diplomarbeit zu dem Thema, die Ansätze enthält und ich hoffe auch auf Rückmeldungen zu meinem Artikel, denn eine Diskussion über das Grundproblem ist dringend notwendig.

Rückenwind für Strohdämmung!

Ich freue mich schon auf deine Rückmeldung! Vielleicht hast du ja eine Antwort auf die für mich nach wie vor offene Frage, wie man in der Zukunft mit der Styropor-Altlast umgehen soll!

Contact me: contact@strohblogger.com

Hier gehts zurück nach www.strohblogger.com

Links zum Thema:

Greenpeace: Polybromierte Flammschutzmittel

Österreichisches Umweltministerium sagt: HBCD-haltiges Alt-Styropor ist kein gefährlicher Abfall

WWF: Fish too polluted to eat?

Masterarbeit Entsorgung von Dämmstoffabfällen in Österreich von Michael Huber Boku Wien 2013

Welcome to a place where words matter. On Medium, smart voices and original ideas take center stage - with no ads in sight. Watch

Follow all the topics you care about, and we’ll deliver the best stories for you to your homepage and inbox. Explore

Get unlimited access to the best stories on Medium — and support writers while you’re at it. Just $5/month. Upgrade

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store