Foto (Original): Steven Herrschaft. Cooler Typ dieser Steven. Super Fotograf.

Ein ❤ für WordPress.

Fünf Jahre Leidenschaft für das beste CMS der Welt“.

Beim ersten studieninternen #onkomm-Barcamp dieses Jahr hatte ich die Ehre gemeinsam mit meinen Kommilitonen eine Session über WordPress zu gestalten. Und spätestens da ist mir wieder bewusst geworden wie gerne ich dieses Tool doch eigentlich habe und wie lange es mich schon begleitet.

Grund genug, mal meine komplete WordPress-Geschichte von vorne aufzurollen. Wie hat das alles angefangen? Welche Rolle hat WordPress heute? Und wie geht es weiter mit diesem tollen Content-Management-System?


Vorgeschichte ohne WorPress

Fangen wir ganz vorne an: Es dürfte 2007 oder so angefangen haben, dass ich mich mit Webseiten auseinandersetzte. Begonnen hatte ich dabei mit einer Fanpage. die ärzte (Ja, ich war auch mal Fanboy). Mittels eines einfachen Homepage-Baukastens sammelte ich Inhalte und packte sie mit der Zeit in eigene Templates. Die Nutzung von HTML und CSS war zwar eingeschränkt, aber möglich. Installierte Designs wollte ich nicht verwenden. Da war keines punkig genug, um meine damaligen Idole widerzuspiegeln.

Die ersten Erfahrungen mit Grafiksoftware und den HTML/CSS-Grundlagen hatte ich dann mit einer persönlichen Webseite auf besagtem System weitergeführt. Bis 2010 lernte ich immer mehr Möglichkeiten das Framework so anzupassen, dass fast nur noch aus der Domain ersichtlich war, dass ein Baukasten Grundlage der Seite war. Doch dann wurde es mir zu eng. Die Möglichkeiten der freien Gestaltung waren eingeschränkt, Werbebanner prankten über die ganze Seite und an Technologien wie PHP war gar nicht erst zu denken. Eine Alternative musste her, auch wenn dadurch eine starke Baukasten-Community wegfallen würde.

Webentwicklung wurde ein großer Bestandteil in meiner Freizeit, neue Technologien und Websprachen faszinierten mich. Ich wollte mehr davon. Uneingeschränkt.


Wechsel zu WordPress – Die Befreiung

Der einzig richtige Schritt war es, mir ein Hosting-Paket zu besorgen – mit eigener Domain und der Möglichkeit PHP-Scripte zu erstellen und Datenbanken anzulegen. Und als Basis für meine Webprojekte: Ein offenes, flexibel anpasspbares System. WordPress.

WordPress hat mich von Anfang an begeistert. Als Anwender stellte sich die Bedienung als sehr einfach heraus. Webseiten mit Inhalten füllen war ein Kinderspiel. Content-Management war gut, aber Templating und Development interessierten mich mehr.

Ich musste mich zwar in neue Dinge einlesen. JavaScript. PHP. Ein komplett neues System. Das kostete Überwindung und Geduld. Aber als Gymnasiast hatte man damals noch Zeit für solche Dinge. Ich probierte mich aus, spielte mit allmöglichen Funktionalitäten in Front- und Backend von WordPress und erstellte erste eigene Themes (WP Designs). Ja, ich ging in meinem Hobby auf und entwickelte Leidenschaft.

Neben vielen eigenen Spielereien bekam ich die Möglichkeit den Blog eines Freundes zu gestalten und umzusetzen. Er vertraute mir blind – obwohl ich noch lange kein WP-Profi war. Am Ende ist dann doch etwas Schönes daraus geworden. Der Blog lief. Der Kumpel war zufrieden. Ich war stolz. Das Beste daran: Wohlmöglich konnte ich ihn damals für WordPress begeistern. Denn der Typ machte nach dem Abitur parallel mit mir die Ausbildung zum Mediengestalter. In der selben Agentur. Mit viel WordPress. Und ist nun ein verdammt guter Webentwickler (mit eigenen CMS-Ideen). Mission: complete.


Ausbildungszeit mit WordPress

Weil ich gerade bei der Ausbildung war: Meine Lehrzeit war ein reines WordPress-Märchen ❤. Unternehmensseiten, Microsites, Webportale, Blogs und sogar Intranets wurden von meinem Ausbildungsbetrieb mit dem beliebten Content-Management-System entwickelt und verwaltet.

Anfänglich war ich vor allem für die Content-Pflege mit dem CMS zuständig. Später dann durfte ich aktiv am Theme-Development teilnehmen und eigene Plugins zur Erweiterung von WP-Grundfunktionen entwickeln.

Es war eine Zeit, in der ich sehr viel Neues über WordPress erfahren habe. Die Vielfältigkeit des Systems und die Möglichkeiten, die sich damit boten beeindruckten mich immer mehr. WordPress war die offene Plattform, die ich mir gewünscht hatte, in der ich mich austoben konnte.

Highlight meiner Ausbildungszeit: Das WPCamp Berlin 2013. Ein Barcamp rund um WordPress. Hunderte Teilnehmer, die gemeinsam in verschiedenen Sitzungen über WordPress-verwandte Themen diskutierten.

„Das WP Camp Berlin ist eine Mischung aus Barcamp und Konferenz für Anwender/innen, Blogger/innen, Entwickler/innen, Designer/innen und Unternehmen, die mit WordPress arbeiten.“ – wpcamp.de

Eine spannende Veranstaltung, die mich noch ein Stückchen näher an das CMS brachte.

Mein Hobby wurde mein Beruf. Mein Beruf wurde Leidenschaft. Und WordPress hatte definitiv Mitschuld.


WordPress im Studium – #onkommWP

Umso mehr musste ich schmunzeln, als ich feststellte, dass die Webseite meines h_da-Studienganges mit WordPress aufgesetzt war. Passt!

Im WebLiteracyLab war es nun an der Aufgabe eine Session über ein nützliches Online-Tool für das erste #onkom-Barcamp vorzubereiten. Sei es Facebook, Twitter, YouTube, Instagram oder gar Mahara (eine mir bis dato unbekannte Portfolio-Plattform). Und für mich stand fest: Ich will WordPress!

Auf Begeisterung stieß ich damit nicht bei meinen Teamkollegen. Manchen war das CMS nicht mal ein Begriff. Als Onlinekommunikations-Student! Schade. Für die anderen war YouTube ein viel attraktiverer Einstieg in das Barcamp-Thema.

Da ich aber glücklicherweise schon Erfahrung mit Barcamps hatte und ich durch meine Kenntnisse in WordPress ein paar Punkte sammeln konnte, überzeugte ich die Gruppe doch noch, das Content-Management-System auf unsere Prioritäten-Liste zu notieren.

Plötzlich war WordPress unser ausgewähltes Thema. Yes! Meine Aufgabe war es nun, die Leidenschaft für das Tool meinen Teamkollegen zu übertragen. Wir hatten einen enormen Vorteil: Unser Session-Thema war relativ unbekannt. Twitter, Youtube und co. waren den meisten schon lange ein Begriff, mit WordPress als Content-Tool hatten wir aber ein nützliches Tool für alle Blogger und Content-Creator.

Meine Euphorie und Leidenschaft durfte ich dann als Präsentator in der Barcamp-Session zeigen. Mit dem Leitmotiv „Ein ❤ für WordPress“ versuchte ich meine Kommilitonen von der Benutzerfreundlichkeit der Blogger/Tumblr/Typo3-Alternative zu überzeugen und ihnen interaktiv die Anwendung zu erklären. Die Session lief gut und meine Mitstudierenden waren positiv überrascht von der Vielfältigkeit von WordPress. Zumindest ging das aus dem zahlreichen Feedback hervor. Mensch, habe ich mich gefreut!


Zeit für Neues

Nach 5 Jahren WordPress bin ich allerdings momentan auf dem Weg mir Alternativen zu suchen. So habe ich angefangen mein Portfolio mit einem eigenen Jade-Framework aufzubauen. File-basiert. Ohne CMS.

Mit Kirby hat mir eine coole Digitalagentur aus der Rhein-Main-Region nun ein weiteres Content-Management-System empfohlen, welches komplett auf Datenbanken verzichtet und mit Minimalismus auf hohe Flexibilität setzt.

Auch mein alter Ausbildungsbetrieb ist anscheinend im Umbruch und entwickelt ein eigenes CMS um die Nachteile von Open-Source auszumerzen und die völlige Kontrolle über alle Kundenseiten zu gewähren.

Sah ich das vor einem Jahr noch als bedenklich, bin ich heute offen für Veränderung. Warum? WordPress versucht alle Felder abzudecken. Microsite, Webportal, Shop. Alles möglich. Allerdings fordert es immer mehr Aufwand, den modernen Technologien wie Responsive Web, OnePager und co. nachzukommen. Oftmals ist das installieren von dutzenden Plugins unabdingbar, was die Stabilität und Geschwindigkeit des Systems negativ beeinflusst. Schade. Ich bin gespannt, welchen Weg WordPress da in Zukunft gehen wird. Ich bleibe am Ball!

Daher möchte ich auch erstmal keinen Schlussstrich unter das Kapitel WordPress ziehen. Denn mein ❤ wird immer für WordPress schlagen. Viel eher möchte ich meine Kompetenzen mit Alternativen ergänzen. Und darauf freue ich mich jetzt!


Na? Wofür schlägt dein Software-❤? Auch ein WordPress-Leben hinter oder gar vor dir? Teile mit mir deine Erfahrungen und Gedanken!