#LoveTwitter: Ein Liebesbrief an Twitter

Das hellblaue Netzwerk mit dem süßen Vogel Larry feiert heute sein 10-jähriges Bestehen und die ganze Community feiert den Geburtstag. Doch vor allem ist es Twitter selbst, welches sich bei seinen Usern bedankt — ob mit personalisierter Torte oder einer netten Danksagung per Newsletter. Ich will es Dir gleich tun — mit einem Liebesbrief.

„Ohne Dich hätten wir es nicht geschafft!“ — Twitter

Hallo Twitter,

zwar komme ich mit meinen gerade mal 280+ Followern nicht in den Genuss von Dir eine personalisierte Danksagung zu erhalten, trotzdem ist der Newsletter von heute Mittag eine nette Geste von Dir. ❤

Deshalb ist es auch mal Zeit für mich über Dich zu schreiben und mich zu bedanken.

#AllerAnfangIstSchwer

Ich bin laut meinem Profil im August 2009 Dir beigetreten — Also erst 3 Jahre nachdem der erste Tweet die Welt erblickte. Ungefähr zur gleichen Zeit konnte ich mich auch für deinen Stiefbruder Facebook begeistern. Und tatsächlich war Facebook für mich immer der klare Sieger im Kampf der Netzwerke. Alle meine Freunde waren da zu finden und es kamen immer mehr hinzu. Für Dich interessierte sich niemand wirklich. #Schade

Für die einen war es zu kompliziert, andere hingegen hatten einfach keine Idee, was sie schreiben könnten. Und das 140-Zeichen-Limit von Dir war für die meisten meiner Freunde und Bekannten eh zu wenig, um ernsthaft mit Dir hantieren zu können. Aber vor allem kam immer wieder die Frage: „Was zur Hölle sind diese Hashtags“. Ja damals war der Begriff Hashtag noch ziemlich fremd und nicht so in die Jugendsprache integriert, wie es heute der Fall ist.

#Tuchfühlung

Und ja, auch für mich war das Prinzip Microblogging und Hashtags neu und Kommunikation mit 140 Zeichen ein wahres Hindernis, weshalb ich lange Zeit Facebook treu blieb (…nachdem sich keine Sau mehr für ICQ interessierte).

Erst 2015 hatte ich dann ernsthaft damit angefangen, mich intensiver mit Dir auseinanderzusetzen. Ich suchte Nähe zu Dir und ging auf Tuchfühlung: Ich setzte regelmäßiger Tweets ab, suchte mehr nach interessanten Persönlichkeiten und verfolgte teilweise das Twitter-Geschehen parallel zum Fernsehprogramm. #SocialTV

Der Grund für ein steigendes Interesse an Dir war vor allem die Entscheidung, in Zukunft mehr im Bereich Social Media zu arbeiten. Ich hatte meine Entscheidung gefällt Onlinekommunikation zu studieren und war mir daher bewusst, dafür auch mehr eben solches zu tun.

#onkomm

Mit Anfang des Studiums im Oktober letzten Jahres begann dann auch meine Sucht nach Dir. Mit #onkomm ist in Dir eine Studiengang-Community verwurzelt, die einem über studienrelevante Inhalte informiert aber einem auch abseits des Hochschulalltags aufheitert.

Und auch hier merkte ich, wie gut du bei Barcamps und Veranstaltungen rund um digitale Medien funktionierst, und wie schnell man Interesse bekunden und Kontakte knüpfen kann.

Durch eben dieses Studium, Veranstaltungen und zahlreiche Follower-Empfehlungen meiner Profs wuchs die Liste derer, denen ich folgen möchte: Webworker, Social Media-Manager, PR-Experten, Technerds und Blogger. Und eben solche hätte ich bei deinem Stiefbruder Facebook wohl nie gefunden, denn dort herrscht ein eher unangenehmer Umgangston, wo Sprüche-Grafiken, Hass-Kommentare und Clickbait-Überschriften dominieren.

#LoveTwitter

Weißt du was, Twitter. Du bist eines von wenigen Plattformen im World Wide Web, welches mich noch nie enttäuscht hat.

Als du Ende letzten Jahres deine Fav-Sterne gegen Herzen getauscht hast, war ich anfangs zwar skeptisch, doch bin ich heute unglaublich froh über diese Entscheidung. Ich kann nun mehr Tweets liken, als vorher. Denn nicht jedes Herz wird als Favorit definiert. Und das ist auch gut so, da nur wenige Tweets einer Favorisierung würdig sind, einem Herzchen aber weitaus mehr.

Ebenso stieß deine Entscheidung, einen neuen Timeline-Algorithmus einzuführen, unter heftige Kritik. Aber du bliebst cool und setzte die Funktion als optionale Einstellung in die Settings. Und damit hast du deinem Kollegen Facebook echt einen Denkzettel verpasst, wo dieser doch der Meinung ist, auf einen chronologischen Newsfeed könne man verzichten.

Auch die kürzliche Ankündigung, das von vielen kritisierte 140-Zeichen-Limit zu behalten traf in mein Herz wie Amors Pfeil. Denn genau das macht doch den Charme von Dir aus: Kreativität in einer geringen Anzahl an Zeichen zu zeigen. Eine Herausforderung, derer nur wenige gewachsen sind, weshalb die Qualität deiner Nutzer im Vergleich zu anderen echt passabel ist. #Danke

Deinem Advertising-Programm mit den Sponsored Posts in der Timeline kann ich verzeihen, denn sie sind nicht aufdringlich und ab und zu sogar echt interessant. Ich hoffe nur, du belässt es bei diesem Konzept.

#DankeTwitter

Ja der Anfang mit dir war nicht einfach. Und doch habe ich endlich erkannt, wie großartig Du bist. Ich kann auf dich zählen und hoffe noch viele Stunden mit Dir verbringen zu können. In diesem Sinne. Auf die nächsten 10 Jahre — Mit mir gemeinsam.

Dein Fan @ThePoddi