Haben wir Sigmar Gabriel unterschätzt?

Für den Moment scheint es, als ob Sigmar Gabriel nicht nur der SPD, sondern uns allen einen Gefallen getan hat, indem er Martin Schulz den Vortritt ließ.

Denn für einen Augenblick beherrschen keine aufgeblasenen Schlagzeilen von krakeelenden rechten Menschen (mit zweifelhaftem Bildungsstand & viel Aggressionspotential) die Medienlandschaft, nein, seriöse Inhalte werden plötzlich nach oben gespült.

Vor allem deswegen, weil Schulz innenpolitisch noch ein großer Unbekannter ist, konzentrieren sich viele Beiträge auf seine Verdienste für die EU. Als leidenschaftlicher Befürworter der EU und einem „unbelasteten“ Gesicht in der deutschen Politik, gleicht er einem krassen Gegenentwurf zur rechten Ecke, die sich allenfalls mit alternativen, selbstgestrickten Fakten zu Wort meldet.

Die Polarisierung zwischen Pro-EU und Anti-EU Anhängern und eine stärkere Abgrenzung der Parteien untereinander wird meiner Meinung nach eine große Rolle spielen:

Wollen wir uns der Welt öffnen oder in uns gekrümmt der Ignoranz schwelgen?

Martin Schulz mag zwar nicht für ‘meine’ Grüne Politik und Ideale stehen, er macht diesen Wahlkampf jedoch sicher um einiges erträglicher und interessanter.

Nun hoffe ich, dass er auch liefert.

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