Hype und Vorurteil

Die Wahl im Saarland hat gezeigt, dass Hype und Vorurteil genauso viel an Substanz haben wie Schall und Rauch.
Weder hat der sogenannte Schulz-Zug es geschafft, den medialen Hype in harte Zahlen umzusetzen, noch hat sich das Vorurteil gehalten, die AfD sei ein rein ostdeutsches Phänomen.

Die Schadenfreude und Häme über die ca. 6% in den sozialen Netzwerken und Online-Medien sind mir unverständlich — denn 6 Prozent für die AfD sind immer noch 6 Prozent zu viel! Das Fazit aus dem Einzug in den Landtag des Saarlandes ist, dass eine einfache, harte Linie, die nur aus Hass besteht, leider besser ankommt als grüne oder liberale Ideen.

Es ist längst an der Zeit, klar Ja oder Nein zu sagen, sich zu positionieren.
Aus Angst, die Wähler der Mitte zu verprellen, lieber auf Tauchgang zu gehen oder sich zerstritten der Öffentlichkeit zu präsentieren, kann nicht länger damit entschuldigt werden, dass wir Grüne eine relativ junge Partei sind.

Ich erinnere mich ungern an Aussagen von Palmer oder Kretschmann (und hier), Aussagen, mit denen wir Grüne uns doch selber das Wasser abgraben.
Wer solche Aussagen à la Palmer gut findet, wählt doch nicht die Grünen, sondern gleich das Original, entweder die unchristliche CDU oder gleich die AfD.

Haben auch wirklich alle den Ernst der Lage begriffen?
Wofür stehen wir als Grüne bundesweit?
Das Vertrauen und die Schweißarbeit wird in den Bezirken und Kommunen geleistet, die Vision vom Bund “gelebt”. Nur welche Vision?

Die kommende BDK wird spannend, das ist schon mal klar.
So schwer und umstritten eine Polarisierung auch sein mag, mit Schönwetter-Aussagen, Rumgedruckse oder widersprüchlichen Aussagen wird das nichts. Aufgeben kommt, im Angesicht der historischen Bedeutung dieser Wahl, natürlich nicht in Frage!

PS: Es muss schon seine Gründe haben, warum Groenlinks in den Niederlanden Rekordergebnisse eingefahren hat. Vielleicht sollte man einfach mal genauer auf den Namen schauen.

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