Das eigentliche Highlight der Apple-Keynote: Liam

Auf der dieswöchigen Keynote vom 21.03.2016 stellte Apple wie erwartet ein neues iPhone sowie iPad Pro vor; die Gerüchteküche wusste darüber im Vorfeld bereits bestens Bescheid und daher stellten diese Geräte keine wirkliche Überraschung mehr da. Sie zeigen Apples klare Linie in der Weiterentwicklung ihres Line-Ups und ergänzen ihre bisherige Produktpalette passend. Schade ist aber, dass unter diesen Neuvorstellungen eines der wohl spannendsten Highlights der Keynote ein wenig untergegangen ist: Liam.

Wer oder was ist Liam?

Liam ist ein Roboter, der laut Apples eigener Aussage „über 1,2 Millionen Smartphones in einem Jahr auseinander bauen kann“. Er ist das Herzstück von Apples neuem Renew-Programm, mit dem Apple Altgeräte umweltgerecht recycelt oder für eine Wiederverwendung aufbereitet. Liam nimmt dazu die Geräte Stück für Stück und Schraube um Schraube automatisch auseinander, um die einzelnen Bestandteile dann optimal verwerten und wiederverwenden zu können.

In einem kurzen Video hat Apple Liam vorgestellt und seine eintönige Aufgabe schön präsentiert. Dieses Video wurde inzwischen von Apple auch auf YouTube bereitgestellt. In dem einmütigen Clip sehen wir Liam in Aktion und erfahren Apples Intention hinter der Entwicklung dieses Roboters.

Damit zeigt Apple wieder einmal deutlich, dass Umweltschutz und Recycling nicht nur leere Plattitüden in ihrem Marketing sind, sondern sie tatsächlich Zeit, Energie und Geld investieren, um ihren Teil zum Erhalt und Schutz der Umwelt beizutragen. Keiner von Apples Mitbewerbern ist in diesem Bereich so aktiv und konsequent, was ihnen einen einzigartigen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz verschafft; zumindest für jene Kunden, denen diese Aspekte wichtig sind und die beim Kauf ihrer Produkte darauf achten.

Einfach recyceln, auch die Konkurrenz

Während Liam offensichtlich auf das Auseinandernehmen von iPhones spezialisiert ist, richtet sich das Renew-Programm aber nicht nur an das Recycling von Apples Smartphones. Apple recycelt darüber auch iPads, iPods, Macs, PCs und Smartphones anderer Hersteller. Auf einer eigens eingerichteten Website (http://www.apple.com/de/recycling/) gibt es weitere Informationen zum Prozess und Online-Formulare, um Altgeräte bei Apple zum Recycling einzuschicken.

Langfristige Strategie

Böse Zungen können natürlich behaupten, dass die ökologischen Bemühungen vonseiten Apples nur reines Marketing sind. Meiner Ansicht nach ist das aber eine zu kurzsichtige und oberflächliche Betrachtung. Bereits in den letzten Jahren hat Apple nicht zuletzt durch aktive Maßnahmen gezeigt, dass ihnen Themen wie Umweltschutz und Erneuerbare Energien so wichtig sind, dass sie dafür auch Geld in die Hand nehmen und etwas tun. Klar profitiert Apple letzten Endes von diesen Maßnahmen — schließlich sind sie auch ein gewinnorientiertes Unternehmen — doch erachte ich das in diesem Zuge als alles andere als verwerflich; schließlich tut Apple überhaupt etwas in diesem Bereich. Das sie damit auch neue Kunden gewinnen und Altkunden halten, ist natürlich ebenso Teil der Strategie und ein Vorteil für Apple. Und sicherlich werden wir in den kommenden Jahren noch weitere Entwicklungen und Aktionen vonseiten Apples in diesem Bereich zu Gesicht bekommen.

Liam ist in jedem Fall eine extrem spannende Entwicklung und wird dem Trend gerecht, Smartphones immer öfter austauschen zu wollen (inwieweit dieser Trend durchaus problematisch sein kann, sei an dieser Stelle einmal dahingestellt). Da Apple dank Liam ohne großen Mehraufwand einen Großteil der Komponenten eines iPhone wiedergewinnen und so auch wiederverwenden kann, ist das ein starker und großer Schritt in Richtung Umweltschutz. Und ich bin sehr gespannt, wie es in dieser Richtung weitergeht.

Euer Thomas

Show your support

Clapping shows how much you appreciated Thomas Sillmann’s story.