DOOM — höllisch gut!

Es kommt relativ selten vor, dass ich über Videospiele schreibe. Das liegt nicht daran, dass sie mich nicht interessieren und begeistern würden; im Gegenteil, seit Kindheitstagen bin ich begeisterter Gamer und auch froh darüber, dass dieses Hobby bis zum heutigen Tage anhält. Vielmehr ist es so, dass mich tagtäglich inzwischen andere Dinge mit einer größeren Präsenz begleiten (darunter primär das Schreiben und die App-Entwicklung) als das Gaming.

Dann gibt es aber so Momente wie diese, im Schnitt kaum öfter als maximal zwei Mal pro Jahr. Jene Momente, in denen ein Game die Bildfläche betritt, das mich auf so viele unterschiedliche Arten und Weisen begeistert, das ich nicht umhin komme, darüber einmal ein paar (wenn auch nicht so viele) Worte zu verlieren. DOOM ist ein solches Beispiel dafür.

Klassiker in neuem Gewand

Das Original von DOOM erschien bereits 1993 und revolutionierte damals das Genre der Ego-Shooter (wenn es das nicht gar komplett einführte). Seinerzeit war das Spiel ein unvergleichbarer Hit, der auch heute noch bei Gamern melancholische Gefühle wachruft. Heute, im Jahr 2016, kehrt DOOM unter seinem Originaltitel auf PC und Konsolen zurück.

Als Publisher Bethesda den ersten Trailer zum Spiel Anfang des Jahres veröffentlichte, staunte ich ehrlich gesagt nicht schlecht; die in DOOM exerzierte Brutalität sucht seinesgleichen und habe ich so persönlich noch bisher in keinem anderen Videospiel erlebt (selbst in anderen Hardcore-Titeln wie The Evil Within oder Dying Light nicht). Damals hielt ich eine Veröffentlichung hierzulande in Deutschland für mehr als unwahrscheinlich. Zu meiner Überraschung winkte die USK den Titel dann aber mit einer Freigabe ab achtzehn Jahren durch, was auch heute noch bei mir das ein oder andere Fragezeichen hervorruft. Aber sei’s drum.


Das neue DOOM zeichnet sich vor allem durch einen Aspekt aus: Tempo. Das Spiel ist eine Shooter-Hetzjagd, wie ich sie so bis dato noch nicht gespielt habe (da ich aber auch kein Anhänger von Call of Duty oder Battlefield bin, ist das wohl auch wenig überraschend). In großen Arealen hangelt man sich von Abschnitt zu Abschnitt und wird in regelmäßigen Abständen von Monsterhorden überrannt, denen man auf brutale und blutrünstige Art und Weise den Garaus machen kann. Das Gameplay wäre damit zum Großteil erzählt. Ich persönlich bin aber vor allen Dingen davon begeistert, was es abseits der relativ offenen und weitläufigen Areale zu entdecken gibt. Entwickler id Software hat einige schöne Easter Eggs und Geheimnisse versteckt, die das ausgiebige Erkunden jedes Areals für mich persönlich zu einem Highlight werden lassen.

Die richtige Entscheidung

Ehrlich gesagt möchte ich mich auch gar nicht umfassender über die Spielmechaniken und die (sehr gelungene) technische Umsetzung auslassen; dafür gibt es andere Plattformen, die das wesentlich ausführlicher und detaillierter erledigen. Ich persönlich möchte eigentlich nur sagen, wie begeistert ich von dieser Neuauflage von DOOM bin. Ich spiele nicht viele Shooter, aber DOOM macht einfach so grenzenlos Laune. Gerade diese riesigen Areale mit ihren Geheimnissen und Easter Eggs sind ein persönliches Highlight für mich und verleihen dem Spiel auf ganz eigene Art und Weise Tiefe. Ich ballere mich nicht nur sinnlos durch die Level (was bei einem DOOM alles andere als eine Beleidigung wäre), sondern verbringe auch noch Zeit damit, mich umzusehen und herauszufinden, wie ich so viel wie möglich von diesem Spiel mitnehmen kann. Da dieses Verhalten mit Upgrades für Waffen und Rüstung belohnt wird, macht es gleich noch einmal doppelt so viel Spaß, die Welt zu erkunden.

Meine letztliche Entscheidung, DOOM zu kaufen und zu spielen, bereue ich bisher keine Minute. Ich hatte den Titel bereits im April (soweit ich mich korrekt erinnere) bei Amazon vorbestellt, diese Vorbestellung aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder gecancelt. Aufgrund anderer Titel (ja, morgen erscheint der neue Fallout 4-DLC Far Harbor *kreisch*) und der Tatsache, dass privat aktuell auch alles drunter und drüber geht (aus positiven Gründen), hielt ich es zwischenzeitlich für besser, DOOM aufzuschieben. Eine Kurzschlussreaktion hat dann aber dennoch dazu geführt, dass ich es nicht lassen konnte und DOOM noch am Erscheinungstag über Steam gekauft und heruntergeladen habe. Und ich bin wirklich sehr froh darüber. Das vergangene Pfingstwochenende ging bei mir entsprechend blutig zu. ;)


DOOM ist der perfekte Titel, den man einmal startet und einfach Spaß hat. Nicht viel nachdenken, keine moralischen Entscheidungen fällen (das wäre ja noch besser!), sondern einfach zocken. In Reinkultur. Und ohne Kompromisse.

DOOM ist bereits jetzt für mich klarer Kandidat für das Spiel des Jahres.

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