Mein bisheriges Highlight der iOS 10-Beta

Im Zuge der alljährlichen WWDC von Apple gibt es natürlich auch immer frisches Futter für uns Entwickler. Ich habe inzwischen bereits seit einigen Wochen die Beta von iOS 10 auf meinem iPad Pro installiert und auch mit Xcode 8 schon ein wenig gearbeitet. Dabei fällt mir gerade bei iOS 10 deutlich auf, wie Apple das gesamte System noch ein wenig runder gemacht hat. Viele Animationen — gerade vom Home-Screen aus — wurden überarbeitet und wirken nicht mehr so wuchtig und verspielt wie noch unter iOS 9. Überhaupt wirkt das gesamte Betriebssystem professioneller und aufgeräumter. Das ist auch nicht zuletzt manch einer der vorinstallierten System-Apps geschuldet, die nun allesamt im modernen Look von iOS daherkommen, wie ihn Apple bereits mit iOS 7 eingeführt hatte. Mein persönliches Highlight (bisher) ist aber ein anderes.

Swift Playgrounds

Mein persönliches Highlight der Beta von iOS 10 ist die neu vorinstallierte App Swift Playgrounds. Diese fand ich schon bei der Eröffnungs-Keynote der WWDC 2016 extrem spannend und konnte es kaum erwarten, selbst einmal ein wenig mit der App zu experimentieren. Auf dem iPad Pro läuft die Beta der App dabei bereits erstaunlich gut und ohne nennenswerte Probleme, lediglich auf meinem iPad mini 2 (auf dem ich die Beta auch zeitweise installiert hatte) war die Bedienung der App und insbesondere das Ausführen von Code eine im wahrsten Sinne des Wortes ruckelige Angelegenheit. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Performance der App (sowie natürlich von iOS 10 selbst) bis zur finalen Version noch verbessert und ob sie sich dann auch auf älteren Geräten ruckelfrei bedienen lässt.

Die Tatsache, mit Swift Playgrounds endlich auch auf dem iPad programmieren zu können, freut mich immens. Natürlich sind wir noch weit von einem Xcode für iOS entfernt, aber es ist in meinen Augen ein erster guter Schritt. Schließlich steht die gesamte Bandbreite des UIKit-Frameworks nun auch auf dem iPad zur Verfügung.

In jedem Fall hat Apple aber wieder einmal bewiesen, wie gut sie bewährte Konzepte auf neue Plattformen transferieren können. Tatsächlich lässt sich auf dem iPad nämlich selbst ohne angeschlossene Tastatur sehr gut programmieren. Dazu hat Apple sehr intelligente Picker und Vorauswahlmenüs eingeführt, mit denen man schnell Werte setzen und Befehle aufrufen und ausführen kann. Snippets für Klassen, Schleifen und vieles mehr erlauben das schnelle Erstellen eben jener Elemente. Und mit optimierten Touch-Gesten, die es ganz einfach per Drag & Drop ermöglichen, Code in eine Schleife oder eine Klasse zu packen, lässt sich tatsächlich sehr gut mit Swift Playgrounds auf dem iPad arbeiten.

Dennoch ist die App zum jetzigen Zeitpunkt in keiner Weise ein Ersatz für Xcode. Außer Playgrounds lässt sich darin nichts erstellen, auch iOS-Apps können damit nicht gebaut und direkt auf dem iPad ausgeführt werden; all das bleibt Xcode vorbehalten. Aber die App ist eine sehr schöne Ergänzung und lädt zu der ein oder anderen Coding-Session auf dem iPad ein.

Nicht zu vergessen ist dabei der eigentliche Schwerpunkt, unter dem Apple Swift Playgrounds veröffentlicht: es geht um das spielende Lernen des Programmierens mit dafür eigens vorbereiteten Kursen, und die sind wahrlich gelungen. Selbst ich als inzwischen langjähriger Entwickler habe sehr viel Spaß dabei, die kleinen Aufgaben zu lösen, um eine knuffige Figur namens Byte durch verschiedene Level zu lotsen. Das hat Apple wirklich vorbildlich umgesetzt.

In meinen Augen scheint iOS 10 ein sehr stabiler Release zu werden, der selbst in seiner aktuell noch ersten Beta erstaunlich rund läuft. Über weitere Highlights meinerseits oder sonstige Anmerkungen zu iOS 10 werde ich berichten, sobald ich etwas entsprechendes zu erzählen habe. :)

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