Resident Evil 7-Tagebuch: Tag 2 und Ende

Das war ein dezenter Marathon am gestrigen Tage! Gegen Mittag wurde die tags zuvor gestartete Spielsitzung fortgesetzt und — was soll ich sagen — am Abend flimmerte dann auch der Abspann über den Bildschirm. Nach insgesamt knapp achteinhalb Stunden ist der erste große Spieldurchlauf von Resident Evil 7 damit für mich beendet, und ich bleibe mit gemischten Gefühlen zurück.

Schrumpfende Areale

Während das große Anwesen, das ich an Tag 1 erkundet habe, viele Räumlichkeiten bietet und auch über Orte verfügt, die erst zu einem späteren Zeitpunkt erforscht werden können (und damit eine erneute Rückkehr in dieses Haus notwendig machen), so sind die darauffolgenden Gebäude und Level deutlich kompakter und geradliniger. Möglichkeiten zum ausgiebigen Erkunden werden im Laufe der Zeit immer geringer, und der eingangs so sehr zelebrierte subtile Horror verliert stark an Fahrt.

Stattdessen lotst einen das Spiel durch die Story und weiß gekonnt mit kleinen Hinweisschnipseln um sich zu werfen, die einen mal mehr, mal weniger fragend zurücklassen. Während der gesamten zweiten Hälfte haben meine Frau und ich immer wieder Theorien darüber angestellt, wie all die Ereignisse zusammenhängen könnten. Mit einigen Punkten lagen wir richtig, bei anderen voll daneben. Es steht aber außer Frage, dass Resident Evil 7 einen so sehr über die grundlegende Geschichte grübeln lässt wie kaum ein Teil bisher davor.

Weniger Horror, mehr Action

Wer selbst Resident Evil 7 spielt, wird mir in diesem Punkt womöglich widersprechen, doch in meinen Augen ist das letzte Viertel deutlich mehr von Action denn von den Psychohorror-Elementen zu Beginn des Spiels geprägt. Klar kann man sich noch gruseln und die Areale sind auch durchweg unheimlich gestaltet, doch die Schockmomente und Jump Scares kamen — zumindest für mich — total abhanden.

Versteht mich bitte nicht falsch: Die beschriebenen Action-Einlagen sind ebenfalls sehr gut umgesetzt und machen durchaus Spaß. Allerdings durchläuft das Spiel gegen Ende eine Wandlung, die ich persönlich sehr schade finde. So sehr mich das Anwesen mit seinen Dutzenden von Räumen und dem Versteckspiel begeistert hat, so sehr wirkte der letzte Teil des Spiels bisweilen sehr lieblos und nach Mainstream. Keine Frage: Das war sehr gut gemachter Mainstream, aber nicht so besonders und ausgefallen wie der fulminante Start und Mittelteil des Spiels.

Gewaltige Bosskämpfe

Ohne an dieser Stelle spoilern zu wollen, sind die Bosskämpfe, die es in Resident Evil 7 gibt (im Vergleich zu anderen Teilen der Reihe gibt es eine überschaubare Anzahl davon), cineastisch beeindruckend inszeniert und auch spielerisch sehr gut umgesetzt. Das Monsterdesign dürfte Fans der Reihe dabei durchaus bekannt vorkommen, auch wenn die Bosse selbst allesamt Neuschöpfungen sind; die typischen Resident Evil-Merkmale finden sich nichtsdestoweniger auch dort.

Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist dabei die gesamte Zeit über gut zu handhaben (ich gebe zu, dass ich den ersten Durchlauf auf „Einfach“ abgeschlossen habe, vermute aber, dass auch „Normal“ nicht übertrieben schwer sein wird). Die gestellten Rätsel ließen sich allesamt problemlos lösen, wirklich harte Herausforderungen, durch die man stundenlang nicht vorankommt, bietet Resident Evil 7 nicht. Dafür bleibt das Spielgeschehen aber auch durchweg schön im Fluss und man kommt stetig und gut voran.

Wie es weitergeht

Dieses geplante Tagebuch ist nun eigentlich schneller beendet als gedacht. :D Da ich selbst aber noch nicht genug von Resident Evil 7 habe und sicherlich wenigstens noch einen zweiten Durchlauf starten und durchspielen werde, gibt es morgen an dieser Stelle mein vorläufiges Fazit, und dann wird es mit dem Tagebuch in gewohnter Form weitergehen, nur dann eben basierend auf dem zweiten Durchlauf.

Wie hat euch Resident Evil 7 bisher gefallen? Erfüllt es eure Erwartungen, oder habt ihr euch das neue Horrorkonzept anders vorgestellt?