US-Warheads 2015

Atomwaffenrisiken ausgeklammert

An: Forum@Sueddeutsche.de 26. August 2016

SZ-Leserbrief (Leider nicht veröffentlicht)

Zu: SZ „Vater der Porzellankiste“ vom 25. August 2016, Seite 6

Atomwaffenkatastrophen ausgeklammert!

Herr de Maizière klammert bei seinem Hilfskonzept leider das Risiko von Atomkatastrophen aus. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch weltweit über 16000 einsatzbereite Atomsprengköpfe, ist diese Haltung schwer verständlich. Der US-Präsident (Trump?) etwa könnte 925 Atomraketen in wenigen Minuten per Knopfdruck starten lassen, andere Atomstaaten Entsprechendes. Darauf sind wir nicht vorbereitet.

Hinzu kommt, dass technisches Versagen an irgendeiner Stelle der Überwachungssysteme oder Atomarsenale eine Katastrophe auslösen könnte, gemäß Murphy´s Gesetz „Was schief gehen kann, wird schief gehen“. Die bekannten 25 Beinahe-Unfälle in der Vergangenheit sollten als Warnung dienen. Bedenklicher noch erscheint die zunehmende Bedrohung durch Hackerangriffe auf die Computer- und Kommunikationssysteme. Die weltweit über 20 000 Bediener in den Raketenleitstellen können heute nicht mehr absolut sicher sein, ob ein Abschussbefehl echt oder gefakt ist! Außerdem: Falls zwei Diensthabende vor Ort sich einig sein sollten, könnten sie ganz alleine von sich aus eine oder mehrere Atomwaffen starten. Und wer garantiert, dass sich in den Hochsicherheitsbereichen der Atomanlagen nicht Terror-Zellen des IS oder anderer radikaler Gruppen gebildet haben?

Ein ernsthafter Katastrophenschutzplan darf daher Atomkatastrophen nicht weiter ausklammern. Intensive Mitwirkung an der Atomabrüstung erscheint mindestens so nötig wie „Vorratshaltung“. — Deutschland aber hat es aktuell gerade abgelehnt einer entsprechenden UN-Initiative beizutreten (SZ 22. 8. 2016).

Von Dr. Ulrich Hoegg, Facharzt für Arbeits- und Präventionsmedizin, Bonselsstr. 4, 81925 München, Tel. o89–8929780, Email: DHoegg@aol.com.

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