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Letztlich dreht es sich doch um eine Kernfrage. Wer soll das alles finanzieren?

>>”Die einzige Erlösquelle, die diese Medien derzeit kennen, ist die Werbung. Werbung, Werbung, Werbung, ein Teufelskreis. GameStar und 4Players experimentieren mit “Lesergeld”, aber Videospieljournalismus ist keine Fabrikware. Dahinter stehen Menschen.”

Trotzdem muss das ja einer bezahlen.

Zählen wir die Alternativen auf.

  1. ) Werbung. Problematisch aus genannten Gründen.
  2. ) Der Leser bezahlt. Problematisch weil bis heute keine wirklich akzeptierte Micro-Payment Geschichte etabliert ist (für einzelne Artikel) bzw. ein “Abo” auf die Webseite auch nicht so wirklich akzeptiert wird (wer bezahlt schon Abos für ALL die Seiten die er so besuchen will?)
  3. ) Spenden: Wobei die regelmäßigen Spenden vom Leser (Patreon) ja schon eher freiwillige Abos sind, aber ohne Pflicht.. Oder alternativ halt Spenden von einem Gönner der sich ein Spielemagazin als Hobby-Projekt hält … Buchen wir letzteres gleich mal als wohl sehr seltenen Fall ab.

Möglichkeit 1.) ist ja trotz aller Probleme immer noch im Einsatz, weil es halt bisher die einzige Variante zu sein scheint, wo man noch HALBWEGS mit einem verstetigten Einkommen rechnen kann. 2.) und 3.) werden von den Leuten nicht angenommen, auch weil keiner wohl mehrere Seiten auf einmal abonnieren/unterstützten kann/will. Siehe auch Fabus beklagenswerter Kommentar über den Zustand der Unterstützung von SUPERLEVEL durch die Leser.

Ich halte es nach wie vor für zweifelhaft, dass mehrere Seiten/Publikationen überleben können wenn die ALLE halbwegs anständig für ihren Content belohnt werden sollen. Dazu kommt noch, dass vermutlich ein recht großer Anteil der deutschsprachigen Leser(oder Zuschauer-)schaft auch auf englischsprachige Publikationen im Netz ausweisen kann, also steht man mit denen auch im Wettbewerb.. offensichtlich haben die “Überlebenden” der “Gametrailers”-Mannschaft ja schon ordentlich Geld bei ihren potentiellen Zuschauern gesammelt.. in einem Maße, dass ihren deutschen Pendants nur anders werden kann. Dass (nur) an der Qualität festzumachen.. weiß ich nicht, ich war auf Gametrailers so gut wie nie, ich halte da eher für relevant dass die halt weltweit Fans haben die halt unterstützungswillig sind, deswegen kann für die ein Abo bzw. Spendenmodell durchaus funktionieren.

Das ist aber im deutschsprachigen Raum kaum übertragbar fürchte ich.

Meine Prognose: Der Markt wird es richten, brutal wie immer. Es werden ganz wenige gute “professionelle” Publikationen übrig bleiben, mit Bezahlzwang. Der Rest sind dann halt Hobbyprojekte, die eher einen Zuverdienst für die Macher sind, wenn überhaupt. Ein paar wenige werden vielleicht mit Werbung und wiedergekäuten News noch irgendwie halbwegs über die Runden kommen, aber das war es dann auch.

>>> “ Ich war z.B. schockiert, als ich gesehen habe, dass Computec neben PC Games noch gefühlte 50 weitere Videospielmedien im Portfolio hat (übrigens auch 4players)… Die alle nebenher krepeln, alle ihre eigenen Süppchen kochen, aber auch fast alle mittlerweile bedeutungslos geworden sind, die PC Games als ehemaliger “Leuchtturm” vorneweg. Dabei hätte man als ein großes Medium viel mehr Synergieffekte (keine 50 Menschen mehr, die alle die gleiche Nachricht (ab)schreiben). Aber die großen Verlage, insbesondere im Neuland-Deutschland, sind viel zu träge, viel zu starr, um sich sowas einzugestehen. Um als Vorreiter zu gelten”

Schockiert? Echt? Das ist doch wohlbekannt.. Die werden diese Redundanzen auch nur solange machen solange laut deren Rechnung aus den vielen verschiedenen Videospielmedien mehr Umsatz rauszuholen ist als aus einer alleine. Man sollte die Verlage auch nicht dümmer machen als sie sind. Die sind die ersten die ganze Outlets “abschießen” werden sobald die Zahlen nicht stimmen.. behaupte ich mal als außenstehender aber interessierter Laie. 
Synergien hat man ja jetzt schon, indem man die gleichen Artikel bei den 
verschiedenen Outlets unterbringt, die Redaktionen zusammenlegt usw.

Schockierender ist viel mehr, dass man ganz offensichtlich nicht weiß, wie (und ob überhaupt) man eine regelmäßige (Zeitung) bzw. ständige (Online) Publikation auf ganz andere als die bisherige Weise profitabel betreiben kann…. man hat offensichtlich keine zündende Idee.

Und viele mal etwas mutigeren Sachen, z.B. die GEE oder Polygon zu Anfang sind ja auch entweder gescheitert oder wurden “mainstreamiger”.. über den Untergang der GEE bin ich ja heute noch traurig, aber die hatten ja buchstäblich fast keinen mehr der Anzeigen geschaltet hat.. und Polygon hatte auch mal ungewöhnliche, interessante Berichte.. heute nur noch vereinzelt, und da hört man ja auch dass jemand verlauten ließ dass es eigentlich egal warob man diese aufwendigen Berichte brachte oder eher seichte News… mehr gelesen wurden diese Berichte auch nicht. Also konnte man ja eher wieder auf 08/15 wechseln, wenn der Aufwand nicht belohnt wurde…

Deprimierend, ich weiß.

Insofern muss man das Problem auch beim Konsumenten sehen. Wer ist wirklich bereit, für Inhalte im Netz angemessen zu zahlen? In einer Zeit, wo schon bald eine komplette Generation damit aufgewachsen ist dass alles (vermeintlich) kostenlos gibt?

Ich hab da nicht viel Hoffnung, wie gesagt, ich denke es werden wenige überleben, und die werden dann die Spielregeln bestimmten wie es läuft. Ob das besser ist, sei dann dahingestellt.

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