Die Fanpages von ehemaligen Teenie-Stars lassen in menschliche Abgründe blicken

Heute feiert die deutsche Jugendzeitschrift ihren 60. Geburtstag. Gratulation zu 50 Jahren Popmusik, Sex und Fotolovestories. Ein Blick in alte Ausgaben zeigt, dass viele der Stars von damals verschwunden sind. Dieses damals muss auch noch gar nicht lange her sein. Kinder der 1980er wissen vielleicht noch, wer Limahl war (Tip: er hat mit Kajagoogoo zu tun). A-ha und ihr Take on Me haben längst ein oder zwei Revivals hinter sich.

Aber: Wer erinnert sich eigentlich noch an LaFee? Tokio Hotel klingt wie ein Gespenst aus alten Zeiten, das irgendwie keine Relevanz mehr hat.

Daher habe ich beschlossen, mal einen Blick in die aktuellen Leben der einstigen von der Bravo besungenen Superstars zu werfen. Das spannendste — stellte sich schnell heraus — war nicht die Tatsache, dass Tokio Hotel immer noch Musik machen und LaFee sich zur Dailysoap-Schauspielerin gemausert hat, sondern die Kommentare der Fans. Tokio Hotel hat noch Fans ihrer Musik. LaFee hingegen sammelt Merkwürdige aus aller Welt um sich.

Der passiv-agressive Fan

Screenshot: Facebook

Irgendwie wird nicht ganz ersichtlich ob der Herr Regenbogen da Fan oder Hater ist. Er bescheinigt der LaFee eine gewisse Grundprominenz, moniert aber im kommenden Satz, dass er versucht, Rockstar zu werden. Angestrengt versucht er das, wohlbemerkt. Irgendwas zwischen Eifersucht und Bewunderung, aber definitiv seltsam.

Der internationale Flirtkönig

Screenshot: Facebook

Der Herr aus Nigeria will unbedingt Kontakt mit LaFee aufnehmen, aber er ist doch recht beschäftigt. Trotzdem findet er Platz in seinem Kalender, mit der Sängerin und Schauspielerin zu plaudern. Ob LaFee der Einladung zum Gespräch nachgekommen ist, weiss niemand.

Der Poet

Screenshot: Facebook

Von morgenroten Knien und vom Urlaub in der dritten Welt schreibt dieser Romancier. Was er genau damit bezweckt? Unbekannt.

Der Undercover-Fan

Damals war’s auf dem Pausenplatz wohl nicht cool, LaFee zu mögen. Kennen wir, weil bei mir in der Schule gab auch kein Junge zu, die Kelly Family zu mögen. Darum muss der grosse Bruder, der wahrscheinlich LaFee nur vom Cover der Bravo des kleinen Bruders her kennt, herhalten.

Sexismus und Pick-Up-Artists

Screenshot: Facebook

Das Beste zum Schluss. Das Foto zeigt eine junge Frau, die am Fluss sitzt. Irgendwie animiert das das Internet dazu, komplett jede Zivilisaation abzustreifen und sich daneben zu benehmen.

  1. Kommentar der Figur, von einer Frau verfasst.
  2. Einer, der sowas bestimmt nicht vor seiner Mama sagen möchte und sich wohl auch schämen würde, wenn seine Mama wüsste, was er da schreibt
  3. Das wohl kreativste Zitat aller Zeiten
  4. Negging. Eine Taktik, die Pick-Up-Artists beigebracht wird. Die Theorie geht so: Beleidige das Weib, dann will sie sich dir beweisen und schmeisst sich an dich ran. Negging hat den Ruf, noch nie funktioniert zu haben. Trotzdem versuchen es die Jungs immer noch.

LaFee, bürgerlich Christina Klein, ist 1990 in Stolberg als Tochter einer Griechin und eines Deutschen auf die Welt gekommen. Sie ist in der RTL-Soap Alles was zählt zu sehen. Ihren ersten Hit hatte sie mit 16 Jahren im Jahr 2006.