Nach 5 Monaten mehr als 1.000.000 User

Am 12. März 2017 (natürlich ein Sonntag) haben wir die 1.000.000 User-Marke geknackt. Wahnsinn!

Vutuv ist ein Open-Source-Projekt. Wir kämpfen mit einer Hand von Entwicklern einen David gegen Goliath Kampf gegen XING in Deutschland und LinkedIn im Rest der Welt. Ich habe vutuv gegründet, um eine kostenfreie und schnelle Alternative zu den bestehenden Business-Netzwerken zu schaffen. Ganz konkret gingen mir die ewigen E-Mails und die kostenpflichtigen Premium-Accounts auf den Nerv.

Wir haben als reines Kontaktnetzwerk angefangen und bieten seit ein paar Wochen auch Stellenanzeigen mit der Verknüpfung von Tags. Jeder vutuv User kann sich selbst Tags anlegen und diese können von anderen Usern hoch gevotet werden. Die Tags werden in der Datenbank in einer Baumhierachie abgebildet. Das System weiß z.B. das HTML und HTML5 in einer Verbindung zueinander stehen und bewertet die Tags entsprechend. Da Stellenanzeigen ebenfalls getagt werden, können sie damit zielgerichtet ausgespielt werden. Sie können ab 99 Euro im Monat geschaltet werden. Open-Source-Projekte müssen nichts bezahlen.

Es stellte sich natürlich von Anfang an die Frage, warum Leute in einem weiteren Business-Netzwerk aktiv werden sollten und welche Wanderungen stattfinden. In diesem Text möchte ich das ein wenig beleuchten.

Bedeutung der Suchmaschinen

Die meisten Neu-User kommen über Suchmaschinen auf unsere Seite. Sie suchen eine Person, die bereits einen vutuv Account hat oder nach einem Tag. Da Google schnelle Seiten als relevanter bewertet, bekommt man als Suchergebnis dann öfter eine vutuv und weniger oft eine LinkedIn oder viel weniger eine XING Seite angezeigt. Besonders hoch ist der Effekt bei Seitenabrufen vom Handy. Da vutuv User-Profile auch ohne einen eigenen Account betrachtet werden können, ist zusätzlich die Conversion-Rate höher. Der Rest ist ein klassischer Schneeball-Effekt.

WebPerformance-Vergleich in den USA (vutuv.de vs. xing.com vs. linkedin.com)

Geografie

Etwa 60% unserer User kommen aus dem DACH-Raum. Die restlichen aus der ganzen Welt. Für beide Gruppen ist die Geschwindigkeit der Seite das entscheidende Kriterium. Vutuv ist immer schneller als XING oder LinkedIn. Egal auf welchem Teil der Erde sich der Nutzer befindet. Für User die über Facebooks Free Basic auf vutuv stoßen ist es das erste Business-Netzwerk überhaupt. Für die meisten User aus Europe und Nordamerika ein weiteres. Da wir im Gegensatz zu unserer Konkurrenz Kreuz-Verlinkungen zulassen, sehen wir anhand dieser Daten wer bereits auf XING bzw. LinkedIn einen Account hat. Im DACH-Raum ist XING der Platzhirsch. Im Rest der Welt LinkedIn.

Mobile vs. Desktop

Über 50% aller Zugriffe erfolgen weltweit vom Handy. Die höchsten DACH-Zugriffszahlen haben wir in den typischen “auf dem Weg zu Arbeit” Zeiten und der Mittagspause. Sehr viele User suchen in diesen Zeiten nach Stellenanzeigen. Mobile First ist für vutuv Tagesgeschäft.

Männer und Frauen

70% aller User sind männlich. 29% weiblich. Der Rest hat “andere” angegeben. Leider noch kein Spiegel der Gesellschaft. Ich bin gespannt, ob sich das mit mehr Usern deutlich verschiebt.

Verifizierte Accounts

Als Besonderheit verifizieren wir Accounts, von denen wir wissen, daß echte Menschen dahinter stehen. Diese Accounts werden von Hand verifiziert. Beim aktuellen Wachstum ist das allerdings ein Kampf gegen Windmühlen. Wir versuchen das Problem mit einer KI in den Griff zu bekommen. Die KI soll Vorschläge machen, die dann weiterhin von Menschen abgearbeitet werden. Das wird aber noch etwas dauern.

Internationale Besonderheiten

Wir haben User die nur einen Namen haben. Also nicht Vor- und Nachname, sondern nur einen Namen. Ich bin stolz darauf, diesen Usern keine technischen Hindernisse in den Weg zu legen.

Datensparsamkeit oder auch nicht

Der typische Deutsche hat zurecht Angst vor jeglicher Art von Big Brother. Entsprechend suspekt wirkt deshalb auf ihn die Idee eines zentralen Netzwerkes, in dem User Daten freiwillig präsentieren. Aus deutscher Sicht ist die angestrebte Datensparsamkeit normal. Wenn man das aber mit anderen deutschsprachigen Ländern wie der Schweiz vergleicht wirkt es fast komisch. Der typische schweizer vutuv Nutzer gibt sämtliche Daten an. Egal, ob persönliche Telefonnummer oder private Adresse.

Weniger ist mehr

Wir bieten weniger Funktionalität als unsere Konkurrenz. Am Anfang war das mit meine größte Unsicherheit. Heute weiß ich, dass unsere User Kontaktdaten austauschen und sich miteinander vernetzen wollen. Es gab in den letzten Monaten zwei Feature-Wünsche, die immer wieder genannt wurden: Stellenanzeigen und News-Feeds. Die Stellenanzeigen gibt es jetzt. Bei dem News-Feed bin ich mir nicht sicher. Es gibt bereits Facebook und Twitter. Warum also noch einen News-Feed mehr? Auf der anderen Seite gibt es viele LinkedIn und XING User, die weder einen Facebook- noch einen Twitter-Account besitzen und nur innerhalb des Business-Netzwerkes posten. Ich freue mich über Feedback per E-Mail oder Twitter zu diesem Thema.

Open-Source

Vutuv ist ein Open-Source-Projekt (MIT Lizenz) und es gibt User, die am Anfang nur deshalb zu uns gestoßen sind. Für die meisten anderen ist es beruhigend zu wissen, das der Code für jeden einsehbar ist.

Danke

Ich noch einen besonderen Dank an das Phoenix Framework Projekt von Chris McCord ausprechen. Ohne Phoenix und der Programmiersprache Elixir wäre vutuv nicht möglich. Phoenix ist rattenschnell und kann problemlos vertikal skaliert werden. Einfach einen weiteren Server hinzustellen und fertig. So habe ich das noch mit keiner anderen Webplattform erlebt.

Nächste Schritte

Für die nahe Zukunft haben wir eine Funktionalität in der Entwicklung, mit der wir neuen Usern das Erstellen von Accounts weiter vereinfachen. Wenn jemand z.B. einen Twitter-Account hat und diesen als Social-Media-Account eingibt, werden wir dabei prüfen, ob es dazu einen passenden Instagram-Account gibt und den ebenfalls verlinken. Mittel- bis langfristig werden wir die MySQL-Datenbank gegen eine CouchDB-Datenbank austauschen. Dann können wir Server weltweit verteilen und unsere Geschwindigkeit auch in den entlegenden Teilen der Erde weiter verbesseren. Zusätzlich bekommen wir damit einzelne Rechenzentren-Ausfälle besser gelöst. Der letzte AWS-Ausfall hat gezeigt wie wichtig das Thema ist. Das ist allerdings ein großes Projekt. Da müssen wir sehr viel am Code anfassen.

Was uns noch beschäftigt?

Die Frage, wann wir eine zweistellige Millionenanzahl an Usern bekommen.