Mit Spezialnahrung gegen die Not

Die andauernde Dürre in Somalia trifft die Bedürftigsten besonders schwer. Gerade bei Kindern nimmt Mangelernährung zu. Schätzungsweise 363.000 unter 5-Jährige sind akut mangelernährt, 71.000 von ihnen so stark, dass ihnen Krankheit oder Tod droht. Das UN World Food Programme (WFP) unterstützt Mütter und Kinder in über 930 Gesundheits- und Ernährungszentren landesweit und schafft somit Perspektiven. Denn je früher Mangelernährung behandelt wird, desto geringer sind negative Auswirkungen auf das spätere Leben.
Ruman gibt ihrer 11-monatigen Tochter RUSF. Die hochkalorische Spezialnahrung soll die Kleine stärken und gesund wachsen lassen. Foto: WFP/Kabir Dhanji

Die 20-jährige Ruman Mohamed setzt ihre elf Monate alte Tochter Obah sanft auf den Boden. Aus einer Plastikkanne füllt sie Wasser in eine kleine Metallschüssel und wäscht Obahs Hände darin. „Das habe ich heute im Zentrum gelernt“, sagt Ruman und zeigt auf die Hände ihrer Tochter. Mit Zentrum meint sie eines der Gesundheits- und Ernährungszentren für Mütter und Kinder, das sich rund zehn Minuten von ihrem Haus im Nordwesten Somalias befindet. Dort hat sie heute lebensrettende Nahrung für Ihre Tochter erhalten.

Im Mutter-und-Kind-Gesundheitszentrum in Hargeisa wird Obah gewogen und gemessen, um Fortschritte festzuhalten. Foto: WFP/Kabir Dhanji

Aus einer Plastiktüte nimmt Ruman ein Tütchen mit der Aufschrift “RUSF”, die englische Abkürzung für Ready-to-Use Supplementary Food, also sofort verzehrfertige Spezialnahrung. Mit ihren großen Augen und runden Bäckchen sieht man nicht gleich, dass Obah mangelernährt ist, doch für ihr Alter ist sie viel zu klein.

WFP unterstützt die kleine Familie mit täglichen Rationen eines speziellen Nahrungsmittels: Eine mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Erdnusspaste, die alle wichtigen Fette enthält.

WFP unterstützt Mütter, Schwangere und Kleinkinder in über 930 Ernährungs- und Gesundheitszentren in Somalia und gibt Spezialnahrung aus. Foto: WFP/Kabir Dhanji

Besonders die ersten beiden Lebensjahre eines Menschen sind von großer Bedeutung, um Mangelernährung und damit verbundene irreparable Langzeitschäden vorzubeugen. Außerdem brauchen gerade Kleinkinder, schwangere und stillende Frauen eine ausgewogene Ernährung, um ihr Immunsystem zu stärken. WFP unterstützt insbesondere diese Gruppen mit angereicherter, nährstoffreicher Spezialnahrung.

Die therapeutische Unterstützung für mangel- und unterernährte Kinder schlägt bei der kleinen Obah gut an. Foto: WFP/Kabir Dhanji

Die Rationen für Ruman und Obah sind Teil eines viermonatigen Ernährungsprogramms von WFP, um Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren zu behandeln. Nach dem ersten Monat zeigt die Wage im Gesundheitszentrum, dass Obah 200 Gramm zugenommen hat – ein gutes Zeichen, die Behandlung schlägt an!

Somalia steht nach der Hungersnot 2011 erneut vor einer Katastrophe, fast 6,2 Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen. Helfen Sie uns helfen!
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