Sechs WFP-Erfolgsgeschichten aus 2016

Über die WFP-Programme im letzten Jahr gibt es einige außergewöhnliche Geschichten zu erzählen — denn die Herausforderungen waren so unterschiedlich wie die Programme selbst: von Schulmahlzeiten aus lokal produziertem Joghurt in Burkina Faso, über die Nothilfe nach dem Erdbeben in Japan, den Einsatz von transportierbaren Brücken in Malawi bis hin zur Lieferung von Nahrungsmitteln in Syrien über Landesgrenzen hinweg. Diese sechs starken Geschichten zeigen, wie WFP unermüdlich auf der ganzen Welt im Einsatz ist, um Leben zu retten und zu verbessern.

Lebensrettende Nahrung für die Menschen in Syrien

Links: Ein Hilfskonvoi verschiedener Organisationen liefert Nahrungsmittel im Regierungsbezirk Homs. Foto: WFP Fotobibliothek. Rechts: Im Osten Aleppos wird frisch gebackenes Brot ausgegeben. Foto: WFP/Hussam Al Saleh

Die Nothilfe in Syrien ist einer der schwierigsten Einsätze von WFP. Um die betroffene Bevölkerung mit lebensrettenden Notrationen zu erreichen, braucht es eine komplexe Versorgungskette. Die Zahlen sprechen für sich: Im letzten Jahr hatte WFP 3.000 Lastwagen und zwei Flugzeuge im Einsatz, um vier Millionen Menschen jeden Monat mit 800.000 Notrationen zu unterstützen. Mit organisationsübergreifenden LKW-Konvois, Luftbrücken und Flugzeugabwürfen transportierte WFP lebensrettende Nahrung über Gefechts- und Landesgrenzen hinweg zu den hilfsbedürftigsten Familien in belagerten und schwer erreichbaren Gebieten.

„Essen gibt uns Leben und ein Gefühl von Zuhause und Stabilität zurück”, erklärte Binnenflüchtling Um Gaber den WFP-Mitarbeitern, als sie Reis und Linsen aus den monatlichen Notrationen für ihren 10 Jahre alten Sohn zubereitete. Die Rationen enthalten verschiedene syrische Grundnahrungsmittel einschließlich Hülsenfrüchten — weiße Bohnen, Linsen, Kichererbsen — sowie Salz, Zucker, Pflanzenöl und Getreide (Reis, Bulgur oder Weizenmehl).

Der Bau von Bailey-Brücken in Malawi

Bailey-Brücken erleichtern den Zugang zu Nahrungsmitteln und Dienstleistungen in Malawi. Foto: WFP/Johan Hansson

In Malawi baute WFP fünf sogenannte Bailey-Brücken in den Bezirken Phalombe, Thyolo und Zomba, um den Zugang zu Nahrungsmitteln zu verbessern. Bailey-Brücken werden aus transportierbaren Stahlelementen zusammengesetzt und können ganz ohne Spezialwerkzeug oder schwere Maschinerie errichtet werden. WFP leitete das gesamte Bauprojekt bei allen fünf Brücken von der Überprüfung der Konstruktionsentwürfe bis hin zur Sicherstellung der Qualitätsstandards. Die Brücken stellten für die Gemeinden den Zugang zu wichtigen Sozialeinrichtungen wie Schulen, Krankenhäusern oder auch Märkten wieder her — und verbesserten so ihren Zugang zu Nahrungsmitteln.

Für die Anwohner machen die Brücken einen gewaltigen Unterschied: „Der einzige große Markt auf dem wir unsere Grundnahrungsmittel, einschließlich Mais, kaufen können, befindet sich auf der anderen Seite des Flusses. Wenn der Flusspegel ansteigt, haben wir keine Möglichkeit, Essen zu kaufen und müssen hungern”, erzählte Herr Gubudu, Vorsteher eines Dorfes in der Nähe des Flusses Msuwazi, wo die erste Brücke gebaut wurde. „Durch Hochwasser gab es schon viele tödliche Unfälle. Und die Kinder verpassen immer wieder für mehrere Tage ihren Unterricht”, fügte die vierfache Mutter Kesteni Magaleta hinzu, die in der Nähe des Flusses wohnt.

Außerdem wurden die Transportwege von WFP und anderen humanitären Organisationen durch die Brücken effizienter. So konnten Gemeinden, die von der durch El-Niño hervorgerufenen Dürre schwer betroffen waren, besser erreicht werden.

Lokal produzierter Joghurt für Schulkinder in Burkina Faso

In der Sahelzone gilt Milch als “weißes Gold”. In der Stadt Dori verarbeitet eine Fraueninitiative sie zu nahrhaftem Joghurt, der in lokalen Schulen die Mahlzeiten der Kinder ergänzt. Fotos: WFP/Esther Ouoba

In der Sahelregion in Burkina Faso gehen über 127.000 Kinder zur Schule — 4.500 von Ihnen, die in und um die Stadt Dori leben, erhielten 2016 zu ihren Schulmahlzeiten eine besondere und nahrhafte Leckerei dazu. WFP belieferte 2016 zwanzig Schulen in der Gegend mit Joghurt, der von einer Fraueninitiative aus Milch von kleinen Viehzuchten produziert wurde. Joghurt versorgt die Kinder mit dringend benötigten Vitaminen und Mineralien und wird von ihnen sehr geschätzt. „Der Joghurt, den wir in der Schule haben, ist der Beste in der Welt, er ist so lecker!”, schwärmte der 10-jährige Diallo Hama Amadou. Auch die Mutter eines Kindes an derselben Schule freut sich sehr über das Schulmahlzeitenprogramm: „Zu wissen, dass mein Sohn in der Schule etwas zu essen hat, ist für mich als Mutter eine enorme Erleichterung.”

Ein Spezialeinsatz in Japan

Auf Anfrage der Regierung stellte WFP den im April 2016 vom Erdbeben betroffenen Gemeinden logistische Unterstützung zur Verfügung. Foto: WFP/Kojiro Nakai (links und Mitte); WFP/Kazuhiko Yamazaki (rechts)

Japan zählt zu den größten Gebern von WFP — und ist normalerweise kein Einsatzort der UN-Organisation. Doch im vergangenen Jahr unterstützte WFP die japanische Regierung mit einem Sondereinsatz, um die humanitäre Versorgungskette in den von den beiden schweren Erdbeben betroffenen Gebieten zu verbessern und technische und logistische Herausforderungen besser zu bewältigen.

WFP errichtete in der Gemeinde Kashima eine mobile Lagereinheit. Hier wurde auf 240m² eine vor Wind und Wetter geschützte Arbeitsfläche geschaffen, wo während der Noteinsätze durchschnittlich 70 Freiwillige pro Tag registriert, eingewiesen und für Nachbesprechungen versammelt werden konnten.

Eine App für Kleinbauern in Sambia

Die Maano-App von WFP macht den Landwirten in Sambia das Leben leichter. Fotos: Maano/Mainner Chabota (links); WFP/Evin Joyce (rechts)

In Sambia hat WFP eine innovative App namens „Maano — Virtueller Bauernmarkt“ eingeführt. Die Anwendung soll Kleinbauern und Händlern dabei helfen, einfacher miteinander in Kontakt zu treten. Durch die Kombination von bereits bestehenden Messenger-, Gebots- und Transport-Apps unterstützt Maano die Bauern dabei ihre Waren zum Verkauf anzubieten, einen Käufer zu finden, ihre genaue Position zu vermitteln und Zahlungen zu transferieren. Die App wird in der Ernte- und Verkaufssaison 2017 getestet, so dass sie bei Erfolg im nächsten Jahr auf andere Länder ausgeweitet werden kann.

Die erste Gruppe von Kleinbauern, die an dem Projekt teilnahmen, gaben Maano seinen Namen. In ihrer Landessprache Tonga bedeutet Maano „schlau sein”. Die Landwirte erklärten ihre Wahl damit, dass „der Erfolg dieses Projektes von den Landwirten abhängt, die ihre Köpfe benutzen” und dass „die Idee hinter dem Projekt und die verwendete Technologie klug sind — wir verwenden ja `smarte´ Telefone!”.

Koordinierte Nothilfe in Ecuador

Die Familie von Mayra und César verlor durch das Erdbeben im April 2016 ihr gesamtes Hab und Gut. WFP half ihnen, die Notlage zu überstehen. Foto: WFP/Alexander Houghton

Am 19. April 2016, drei Tage nachdem ein Erdbeben mit der Stärke 7,8 das Land getroffen hatte, bat die ecuadorianische Regierung WFP, die Menschen in den Provinzen Manabí und Esmeralda mit Ernährungshilfe zu unterstützen. Zum ersten Mal in Lateinamerika reagierte WFP auf einen Notfall über das bestehende soziale Sicherungsnetz einer Regierung. So war die Nothilfe schneller, effizienter und nachhaltiger. Und es stärkte die Partnerschaft mit der Regierung für eine bessere Vorbereitung und schnellere Reaktion auf Katastrophen.

Mayra und César haben ein 6-jähriges Kind und verloren durch das Erdbeben ihr Zuhause, als Mayra mit ihrem zweiten Kind fast 30 Wochen schwanger war. „Das Erdbeben hat uns zu Obdachlosen und meinen Mann arbeitslos gemacht, aber glücklicherweise sind wir noch am Leben”, sagte Mayra zu WFP-Mitarbeitern. „Ich fühle mich jetzt erleichtert und ruhiger, denn zumindest haben wir den [WFP]-Bargeldtransfer. Unsere Situation ist ziemlich kompliziert und es ist nicht einfach, aber wir schauen trotz allem positiv in die Zukunft. “

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