Weichen stellen für Zero Hunger – jetzt!

Gemeinsamer Appell an die G20-Staaten, Hunger langfristig zu bekämpfen.

Hungersnot. In Somalia, Nigeria, Jemen und im Südsudan haben 20 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Wenn nicht sofort gehandelt wird, drohen 600.000 Kinder demnächst zu verhungern. Mit einem gemeinsamen Appell haben sich Global Citizen, die deutsche Welthungerhilfe und das UN World Food Programme (WFP) zum G20-Gipfel an die Staatengemeinschaft gewendet, um jetzt Leben zu retten und Zero Hunger künftig fest in der G20-Agenda zu verankern. Mit Erfolg: Die USA haben bereits eine entscheidende Millionenhilfe gegen die vier drohenden Hungersnöte in Afrika verkündet.

Eine Welt ohne Hunger bis 2030: Das gemeinsame Ziel der drei Gastgeber des “HealthyNotHungry” Abendempfangs — Global Citizen, die deutsche Welthungerhilfe und das UN World Food Programme (WFP) zusammen mit Partnern aus dem Auswärtigen Amt, dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Weltbank

Unter dem Motto “HealthyNotHungry” folgten 110 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft der Einladung zum Abendempfang von WFP-Exekutivdirektor David Beasley, der Präsidentin der Welthungerhilfe Bärbel Dieckmann und Peter Murphy, Mitglied im Vorstand von Global Citizen, nach Hamburg.

In der “Bullerei”, dem Restaurant von Starkoch Tim Mälzer, der sich selbst im Kampf gegen Hunger engagiert, setzten die Gäste gemeinsam ein Zeichen: Zero Hunger ist möglich – doch wir brauchen die Unterstützung aller, um dieses Ziel noch zu unseren Lebzeiten zu erreichen. „Es gibt keinen Grund, weshalb noch immer fast 800 Millionen Menschen täglich hungern müssen – wir haben schon jetzt so viele Nahrungsmittel, um 10 Milliarden Menschen zu ernähren“, sagte Bärbel Dieckmann in ihrer Begrüßung.

WFP-Exekutivdirektor David Beasley im Gespräch mit Ingrid-Gabriela Hoven, Ministerialdirektorin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Doch es sind vor allem politische Konflikte, die die Erfolge der vergangenen Jahre zunichte machen. „Die Kriege in Syrien und im Jemen, die Gewalt im Südsudan und anhaltende Kämpfe im Nordosten Nigerias stellen uns und die Menschen, die von dort fliehen, vor größte Herausforderungen. Wir können ihnen helfen, ihre Familien zu ernähren, doch wir brauchen gesicherten Zugang zu ihnen. Gleichzeitig hat Zero Hunger nur eine Chance, wenn die internationale Gemeinschaft Frieden schafft“, forderte auch David Beasley in seinem Appell.

Als “lebensrettendes Geschenk” bezeichnete er die Zusage von US-Präsident Donald Trump während des G20-Gipfels, WFP-Hilfsprogramme gegen die Hungerkrisen im Jemen, Nigeria, Südsudan und Somalia mit 331 Millionen US-Dollar zu unterstützen. Dank dieser Gelder kann WFP in den kommenden Monaten das Leben hunderttausender Menschen retten. Und: die Hilfe kommt in einem entscheidenden Moment – denn noch nie zuvor war WFP mit so vielen Krisen gleichzeitig konfrontiert. Neben politischen Konflikten bedrohen auch schwere Dürren wie 2016 im Südlichen Afrika oder aktuell am Horn von Afrika die Existenz von bedürftigen Kleinbauern und ländlichen Gemeinden.

Wie wichtig dabei erfolgreiche Partnerschaften sind, um schnelle Hilfe zu leisten, betonte Annett Günther, Beauftragte für humanitäre Hilfe und Haushalt im Auswärtigen Amt: „Wir als deutsche Bundesregierung können nicht einfach in die Krisenländer und helfen. Wir brauchen starke Partner wie WFP und die Welthungerhilfe, die vor Ort sind und die Menschen in Not erreichen.“ Im vergangenen Jahr war Deutschland der zweitgrößte staatliche Geber für WFP-Programme weltweit und ein entscheidender Akteur für effiziente Nothilfe und Krisenprävention, aber auch langfristige Entwicklungsprogramme.

Annett Günther, Beauftragte für humanitäre Hilfe und Haushalt im Auswärtigen Amt, Gaetano Carboni, Vizepräsident für Strategische Allianzen bei Mastercard und Bernhard Kowatsch, Leiter des WFP Innovation Accelerators. “Wir können nicht hinnehmen, dass 2017 noch immer Millionen Kinder hungern müssen”, sagte Günther.

Um vor allem langfristig Menschen aus Hunger zu befreien, Mangelernährung schon frühzeitig vorzubeugen und Kleinbauern zu unterstützen, sich eigenständig zu ernähren, arbeitet WFP eng zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Innovative Ansätze wie Cash-for-Work- und Resilienzprogramme, die gefährdete Gemeinden gegen künftige Krisen wappnen und dank deren sich bedürftige Familien ausgewogener ernähren können stehen im Fokus der Zusammenarbeit. „Diese Innovationen bringen wir dorthin, wo sie am dringendsten benötigt werden: zu 3 von 4 Kleinbauernfamilien, die weltweit nicht genug zu essen haben”, erklärte Ingrid-Gabriela Hoven, Ministerialdirektorin im BMZ.

Ein besonderes Geschenk hatte zum Abschluss des Abends Ann Cairns im Gepäck, Präsidentin für das internationale Geschäft von Mastercard. Sie unterzeichnete gemeinsam mit WFP-Exekutivdirektor David Beasley eine neue Kooperation mit WFP: Die Initiative “100 Millionen Mahlzeiten” ist Mastercards erste globale Verpflichtung, gemeinsam mit WFP die Armutsspirale zu durchbrechen und langfristig zu Zero Hunger beizutragen.

Ann Cairns von Mastercard präsentierte zusammen mit WFP-Exekutivdirektor David Beasley die Initiative “100 Millionen Mahlzeiten”: “Mit Mastercards Know-How in Technologie und Zahlungsverkehr und der Arbeit von WFP, nutzen wir Innovationen, um Menschen überall auf der Welt Zugang zu Lebensmitteln zu ermöglichen”, erklärte sie nach der Unterzeichnung.