Stimmen und Stimmungen vom „ISTAF 2018“ (02. September 2018)

Lars-Henrik Wacker
Sep 2, 2018 · 3 min read
Auf der letzten Abschiedsrunde: Robert Harting (Bildmitte)

BERLIN. Große Abschiedsparty für Robert Harting: Der 33-jährige Diskuswerfer beendet mit einem zweiten Platz seine Karriere. Thomas Röhler und Andreas Hofmann geben bei ihrer Rückkehr ins Berliner Olympiastadion einen Einblick in die Zeit nach der Europameisterschaft. Und Christina Schwanitz gewinnt, aus einer aufregenden Saison, ganz besondere Erkenntnisse.

Robert Harting (Diskus/SSC Berlin): „Das war ein atemberaubender Abschied hier beim ISTAF. Ich fühle mich sehr geehrt, dass so viele Leute gekommen sind. Ich habe immer versucht, mit gutem Vorbild voran zu gehen und wir sind über die Jahre gemeinsam gewachsen. Die Lücke, die ich hinterlasse, ist mindestens 2,01 Meter groß (lacht). Mein letzter Wurf hat für mich heute alles ins Reine gebracht. Ich war in letzter Zeit oft an mir selbst gescheitert. Und deshalb war es schön, dass ich es mir heute zum Abschied noch einmal selbst zeigen konnte. Das war eine gute Leistung. Ich hätte da glatt Lust, weitere Wettkämpfe zu machen. Aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist. Jetzt verstehe auch ich diesen Satz.“

Thomas Röhler und Julian Weber

Thomas Röhler (Sperwurf/LC Jena): „Der Schlüsselmoment zur EM ist ein Prozess. Es gibt nicht diesen „Boom“ — und jetzt bin ich gut oder „Boom“ — jetzt bin ich schlecht. Speerwerfen ist eine technische Disziplin, mit Aufs und Abs. Für mich persönlich ging es um das Finale selber. Die Qualifikation haben alle gesehen, da bin ich auf der heißen Bahn etwas weggerutscht, musste mich erst fangen. Und dann ging so die Konzentration auf das Finale, in das Finale — und das ist für mich der entscheidende Moment gewesen.“

Andreas Hofmann (Speerwurf/MTG Mannheim): „Ich bin letztendlich immer noch der Selbe geblieben, auch mit der Silbermedaille (lacht). Für Thomas und mich war der Trubel nach dem Finale schon groß. Aber es war auch schön, dass man das miterleben darf und dann nimmt man das auch gerne mit. Als ich aber wieder Zuhause war, ging der Alltag weiter. Es ist ja nicht so, dass man die ganze Zeit auf Wolke sieben weiter schwebt.“

Christina Schwanitz (Kugelstoßen/LV 90 Erzgebirge): „Für den Sport ist es toll, dass man zwei Leben leben kann — einmal das Leben als Leistungssportlerin und das andere Leben mit der Familie. In diesem Jahr habe ich so viele Facetten kennengelernt, hart aber auch schön. Und ich finde, es hat mich als Mensch auch noch ein Stück weiter erzogen.“

Christina Schwanitz (Bildmitte)

Kristin Gierisch (Dreisprung/LAC Erdgas Chemnitz): „Ich hatte auch heute mit meiner eingeklemmten Rippe zu kämpfen. Das ist bei der EM passiert, und seitdem ist mehr Pflege und Physio als Training angesagt. Im ersten Versuch dachte ich, dass ich mir das Rückgrat breche. Dann habe ich immer besser in den Wettkampf gefunden und konnte die Schmerzen ertragen. Mehr war nicht drin, mit 14 Metern bin ich sehr zufrieden.“

Konstanze Klosterhalfen (Mittel- und Langstrecke/TSV Bayer 04 Leverkusen): „Insgesamt bin ich froh, überhaupt wieder laufen zu können. Ich hatte eine langwierige Verletzung, erst bei den Deutschen Meisterschaften konnte ich wieder starten. Das Rennen heute war anders geplant. Ich wollte eigentlich nicht so früh nach vorne. Vielleicht hat das den deutschen Rekord verhindert.“

Christin Hussong (Speerwurf/LAZ Zweibrücken): „Schade, dass ich im letzten Wurf noch vom ersten Platz verdrängt worden bin. Als Sportler möchte man immer gewinnen. Aber ein zweiter Platz in Berlin ist super. Nach der EM war es sehr schwer für uns alle, die Spannung hochzuhalten. Der Kopf wird müde, wir freuen uns alle auf den Urlaub. Deswegen gab es heute nicht mehr die ganz großen Weiten. Wir kämpfen uns durch, nächste Woche geht es noch zum „Continental Cup“ nach Ostrava.“

Große Bustour durch das Stadion für die EM-Helden

Nachbericht:

https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/emotionaler-abschied-emotionale-rueckkehr-und-dreifach-triumph-der-speerwerfer/

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