Take a break — die unerwartete Wirkung von Pausen (Talk auf dem Pathfinder Festival)

Am 24. November 2018 hatte ich die wunderbare Möglichkeit, auf dem intrinsify Pathfinder Festival in Berlin zu sprechen. Dieser Artikel fasst zusammen, was ich dort erzählt habe, unten findet ihr das Video vom Vortrag.

English version of this article can be found below.


Link zur Hörvariante auf Spotify.

Pausen. Auf einem Festival für Neue Arbeit? Das ist einerseits allein deswegen interessant, weil es beim Festival ja vorrangig um Arbeit, nicht um Pausen davon gehen sollte, und zum anderen stellt sich beinahe automatisch die Frage, was mich eigentlich qualifiziert, über das Thema Pause zu sprechen.

Was ist das, was du wirklich, wirklich machen willst?

Ich borge mir die Frage von Frithjof Bergmann [1], um das Thema anzugehen. Hätte man mich vor 12 Monaten gefragt, was ich wirklich, wirklich machen will, ich hätte womöglich keine Antwort darauf gehabt. Habe viel ausprobiert, und konnte an vielen Stellen sicher auch sagen, was genau ich *nicht* machen wollte. Aber es ging auf das Ende des Jahres zu, zwei Wochen Weihnachtsferien standen an, Zeit, um sich zu erholen, die Batterien aufzuladen. Eine Woche zuvor fiel mir David Streleckys *Café am Rande der Welt* [2] wieder in die Hände. Im ersten Kapitel stellt er sich die Frage, wie das ständige Auspowern/Aufladen jemals in eine positive Richtung führen solle. Auspowern/Aufladen, ungefähr so ist das Muster, wenn man sich von Urlaub zu Urlaub, im Grunde ja auch von Wochenende zu Wochenende hangelt, immer mit der Hoffnung im Hinterkopf, irgendwann werde alles besser. Irgendwann, das ist, wenn man den Job findet, der wirklich, wirklich passt. Das Unternehmen, das wirklich, wirklich passt. Oder auch: wenn man mehr macht. Produktiver ist, gesünder, besser meditiert, mehr Sport macht, mehr schläft, weniger schläft, etc. Ungefähr so war es auch bei mir, das Pendel aus Auspowern/Aufladen schwang ständig, wobei es bei mir nicht so sehr auf eine schwarze Null tendierte, sondern eher im roten Bereich war. Dabei war es nicht allein der Job, der auspowerte. Es war der Job *und* alles, was ich darüber hinaus noch in mein Leben stopfte. 
Ein typischer Donnerstag vor einem Jahr: Aufstehen 5 Uhr. Das ist noch nicht der schlechte Teil, das frühe Aufstehen liegt mir. Dann Morgenseiten schreiben [3], meditieren, Yoga, dann eine Stunde kreatives Schreiben. Laufen gehen, je nach dem, ob Termine anstanden, länger oder kürzer. Zurück, duschen, Haare waschen und so weiter. Danach Frühstück, lesen, lernen. Gefolgt von etwas Hausarbeit, vielleicht die Waschmaschine anstellen, die Wohnung saugen. Dann war es kurz vor 9 Uhr, 4 Stunden sind vergangen und ich musste mich beeilen, auf die Arbeit zu kommen. Letztlich ist die Erkenntnis also gar nicht so schwer: es war unterm Strich zu viel. In meinem Hinterkopf stauten sich zu viele Dinge, die in zu wenig Zeit neben den Job wollten. 
Die Frage, *Was ist das, was du wirklich, wirklich machen willst?* ist für diese Situation ein hervorragender Arschtritt, vor allem dann, wenn man sie in den größeren Kontext setzt und leicht anpasst: Ist das, was du da gerade machst auch das, was du in 5, in 10, in 20 Jahren machen willst? Oder, weil David Strelecky bereits angesprochen wurde: ist das, was du da seit 10, 15 Jahren machst, das, was in deinem Museum [4] hängen soll?
Wie auch immer man es formuliert, meine Antwort darauf war eine Notbremse. Nach den Weihnachtsferien bin ich noch für ein paar Monate zurück in den Job, kündigte, und war ab Mitte April “raus”. 
Der Plan: Reset, und im Laufe des Jahres darauf hinarbeiten, die Frage für mich zu beantworten.

Luxus vs. Investition

Mir ist bewusst, dass es ein großer Luxus ist, einfach so Pause machen zu können (ganz so einfach war es ohnehin nicht). Geld zur Seite zu legen, um das zu tun, aber auch einfach die Möglichkeit und Freiheit, das zu tun. Es ist ein Geschenk. Genauer gesagt: ein Geschenk, das ich mir selbst gemacht habe. Denn vor meiner Tür stand vor einem Jahr niemand und hat gesagt: bitteschön, hier sind 6 Monate frei, finde mal in Ruhe heraus, was du machen willst. Ich denke, wenn wir die Frage für uns persönlich beantworten wollen, dann sollten wir auch bereit sein, zu investieren. Ob das freie Zeit ist, oder ein Coaching, oder was auch immer die Antwort für jemanden persönlich ist: hauptsache nicht hoffen, dass sich etwas von allein ändert.

Unterwegs

Um meine neue Arbeit definieren zu können, brauchte ich einen Reset. Der Plan: wandern gehen. Also weit entfernt jeglicher Komfortzonen; das Gegenteil von Stehenbleiben.

Etappe 44: Ich bei 5km/h auf dem Weg nach Langenlehsten. Der einzige Tag, an dem ich andere Wanderer traf (sonst hätte ich davon nicht mal ein Foto!)

Am 18.4. bin ich in Köln zum Hauptbahnhof gefahren, mit neuem Wanderrucksack, neuer Wanderhose, neuer Fleecejacke, und frisch imprägnierten, glänzenden Wanderschuhen. Ich kam mir vor wie ein Fake. Jeder musste sehen, dass ich da nur so tue, als ob, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte, was ich da machte. Viel wusste ich ja auch tatsächlich nicht: wie das mit dem Wandern werden wird, wie lange ich unterwegs sein würde, wie und wann und ein bisschen auch ob ich heil zurückkommen würde. 
Als ich schließlich im Zug saß und meinen Wanderrucksack in die Ablage gelegt habe, drängte sich ein wichtiger Gedanke in den Vordergrund. Nicht: was habe ich wohl vergessen, was wird fehlen, sondern: “Da drin ist alles, was ich brauche.” 
Und das ist ein enorm wichtiger Gedanke, wenn man die Frage beantworten will: was willst du wirklich, wirklich machen? Es gibt nichts, was andere mehr haben als ich, mehr an Zeit, Möglichkeiten oder Fähigkeiten.

Mir fehlt nichts.

Ich habe alles, was ich brauche, um mein Potential zu entfalten. Diese Affirmation begleitet mich bis heute. Und zwar egal, ob es um Gepäck oder um die Arbeit geht, die ich tun will. Es ist alles da.

Das Grüne Band wandern

Ich fuhr nach Sachsen, wo ich auch herkomme. Mein Plan war, am Grünen Band wandern zu gehen, der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Der erste Wandertag war mein Geburtstag (buchstäblich).

Etappe 13: Querschnitt durch die ehemalige Grenze. Rechts der Kolonnenweg, in der Mitte wachsen Bäume in den ehemaligen Grenzanlagen, links begann am Wald das Gebiet der Bundesrepublik.

Das Grüne Band ist ein großartiges Projekt, das vor allem der BUND [5] vorantreibt. Ich bin unzähligen Tieren begegnet, und habe Pflanzen gesehen, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie in Deutschland gibt: Orchideen. Aber das war nicht der eigentliche Grund für die Wanderung am Grünen Band. Als ich über das Projekt stolperte, wusste ich einfach instinktiv, dass es genau meine Strecke war. Ich bin in der 80er Jahren in Sachsen geboren worden und lebe seit 2001 im “Westen”. Eine Hälfte hier, eine Hälfte dort. Vor einem Jahr hätte ich noch gesagt, die Grenze hat für mich keine Bedeutung mehr. Seit der Wanderung weiß ich: hat sie sehr wohl. Das konnte ich sehr gut an den Emotionen ablesen, die mich auf der Wanderung ereilten: von Freude und Dankbarkeit bis Trauer und Wut war alles dabei, das ganze Spektrum.
Ich denke, auf die neue Arbeit bezogen lohnt es sich, einmal einen Schritt zurück zu gehen und sich zu fragen: was beeinflusst mich, und wenn nur indirekt?

Was sind meine Automatismen, die Programme, die bei mir ablaufen?

Wie-die-Dinge-sein-sollten

Ich denke, eine der größten Blockaden, die wir uns selbst aufstellen, sind die Bilder im Kopf, wie genau etwas auszusehen und zu sein hat. Ich selbst litt unter einer jahrelangen Schreibblockade, und zwar nicht vor dem weißen Blatt Papier, sondern weil ich ein völlig unrealistisches Bild vom Schreiben hatte, das mit meinem Alltag rein gar nichts zu tun hatte. Das hat sich seit der Wanderung verändert. Ich habe in allen möglichen Situationen und Lebenslagen geschrieben, jeden Tag. Von dem Energieschub zehre ich bis heute.

Etappe 48: Warum nicht ein Auto im Vorgarten?

Was willst du wirklich, wirklich tun? Gerade wenn es etwas ist, das weit weg vom Alltag ist, lohnt es sich, kritisch auf die Bilder im Kopf zu schauen und sich zu fragen, ob sie einem nicht gerade im Weg stehen, statt ein Ziel zu sein.

Was kannst du jetzt tun?

Was ist die MVP Version?

Angst

Zuletzt noch zu einem Thema, das mich auf der Wanderung überrascht hat. Die mit Abstand häufigste Frage, die mir jeder gestellt hat, egal ob vor, während, oder nach der Wanderung, war diese: Hattest du keine Angst?
Als ich das erste Mal gefragt wurde, habe ich ehrlich zurück gefragt: Wovor denn?

Etappe 8: Auch so sieht die ehemalige Grenze manchmal aus — andernorts ist sie vollkommen verschwunden.

Doch die Angst, nach der gefragt wird, ist nicht die Angst vor wilden Tieren (auf der oben gezeigten Etappe bin ich frühmorgens in Neustadt-Schierschnitz von einem Hund angegriffen worden, und hatte wirklich Glück, dass nichts passiert ist), vor Unfällen (am Grünen Band folgt man dem Kolonnenweg, Lochbetonplatten, in denen man ganz hervorragend umknicken kann), oder davor, sich zu verlaufen (was leider häufig vorkam, es ist eben nicht so, dass man einfach 1.400km der Grenze folgt und dann an der Ostsee ankommt). Die Angst, die gemeint ist, ist eine andere. Und sie betrifft vor allem Frauen. Rebecca Solnit spricht in Wanderlust [6] von dem Gefühl, eine Beute zu sein, die vor allem Mädchen eingeimpft wird — bis heute. 
Und je öfter man gefragt wird, ob man keine Angst hat, umso wahrscheinlicher ist es, dass man anfängt, sich tatsächlich Sorgen zu machen, obwohl vorher keine da gewesen waren. Und ich denke, das gilt für das Wandern wie für die Arbeit, gerade die Neue.

Wovor denn?

Was soll uns denn passieren? Wir haben das Privileg, in einem Land voller Möglichkeiten zu leben, wie viel schöner wäre es, diese in den Mittelpunkt zu stellen?

Ankommen & weitergehen

49 Etappen, 1.335 Kilometer. Hab ich das wirklich gemacht?

Am 14.6. bin ich tatsächlich im Ostseebad Boltenhagen, dem Endpunkt der ehemaligen Grenze zwischen den deutschen Ländern, angekommen. 1.335 Kilometer, 49 Etappen zwischen 15 und 40 Kilometern. Auf meiner Wanderung hatte ich einen einzigen Tag mit einem (in Zahlen: 1) richtigen Regenschauer, so dass ich den ebenfalls neu erstandenen Poncho genau ein einziges Mal auspacken konnte. Ich bin durch beinahe alle deutschen Landschaften gelaufen, Rhön und Harz, dem Brocken, Elbe, Heide, alles war dabei. Begegnet bin ich nicht vielen, denn die Grenze ist bis heute menschenleer. Von den Eindrücken, die ich mitgenommen habe, könnte ich sicher mehrere Stunden problemlos reden. Aber eine Sache steht besonders hervor: Geschwindigkeit. 
Auf der Wanderung hatte ich anfangs Probleme damit, dass es einerseits unfassbar langsam voranging, andererseits der Kilometerzähler erstaunlich schnell wuchs. Doch irgendwann kam die Erkenntnis: es ist nicht “zu” schnell oder “zu” langsam.

Es ist genau richtig.

Darüber wurde sicher schon viel geschrieben, das Gehen ist so etwas wie die natürliche Geschwindigkeit. Ich hatte nach der Wanderung Probleme, wieder in Köln anzukommen, alltägliche Dinge wie Radfahren oder die Bahn zu nehmen, fielen mir schwer. Weil das gehen einfach so viel passender war. Allein für diesen Gedanken bin ich unendlich dankbar.

Aber was ist nun mit der Sache, dem wirklich, wirklich tun wollen? Ich denke, das Zauberwort ist weder das erste noch das zweite ‘wirklich’ in der Fragestellung. Auch nicht das ‘ich’ oder das ‘machen’/’tun’. Es ist das ‘wollen’. Das ist der Startpunkt, jedenfalls war es meiner: was sind eigentlich die vielen diffusen ‘wollen’ in meinem Kopf, und ist nicht jedes einzelne davon erst einmal eine Option? Wenn ich dort anfange, dann fehlt mir nichts, dann haben andere nicht mehr als ich, dann brauche ich auch keine Angst zu haben. Und: wenn ich das Bild, wie ‘es’ auszusehen hat, selbst definiere, bin ich frei, es einfach zu machen, weil es es wirklich, wirklich will.


What taking a break taught me about my new work

The topic I was talking about was extremely interesting: breaks. That alone is interesting since the Pathfinder festival was all about new work, not breaks from it. On the other hand one could also ask what exactly qualifies me to talk about breaks? Well, I took one this year, went for a little walk, and in this talk I share some of what I’ve learned on the way.

(The video will be shared here as soon as it’s available. Talk will be in German.)

What is it you really, really want to do?

I’m borrowing from Frithjof Bergmann [1] here to talk about breaks and new work. 12 months prior to my talk, I wouldn’t have been able to answer the question of what I really, really want to do. I’ve tried a lot, and was pretty able to tell what I didn’t want to do anymore. Also, I was being very productive in terms of squeezing more into an average day than was probably healthy. But then again, it was the end of the year and Christmas break was coming: time to recharge those batteries! A week prior to my talk I re-read the Why Café of John Strelecky [2]. In the first chapter he raises the question of how anything positive should ever come out of constantly re-charging and de-charging those batteries? And that described my pattern last year pretty well. Going from vacation to vacation, from weekend to weekend, always hoping that at some point everything’s going to be better. Some day, when you’ll find that perfect job, that perfect company, or when you’re just doing more, be more productive, healthier, meditate better, do more sports, sleep more, or less, etc.
Well that described my life pretty well. Although it wasn’t quite balanced between charge and re-charge, rather tending towards the red zone pretty strongly. I felt like I was approaching a pretty solid wall, pretty soon.

And my job just accounted for 50% of that. It was all the other options I was trying to cram into my life. Here’s a typical Thurday. I’d wake up by 5am (not the bad part, I’m fond of mornings to this day), would write morning pages [3], meditate, do yoga, write creatively for an hour or so, go for a run, back home shower, get a proper breakfast, read and learn, do some household stuff, and then it was shortly before 9am, 4 hours had passed and I haven’t even started talking about what the work day held for me.

So asking what is it you really, really want to do? is a pretty good kick in the …, especially if you put it into a longterm perspective: is what you’re doing right now what you’re wanting to do in 10, 15 years from now? Is what you have done the past 10, 15 years what you’re wanting to see in your museum of me at the end of your life [4]?

Well, however the question was phrased, my answer was a good, solid No. I’d push the emergency brake on January 2nd after Christmas break and left my job. The plan: find an answer to that question by the end of the year. But first, reset.

Luxury vs. investment

I’m pretty aware of the fact that it’s a gigantic luxury to be able to just take a break from what I’m doing (it wasn’t that easy, anyway). Being able to put money aside, but also the liberty and option to just do that, is a luxury. It’s a gift. To be exact: It’s a gift that I have made myself. Because a year ago, nobody rang at my door offering me half a year to figure out what I really, really want to do. I think if you want to find an answer to that question Bergmann raised, it’s crucial to regard it as an investment, and not wait for the gift to come from somewhere.

Let’s go for a little walk

Day 44: The only time I met fellow hikers and got a shot of me walking at 5 kilometres per hour

To define my new work, I needed a reset. My plan: go for a walk. A rather long one. Far out of my comfort zones, and quite the opposite of resting.

On April 18th I went to Cologne Central, with my brand new back pack, new hiking gear from top to bottom, even my hiking boots were kind of shiny since I’d just waterproofed them, just to be sure. I felt so fake it must have shown. Everyone must have seen that I’m really just pretending. And honestly there wasn’t so much I knew: not when I’d return, how it would turn out, and a little bit even IF I would even return safely.

But when I sat on the train I had an important thought that would prove to be a fantastic affirmation for Bergmann’s question I was setting out to answer. I didn’t ruminate of what I might have forgotton, instead I thought:

I’ve got everything I need.

I think that’s important to think of no matter what the task at hand is. If it’s as big as defining your future work, start here. You’ve got what you need to fulfill your potential. There’s nothing others have that you would lack, no more opportunities, luck or even skill. It’s all there.

Hiking the Green Belt

Day 13: The Green Belt as it looks today. You can see the concrete path on the right hand side, called ‘Kolonnenweg’, much of the border is still walkable on that. In the middle are young trees where the fences used to be.

I drove to Saxony which is also my home country. My plan was to hike the Green belt, the previous inner-German border, where the 2 German states were separated for 40 years. The first day of the hike was my birthday, in the literal sense.

Now the Green Belt is being supported and guarded by the BUND, Friends of the Earth Germany. They’re doing a tremendeous job and everybody should know what they’re doing [5]. The Green Belt, where in earlier days people were killed by a sick system hiding behind vocabulary such as “border violator” instead of humans, the Green Belt has become a sanctuary for species that otherwise don’t have much space anymore. I’ve seen orchids and I didn’t even know they were domestic in Germany. Along with 71 deer, 25 hares, 6 foxes, 2 weasels, 2 snakes and a beaver. And 78 cats. But that wasn’t really why I took the hike.

When I discovered the Green Belt project, I instantly knew that this where I needed to go, what I neede to do. I’m born in the German east, grew up there and went to the ‘west’ at age 18, never to return. I’m perfectly half and half, and had you asked me a year ago if that was any important? I would have said no, definitely not. But it is. I noticed with all the emotions that broke out during the hike. Pure joy of the freedom and opportunity I had, sadness and anger, everything was there. And of course does it influence me! Everyone I grew up with has parents, teachers, and other influencers who grew up in that system.

I think, concerning new work again, it’s crucial to take a step back and ask what’s influencing you, even if indirectly.

What are the programs, the scripts, that run even if I’m not even aware of them?

The should-be’s of things

Day 48: Why not put a car in your garden?

I believe one of the greatest barriers we’re setting ourselves are the images of how something ought to look like. Especially with the kind of work we’d actually like to do, but going for it seems like quite a step. I for example suffered from a major writer’s block for years. Not of the blank paper, but of the unrealistic, idealistic image I’d have of writing that were disconnected from what my actual life looked like. During the hike I wrote in every possible and impossible form. The energy that was set free by getting rid of the image of how it should look like was truly mindblowing.

What do you really, really want to do? Take a step back. Are the beautiful images of your aspirations blocking you?

What can you do to change that?

What’s an MVP version of the ideal picture?

Fear

Day 8: In some places, the border is completely overgrown. Nature is taking back, I loved seeing this, even if it made the hike pretty hard at times.

One last thought from the hike that was astonishing. The question that almost everybody asked me before, during, and after the hike, was this: Aren’t you afraid?
When I was asked for the first time, I answered: But what of?
Not that I’m naive. But what’s asked here isn’t fear of wild animals (pictured is a day that started with me being attacked by a dog, I was lucky that nothing worse happened), or the fear of accidents (along the border you’re following a trail of concrete that is pretty easy to twist your ankle on, or worse) or even to get lost (that may have happened one time or another ;) ). The fear that’s being pointed to here is the irrational fear that ‘something’ might happen to you. Especially with women. This fear is still, to this day, implanted in women: that you’re being some sort of prey, as Rebecca Solnit writes in Wanderlust [6].

And the more often you’re being asked, the more you begin to actually worry. And that applies to hiking and work all the same: But what of?

What are we (really, really) afraid of?

We’re privileged to live in a time — and in my case, in a country, full of opportunity and potential. How much better would the world be if we thought of life more of potential than of fear?

Arriving & moving on

1.335 kilometers in 49 hiking days

On June 14th I arrived at Boltenhagen, at the Baltic sea. That’s where the border between the two German states ended (or started, for that matter). 1.335 kilometres, 49 days of hiking between 15 and 40 kilometres. I had one (figure: 1) day of an actual rain shower that I could take my brand new rain poncho out. I walked through almost all German landscapes, mountan areas, farmland, you name it. You don’t meet many people since the border is pretty empty. I could talk for hours on end about what I’ve seen.

But one last thing that stuck out: pace. At the beginning of the hike I thought it was going much to slow. At the same time, my kilometer tracker was moving pretty fast. But then I thought: It’s not too fast or too slow. It’s just right. Walking, Hiking, is a natural pace, I guess that’s been written about extensively.

It’s just right.

I had problems to find back into normal life when I came back: taking a train ride or riding the bike was really hard. I was just so used to moving at my very own pace. I am so grateful for knowing that it exists. And I think this has much to do with intuition that was hidden under layers of expectations and fears.

That brings me back to Bergmann’s question: what do you really, really want to do? I think the magic word in the question is neither the first nor the second ‘really’. Nor the ‘I’, nor the ‘do’. It’s the want. And that exactly was my starting point after the hike. To take everything I want to do as an option to consider, without thinking that I’m lacking anything, freeing myself of the image of how it ‘should’ look like, and especially without irrational, artificial, constructed fears. I’m free to do that, because I’m really, really wanting to do that. So I do.

Notes & Sources

[1] Interview with Frithjof Bergmann, also the book he mentions: Neue Arbeit, Neue Kultur / New work, new culture
[2] John Strelecky, The Why Cafe
[3] Julia Cameron on Morning pages
[4] Again John Strelecky, Big 5 for Life
[5] BUND on the Green Belt project (German)
[6] Rebecca Solnit, Wanderlust