Fazit und Ausblick

Drei Semester sind vorbeigezogen, Konzepte wurden entwickelt und wieder verworfen, Entwürfe gefeiert und letztendlich doch zerrissen. Und am Ende? Am Ende steht wieder die vertrauteste aller Erkenntnisse: Die erste Idee ist meist doch die beste.

Gerade zu Beginn fällt es oft schwer, Entscheidungen zu treffen. So viele Monate liegen noch vor einem, so viele Stunden wollen mit dem Projekt verbracht werden. Warum also auf ein Konzept festlegen, warum den Rahmen gleich am Anfang begrenzen, warum sich selbst in seiner Kreativität einschränken?
Und so beginnt das Schwimmen, das Schwimmen in einem Meer aus Optionen, aus Hypothesen und Mutmaßungen, das Umhertreiben in…


Die visuelle Sprache von Compass

Die Inhalte in den Mittelpunkt stellen — die Erkenntnisse der Zielgruppenanalyse haben einen zentralen Anspruch an die visuelle Sprache von Compass und insbesondere der App bereits vorweggenommen.

Unaufdringlich soll sie sein, sich dezent im Hintergrund halten, auf Schmuck verzichten. Compass verspricht einen schnellen, unkomplizierten Zugang zu Inhalten, zu individuell generierten Routen — das Interface Design löst diesen Anspruch auch in der direkten Kommunikation mit dem Nutzer ein, verzichtet auf Schnörkel. Platz für Schmuck ist sowieso rar, die Bildschirmfläche von mobilen Endgeräten begrenzt.

Eine Anlehnung an die Schweizer Grafik, an das Werk Josef Müller-Brockmanns, ist erkennbar: klares Raster, feste Hierarchien, wenig…


Data Flow

Ein persönliches Sammelbecken für inspirierende, ortsbasierte Inhalte soll Compass werden. Doch woher kommen diese Inhalte überhaupt? Welche Möglichkeiten hat der Nutzer, Fotos, Videos oder Texte in Compass zu speichern? Und wie sieht der Datenfluss innerhalb der Applikation aus?
Fragen, deren Antworten der folgende Beitrag bereithält.

Quellen

Desktop

Die Compass iOS-App ermöglicht es dem Nutzer, beinahe jede Ansicht der Anwendung als Karte anzuzeigen. Egal ob Explore, Collection oder ein beliebiges Nutzerprofil: Die hinterlegten Geodaten stellen sicher, dass alle Inhalte eindeutig verortet werden können.

Innerhalb der Compass App können nahezu alle Inhalte auch als Karte dargestellt werden.

Warum dieses Prinzip nicht auch auf den Webbrowser übertragen? Das Internet ist voller Bilder, Texte und Videos mit genauen GPS-Koordinaten…


Abschließende Marktanalyse

Ja, eine Marktanalyse gab es bereits. Und ja, das Feld, in dem sich Compass bewegen soll, wurde bereits sondiert. Doch mit der Verschiebung des Projektschwerpunkts — vom Car-Rental-Angebot zum Roadtrip-Tool — sind auch neue Mitbewerber ins Blickfeld geraten. Zeit für eine aktualisierte Bestandsaufnahme.

Wieder wurden unterschiedliche Bereiche untersucht, die letztendliche Auswahl aber auf drei Kerngebiete beschränkt:

Tourenplanung
GTS Routes, Wunderwalk, komoot, Tripomatic, Walkonomics

Tripdokumentation
Journiapp, Tripcast

Magazin
Curves

Tourenplanung

Die perfekt geplante Route — ein Ziel, dass sich auch andere Angebote auf die Fahne geschrieben haben und damit unterschiedliche Interessen bedienen.

GTS Routes

Stärken: Tausende Strecken inklusive Feedback durch die Community, ausgeprägtes Bewertungssystem…


Zielgruppendefinition

Eine Passion für Autos, männlich oder weiblich, zwischen 20 und 40 Jahren alt, hohe bis sehr hohe Aktivität in sozialen Netzwerken: Eine grobe Einordnung der Zielgruppe war durch die vorangegangenen Interviews bereits gegeben — und hatte sich durch die intensive Auseinandersetzung mit potenziellen Nutzern im Rahmen des Businessplans im Einzelnen auch bestätigt.

Doch die Arbeit an Compass sollte zeigen: Generell bietet das Konzept die Möglichkeit, eine weitaus größere Nutzergruppe anzusprechen. Eine Nutzergruppe, die über den leidenschaftlichen Autofahrer hinausgeht.

SIGMA Milieus

Doch der Reihe nach. Zuerst galt es, eine genauere Einordnung, eine Benennung möglicher Nutzergruppen vorzunehmen.

Ausgangspunkt: Der ausgeprägte Fokus der Anwendung auf…


Die Umsetzung

Eines vorweg: Dieser Abschnitt wird lang. Warum? Weil die praktische Umsetzung den größten Teil des dritten Semesters ausmachte, weil sie Recherche und aktive Implementierung gleichzeitig war. Und weil die folgenden sieben Phasen aufzeigen, wie sich das Projekte über eine Spanne von mehreren Monaten kontinuierlich weiterentwickelt hat.

Phase 1: Ziele definieren

Grundlage der Umsetzungsphase von Compass war die Definition von klaren Zielvorgaben für die finale Anwendung. Einige Ziele leiten sich aus den bereits angesprochenen Interviews ab, andere ergeben sich aus der eingangs besprochenen, geplanten Funktionalität der Anwendung.

Diese Ziele helfen dabei, jeden einzelnen Projektschritt kritisch zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen. Gleichzeitig minimieren sie das Risiko…


Interviews & Service Blueprint

STEEP- und SWOT-Analyse, Customer Journey und Service Blueprint. Vieles wurde bereits gesagt, vieles bis ins letzte Detail besprochen. Doch das Projekt hat sich weiterentwickelt, der Kern verschoben. Wer gern einen Blick zurück werfen möchte: Die vorangegangenen Beiträge dieses Blogs widmen sich der kompletten Projektentwicklung — von bereits verworfenen Ideen über die intensive Auseinandersetzung mit einem potenziellen Businessplan bis hin zu ersten Implementierungsansätzen.

Doch das dritte Semester brachte einen Neustart mit sich. Nun galt es, sich zu entscheiden, ein konkretes Projekt auszuarbeiten. Einer der ersten Schritte: erneut mit potenziellen Nutzern sprechen.
Die Stoßrichtung war vorgegeben. Ein Tool zur Generierung individueller Routen sollte…


Compass — A Route Discovery Tool

Küstenstrasse oder abgelegener Alpenpass? Jeder Roadtrip ist individuell. Compass bündelt unterschiedlichste Daten — Instagram Fotos, Facebook Videos oder Blogeinträge — generiert daraus eine personalisierte Route und lädt so zum Entdecken neuer Orte ein.

Das Konzept von Compass ist schnell erklärt — der Weg dorthin brachte jedoch einige Umwege mit sich. Doch der Reihe nach.

Das dritte Semester stand ganz im Zeichen der praktischen Ausarbeitung sowie der Festigung bereits gewonnener Erkenntnisse aus den vorangegangenen Projektphasen. Einzelne Bereiche werden in den folgenden Abschnitten erneut aufgegriffen, andere können in den bisherigen Beiträgen auf diesem Blog nachgelesen werden.

»Persönliche Vorlieben als Grundlage für eine…


Das zweite Semester — Reflexion und Ausblick

Umfeld, Wettbewerb, Zielgruppe — die eingehende Analyse wichtiger Einflussfaktoren hat Impulse für die klare Positionierung von Compass gegeben und die wesentlichen Bausteine des Dienstleistungsangebots gefestigt.

Die Essenz: Kommunikativer Kern des Angebots ist die individuelle Erfahrung. Die Dienstleistung stellt dem Nutzer dabei einen persönlichen Kompass zur Verfügung und begleitet ihn auf seiner individuellen und einzigartigen Route. Gerade die Verknüpfung unterschiedlicher Nutzungsphasen über ein zentrales Endgerät — der Smartwatch — ist dabei ein kennzeichnendes Merkmal von Compass.

Die Eingrenzung des Marktfelds hilft dabei, die weitere Arbeit besser zu fokussieren und den Rahmen der theoretischen und…


Soziale Medien als Mittel zur Informationsgenerierung

Ohne große Planung aus dem Alltag ausbrechen, Neues entdecken, das Gewohnte hinter sich lassen. Compass verfolgt ein klares Ziel: Autofahren soll zelebriert, der Weg als Erlebnis wahrgenommen werden.

Zentrales Element ist die individuell generierte Route. Eine Route, die auf die Persönlichkeit, die Vorlieben und Wünsche des Nutzers zugeschnitten ist. Doch woher kommen die Daten? Wer entscheidet, welche Orte sehenswert sind, durch ihre visuelle Präsenz begeistern?

Compass braucht eine starke Basis. Daten bilden das Fundament der meisten Service-Konzepte. Uber ist auf die Standorte, die ständige Verfügbarkeit seiner Fahrer angewiesen. AirBnB lebt von den Fotos, den…

Alexander Schlosser

Designer // Switzerland // www.alexanderschlosser.de

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