Wie alles begann

Teil 1

Eigentlich wollte ich ja schon vor 3 Wochen anfangen zu schreiben, kurz nachdem ich auf der Insel angekommen bin. Ich hätte gleich so vieles zu erzählen gehabt! Aber so wie es aussieht, kamen doch einige Dinge dazwischen… Hauptsächliches Problem: kein Internet. Aber auch: keine Zeit. Internet habe ich immer noch nicht (bitte eine Runde Mitleid), aber die Zeit nehme ich mir nun endlich.

Vor genau 34 Tagen bin ich angekommen. Das ist über einen Monat her. Unglaublich. Aber wie ich schon angedeutet habe: die Zeit vergeht unglaublich schnell. Und was ziemlich erstaunlich ist, ich hätte nicht gedacht, dass man einen ganzen Monat ohne WLAN daheim überleben kann. Zum Glück ja doch!

Ich bin also an einem bewölkten aber warmen Freitag am Flughafen in Saint-Denis gelandet. Die Reise war unglaublich anstrengend und hat gleich im Anschluss an das Einführungsseminar im Kloster Bonlanden (bei Memmingen) begonnen. Mittwochabend feuchtfröhliche Abschiedsparty mit all den anderen deutschen und französischen Freiwilligen, Donnerstag Wecker um 5 Uhr, den restlichen Kram in den Koffer stopfen, Bus um halb 8, Zug um 10 Uhr, mit Rucksack und 2 großen Koffern umsteigen in Stuttgart, Ankunft in Paris um 14 Uhr! Im Bus Richtung Flughafen, als die einzigen Passagiere nur noch der Busfahrer und ich waren, die Wolken sich grau und bedrohlich im Himmel türmten, und wir außerhalb von Paris durch die Gegend rasten (ja, wir sind so gerast, dass ich mich in den Kurven mit beiden Händen am Sitz festhalten musste), bekam ich irgendwann das Gefühl, dass ich niemals wohlauf zum Flughafen kommen würde. Außerdem verlor ich komplett den Überblick über die Haltestellen, die der Fahrer scheinbar wie ganz willkürlich und durcheinander anzustreben schien, und hatte schon die Befürchtung, ich hätte den Flughafen verpasst. So einen kleinen Flughafen kann man ja schließlich schnell mal übersehen. Nach 70 Minuten Fahrt kam der riesige Gebäudekomplex dann doch in Sicht und ich beeilte mich, endlich aus diesem Gefährt zu kommen. Dann hieß es wieder warten, denn es war 16 Uhr, mein Flug ging aber erst um 21.30 Uhr. Also erstmal essen.

Nach dem Start der Maschine bin ich sofort eingeschlafen, da ich so müde war. Ich denke ich hätte die ganze Nacht so durchschlafen können. Leider stand aber auf dem Plan eine einstündige Zwischenlandung in Marseille, die sich auf Grund eines betrunkenen jungen Herrn in der Reihe schräg vor mir auf zwei Stunden ausdehnte. Da war es nun schon nach 1 Uhr nachts als wir endlich wieder abhoben. Ich bin gleich wieder in einen Tiefschlaf gefallen, nur um kurz darauf, um halb 3 in der Früh, vom Bordpersonal geweckt zu werden, da — ganz logisch! — um diese Uhrzeit das Abendessen serviert wurde. Es hätte ja auch das Frühstück sein können. Ich wollte eigentlich einfach nur in Ruhe gelassen werden und weiter vor mich hindösen. Da ich es aber über alles hasse, Nahrung wegzuwerfen, habe ich mich überwunden und das Essen im Halbschlaf zu mir genommen.

Teil 2

Soweit ich mich erinnern kann, ist der weitere Flug ohne nennenswerte Vorkommnisse verlaufen, außer dass ich dann leider gar nicht mehr schlafen konnte… Eine nette Anekdote vom Beginn des Fluges möchte ich hier aber noch einbringen! Nach dem Boarding musste ich noch kurz mal für kleine Mädchen, bevor ich nach Abflug fest an meinen Sitz gegurtet sein würde. Da geh ich also Richtung Toilette, krieg die Tür nicht auf; eine Stewardess, die daneben steht, hilft mir, dann springt die Tür auf und ein Typ schaut uns etwas überrascht an :D Wir entschuldigen uns (obwohl er ja eigentlich selber schuld ist, wenn er die Tür nicht absperrt) und ich gehe zur Toilette gegenüber. Naja und den Rest des Fluges kennt ihr ja schon.


Eine oder zwei Wochen später gehe ich auf dem Uni-Campus die Treppen rauf, da spricht mich ein junger Herr an, begrüßt mich und schaut mich irgendwie erwartungsvoll an. Ich denk mir nur oh mann, was will der jetzt. Anscheinend hat man mir das angesehen, denn er beginnt auf einmal sich zu rechtfertigen, dass wir uns kennen, und dass wir im selben Flugzeug Paris - St. Denis waren. Ganz ehrlich, ich bin zuerst echt nicht drauf gekommen. Ich meine, es waren echt viele Leute in dem Flugzeug, wahrscheinlich bin ich ihm zufälligerweise aufgefallen, er mir aber nicht. Aber nun ja, ihr habt es schon geahnt, dieser junge Herr, der mich an der Uni angesprochen hat, ist derselbe Typ, den ich auf der Toilette im Flugzeug überrascht habe! Ich fand das schon ein bisschen verrückt. Vor allem, dass er sich noch so genau an mich erinnert hat. Der Moment im Flugzeug hatte ja vielleicht eine Sekunde gedauert und ging einfach so schnell, dass ich sein Aussehen gar nicht registriert habe. Auf jeden Fall war er dann ziemlich aufdringlich, also wurde aus dieser wunderbaren Freundschaft leider nichts. ;-)

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