Es gibt WUT-CLUBS.

Was du dort findest. Warum es noch mehr von ihnen braucht.

Ich benutze Wut um diesen Artikel zu schreiben. Ich benutze Wut um mir die Nase zu putzen. Ich benutze Wut wenn ich etwas ändern will, in Beziehungen für Klarheit sorge und den Redefluss von Klienten in meinen Sitzungen unterbreche, um mit ihnen einen Schritt weiter zu kommen.

Sie ist so alltäglich, dass es mir rätselhaft scheint, wie ich einen Großteil der letzten 26 Jahre ohne Bewusstsein über die Magie von Wut gelebt habe. Wie gesagt, ohne Bewusstsein.

Schließlich scheint 26 Jahre lang dennoch etwas funktioniert zu haben. Ich konnte auch damals schon Dinge beginnen, das Begonnene verändern und beenden. Sonst wäre ich nicht mit 26 Jahren bei meinem ersten Wut-Club gelandet.

Der nächste Schritt war dran. Der nächste Schritt war: Ich wurde mir meiner Wut bewusst. Wurde mir ihrer Einfachheit, Direktheit, ihrem Zu-Mir-Gehören bewusst. Kein anderer Mensch kann meine Wut ausdrücken. Keiner kann mich davon abhalten. Nur ich kannst es. Meine Wut bewusst auszudrücken öffnet mir gewaltige Welten. Es ist eine Tür durch die ich gehen konnte.

Durch diese Tür bin ich in meinem ersten Wut-Club / Rage-Club gegangen. Von unbewusster Wut, zu bewusster Wut. Plötzlich verstand ich meine Impulse, wusste deutlicher was ich will und hatte mehr Mut JA und NEIN zu sagen. Durch all das fühle ich nun meine Grenzen neu, halte ihre Daseinsberechtigung aufrecht und kommuniziere aus einem inneren Raum, der meiner ist. Ich werde zu meiner eigenen Autorität, jeden Tag mehr. Die Zutat WUT bleibt die gleiche, doch ich koche anders, weil ich ein neues Rezeptbuch bekommen und gelernt habe, dieses täglich zu verfeinern.

Ich erzähle dir das hier mit der Absicht den Durst nach deinem Ausdruck zu stärken. Schrift soll ihn nicht ausreichend lindern. Auch wenn sie wichtig ist, um dich in deinem mentalen Körper zu erreichen und auf die Erfahrungen vorzubereiten. Die Wut lebt im emotionalen Körper. Und dieser braucht experimentelle Erfahrungen. Um diese zu ermöglichen, braucht es experimentelle Erfahrungsräume.

Alleine das hier zu Deklarieren, braucht Wut. Denn es ist eine Unterscheidung, die Trennschärfe benötigt. Der emotionale Körper braucht Räume die emotionale Erfahrungen ermöglichen. Dies gelingt, dadurch dass sie dafür geschaffen sind, den Ausdruck von Gefühlen und Emotionen zu halten. Wir nennen diese Räume auch, extraordinäre Räume.

Lass dich willkommen heißen in der Welt der Rage-Clubs! Die Tür zu einem bewussten Umgang mit deiner Wut durch das Erleben. Wir machen Experimente die dich den Facettenreichtum von Wut begreifen lassen. Denn es ist eine Reise durch die niederschwelligsten Ausdrücke von Wut in deinem Körper bis hin zur maximalen Freilegung deiner Kraft in Stimme, Bewegung und Fokus.

Wir werden die Schritte einzeln gehen. Denn wir bewegen uns auf meist unbekanntem Terrain. Der Raum des Nicht-Wissens ist aktiver Teil unserer Forschung. Die hiesigen Gesellschaften haben uns quasi nichts für Gefühlsarbeit mit auf den Weg gegeben außer ein paar veraltete kontrollierende Ideen und Blickwinkel.

Damit wir unser Forscher-Sein selbst entdecken können und die Identität des Forschers / der Forscherin für jede/n Teilnehmer/in eine Bereicherung wird, finden wir in Wut-Clubs heraus was unsere veralteten Blickwinkel auf Wut sind, welche wir aussortieren und welche neuen wir integrieren.

Ohne zu viel vorwegzunehmen, lande ich hier vorab eine bedeutsame Unterscheidung. Wut ist entweder ein Gefühl oder eine Emotion. Das heißt, sie entspringt entweder aus der momentanen Situation (Gefühl) oder du hast sie noch aus der Vergangenheit unausgedrückt in dir (Emotion). Beides fühlt sich gleich an, doch sie auszudrücken führt zu komplett unterschiedlichen Ergebnissen in deinen Beziehungen. Wie unterscheidest du sie?

Für Fragen dieser Art ist Platz im Rage-Club durch einen Raum für das Nicht-Wissen und das unmittelbare Erfahren. Ich vermute die Frage „fühle ich gerade ein Gefühl oder eine Emotion?“ reicht schon aus um dir für deinen Alltag etwas Unterscheidungsarbeit zu geben.

Es ist der Anfang eines Universums an lebensbereichernden Unterscheidungen welches den Zugang zum Lernen im Nicht-Wissen bietet. Lerne mit deiner ursprünglichen Wut-Energie in Kontakt zu kommen, um konstruktiv, Welt-gestaltend und Beziehung-kreeirend nach vorne zu gehen. Mit der Möglichkeit dass du als nächstes einen Rage-Club anbietest.

Ich wäre dir dankbar für dein Mitwirken, denn es fehlt an erfahrenen Gefühls-Forscherinnen und Forschern in jedem Winkel der Welt.

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