Neu gemacht muss nicht besser sein.

In Weimar wurde in einem langen Prozess der gesamte Bereich des Wielandplans umgebaut. Der Anfang sah vielversprechend aus. Bodenleitlinien mit Nullabsenkung an den Ampeln und kontrastreiche Gehwegränder, alles generationsübergreifend optimal entwickelt. Doch dann wurden die Bushaltestellen neu gesetzt. Was war da los? Statt eines klar räumlich abgetrennten Bereichs am hinteren Rand des Gehwegs wurde ein überdachter Wartestand genau in die Mitte des Gehwegs gesetzt. Genau hinter die Einmündung zur Schützengasse. Und zwischen Wartestand und Straße wurde dann auch noch das Bushaltestellenschild aufgebaut. Wozu? Nun sehen wir Bürger um die Ecke kommen und fast vor den Wartestand laufen. Und wenn einmal mehrere Personen auf den Bus warten und Väter und Mütter wollen mit einem Kinderwagen oder einem Doppelfahrradanhänger vorbei laufen, dann entsteht schonmal ein Stau. Das kann unmöglich so konzipiert worden sein! Das ist nicht nur nicht altersgerecht, das ist sogar nicht passantengerecht. Wir wissen, dass Ältere ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben und dass für sie das Warten auf den Bus ein mit Stress verbundenes Ereignis ist. Wenn dann auch noch der Weg zur Bustür hoch frequentiert ist, entspannt das nicht gerade die Situation. Mich würde wirklich interessieren, wer dieses Konzept erstellt und wer es abgesegnet hat. Waren es “nur” Bauingenieure und Architekten? Wo bleiben die Soziologen und Gerontologen im Planungsprozess? Weimar braucht mehr Interdisziplinarität!

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