Immobilien-Marketing trifft 3D Drucken

Wie 3D-Grundrisse die Kaufentscheidung von Immobilienkunden fördern

Wir reflektieren für den Immobilien-Profi, wie der Bauträgerkunde mit dem 3D-Druck sein räumliches Denken erweitern kann. Das wiederum unterstützt den Kunden beim Treffen einer nachhaltigen Investitionsentscheidung. Wir erläutern, weshalb 3D-Druck und Home Staging jetzt und perspektivisch wichtige Werkzeuge für die Immobilienwirtschaft sind. Gleichermaßen stellen wir fest, dass die Kaufentscheidung für ein Immobilienobjekt ein Gestaltungsakt für das Leben ist. Seien Sie gespannt, was der Immobilienprofi dabei von IKEA lernen kann.

Das Problem des räumlichen Vorstellungsvermögens („Pensée Solide“)

Im letzten Blogbeitrag haben wir darüber berichtet, wie inspirierend vereinfachtes 3D-Prototyping auf Gestalter und Ingenieure wirken kann. Wir haben das Problem des fehlenden räumlichen Vorstellungsvermögens bei Ingenieuren identifiziert. Die unangenehme Folge: Die resultierende Arbeitsmethode verleitet die Ingenieure zu Konstruktionsfehlern, denn CAD-Software, Zoomeffekt und Größe der Computerbildschirme führen sie zuweilen in die Irre. Die Ursache ist dieser Mangel an „Pensée Solide“, jener seltenen Fähigkeit, Körper dreidimensional gedanklich zu abstrahieren. Wir haben gelesen, wie Gestalter diese Hürde überwinden, wenn sie vom Grundsatz ausgehen, dass sie für Menschen designen. Designer arbeiten mit intensivem Prototyping als Kommunikationswerkzeug über Gesten, Wörter und Bilder hinaus ‑ Rendering ist bewiesenermaßen nicht ausreichend. Letztlich haben wir einen Rat gegeben, wie das Scheitern eines typischen Designablaufs im Engineering verhindert wird: mit 3D-Prototyping.

Zusätzlich sind wir der Vorgeschichte des Lasersinterns nachgegangen. Jener 3D-Druck-Methode, die das wunderbare Ergebnis der Zusammenarbeit von Gestaltern und Ingenieuren sowie der Förderung der perfekten Prototyping-Methode ist. 20 Jahre lang war diese Technik unerschwinglich und litt unter zu langen Produktionszeiten. Jetzt, nach frei gewordenen Patenten, sehen wir neue 3D-Drucker. Die ermöglichen kürzere Produktionszeiten und vereinfachte Prototyping-Angebote für den Designablauf im Engineering.

Das Defizit an räumlichem Vorstellungsvermögen hört nicht an der Bürotür auf. Es ist auch keine berufliche Krankheit von Ingenieuren und Gestaltern. Wir werden heute drei Beispiele eruieren, wie damit außerhalb der reinen Produktgestaltung umgegangen wird. So erstaunlich es klingen mag: Die Immobilienbranche ist mit den gleichen Problemen wie die Ingenieurswelt konfrontiert.


Home Staging

Makler kennen das Problem, sobald sie Wohnungsbesichtigungen mit Kunden durchführen. Die Wohnungen “leben“, sie stecken voller Alltag des derzeitigen Bewohners, und der erste Eindruck als Besucher ist eine gewisse Scham. Das „Einbrechen“ in das Privatleben von Fremden erzeugt ein unangenehmes Gefühl. Wenn der Kunde dieses Unwohlsein überwunden hat, dann wird er in der Wohnung mit vielen Einzelheiten wie Stil, Möbel und auch Unordnung konfrontiert. Das alles muss er bewusst vergessen, bevor er seine eigenen Lifestyle-Ideen in die vier Wände projizieren kann. Die Erfahrung zeigt: Zu viele Gegenstände, zu viel Persönliches auf den ersten Blick, können Immobiliengeschäfte zum Scheitern auf den ersten Blick verurteilen.

Die Immobilienbranche löst das Problem mit dem sogenannten Home Staging. Der Home-Staging-Experte, ein spezialisierter Innenarchitekt oder Designer, entfernt die persönlichen Spuren des Verkäufers. Er trägt für den guten Eindruck der Wohnung Sorge, z. B. für ein helles Erscheinungsbild. Damit erhöht sich deren Attraktivität des Wohnraums für potenzielle Käufer. Der Makler verschiebt den Sachverhalt von der definierten Verkäufervergangenheit hin zu einem käuferorientierten, offenen Zuhause. Der Kunde vermag sein zukünftiges Leben in die Wohnung zu projizieren. Home Staging ist relativ neu in Deutschland. Hier finden Sie einen interessanten Artikel zum Thema.


IKEA und die Kaufentscheidung als Gestaltungsakt

Die Erfahrung zeigt, dass zu wenige Informationen ebenso kontraproduktiv sind. Wagen wir ein einfaches Gedankenspiel: Wie attraktiv finden Sie es, Möbel in einem Baumarkt zu kaufen? Die übliche Antwort ist eindeutig negativ. Es sei denn, Ihr Fokus liegt mehr auf dem Bastel- oder Do-It-Yourself-Aspekt als auf einer Verschönerung des Interieurs und dem Einkaufserlebnis. Was ist Ihre Antwort, wenn ich frage, wie Sie den Möbeleinkauf bei IKEA wahrnehmen? Üblicherweise lautet die Antwort, dass Sie sich eher wie ein Innenarchitekt fühlen, der Entscheidungen trifft. Nüchtern betrachtet findet der tatsächliche IKEA-Kaufakt in einem Bereich statt, der durchaus hässlicher als so mancher Baumarkt sein kann. Letztendlich werden Sie nach beiden Kaufakten das Gleiche tun: Ein flaches Paket kaufen und ein Möbelstück selbst montieren. Also: Worin liegt das IKEA-Geheimnis? Gibt es einen Trick?

Die meiste Zeit verbringen Sie bei IKEA nicht in der Lagerhalle. Sie werden gezwungen, das IKEA-Universum vollständig abzulaufen und Notizen zu machen. Genau dort, wo alle Möbel ein Home Staging erfahren haben, bevor Sie überhaupt Ihren Einkaufwagen füllen können. Bei der Aktivität wird Ihr Gehirn angeregt, iterativ und ständig hin und her zu pendeln zwischen dem heutigen Leben und wie es in der IKEA-Welt sein könnte. Das ist die Prototyping-Phase. Meistens laufen Sie den Pfad mit der Familie ab und die gemeinsam gemachte Erfahrung ermöglicht eine erfolgreiche Kommunikation. So wird der Einkauf eines Flachpaketes bei IKEA zu einem gestalterischen Akt des Lebens aufgewertet. Es ist die größte Unterstützung für das räumliche Vorstellungsvermögen, die mir je begegnet ist, sowie dessen beste Nutzung als Verkaufsinstrument.


Immobilieninvestition mit Home Staging und 3D-Grundriss

Ich bin aus Berlin, das den Zuzug von ca. 50 000 Neuberlinern jährlich erlebt. Dies befeuert einen sehr lebhaften Immobilienmarkt. Viele der Wohnungsverkäufe gelten für Neubauimmobilien. Zahlreiche Bauträgerprojekte finden unter der Regie der sogenannten MaBV-Verordnung statt, was einen Verkauf ab dem Start und während des fortschreitenden Baus bedeutet. Die starke Regulierung ermöglicht Vertrauen und macht Bauträgerprojekte beliebt.

Dennoch: Als Kunde treffen Sie eine für Ihr Leben wegweisende Kaufentscheidung. Und die soll auf limitierten Informationen beruhen? Was Sie von der neuen Wohnung vor der Unterschrift sehen, sind eine schlammige Baustelle, viele Prospekte und vertragliche Schriften sowie im besten Fall eine beliebige Home Staging-Musterwohnung.

Bei FREEFORMA Additive Manufacturing gilt unsere Leidenschaft dem räumlichen Vorstellungsvermögen. Wir gestalten und produzieren 3D-gedruckte, individuelle 3D-Grundrisse speziell für Bauträgerprojekte. Mit einer Kapazität von mehreren tausenden 3D-Grundrissen pro Jahr sind wir der Marktführer im Bauträgerprojektmarkt. Investiert ein Mensch in ein neues Zuhause, so ist das mehr als ein einfacher „Kauf“. Es ist ein gestalterischer Akt für das Leben. Als Experte im Home Staging oder Immobilienvertrieb haben Sie jetzt die Möglichkeit, mit FREEFORMA Ihre Bauträgerprojekt-Kunden noch besser zu beraten.

Mit Home-Staging-3D-Grundrissen können Ihre Kunden Ihr zukünftiges Zuhause in der Hand halten, bevor es existiert. Es ist die Prototyping-Phase. Die Käufer werden nicht durch den Mangel an Proportionen oder einen Zooming Effekt getäuscht. Für das Gehirn ist es viel einfacher, das Wohnungsinterieur in ein Puppenhaus als in ein Rendering zu projizieren. Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, wie IKEA über die Gestaltung zu kommunizieren. Darüber hinaus stellen wir ein virtuelles Modell auf einem USB-Stick zur Verfügung.

Mit diesem Modell können Kaufinteressenten die Prototyping-Erfahrung steigern, indem sie die Einrichtung am Computer ändern.

Laurent Altenburger