Die Xbox One X

Über Enttäuschungen und verpasste Chancen

Microsoft hat also endlich die Xbox One X vorgestellt. Ein Leistungsmonster, welches Spiele in 4k und 60 FPS darstellen soll. Vorweg: Wie man zu dieser E3-Pressekonferenz steht, kommt wohl sehr auf den Blickwinkel an. Meiner ist der eines Users, der bereits mit einem recht guten PC und einer PS4 Pro nebst dem passenden 4k-TV ausgestattet ist. Und aus meiner Sicht will mir Microsoft neue Hardware verkaufen. Nun. Das klappt nicht.

Dies hat mehrere Gründe. Wie gesagt, da ich einen PC besitze, ist ein Spiel, welches auf der Xbox und Windows 10 gleichzeitig erscheint, für mich kein exklusiver Titel. Ich habe ja Alternativen. Unter diesem Gesichtspunkt gilt leider, dass es wirklich nicht einen einzigen Titel gibt, welcher mich zum Kauf einer Xbox One X anregt. Es gibt niemals ein “Das MUSS ich haben!”-Gefühl. Wer nur auf die Spiele geschaut hat, klar, der wurde zufriedengestellt. Metro. Natürlich Assassins Creed. Ja, auch Forza 7. Aber dazu brauche ich diese Kiste nicht zu kaufen. Zugegeben, um diese Titel auf dem PC in 4k zu spielen, benötige ich mindestens einen 2000 Euro teuren PC. Aber dann wandert wieder mein Blick zur PS4 Pro mit ihrem Checkerboard-4k. Und dann ist das plötzlich gar nicht mehr so schlimm.

Der Redmonder Konzern hat binnen der ersten zehn Sekunden der Pressekonferenz den Technikhammer auf den Tisch gelegt, hat es aber über den gesamten Abend nicht geschafft, einen Showcase für eben diese Technik dazuzupacken. Einzig und allein Anthem, die neue Bioware-IP, weiß grafisch zu begeistern. Aber auch hier gilt: Kann ich woanders kaufen. Was hätte also kommen müssen? Ein Titel, der mich optisch wegbläst. Der die Leistung der neuen Kiste zu 100% ausreizt. Dann sogar gerne “nur” in 1080p, ja von mir aus sogar nur 30 FPS. Hauptsache, es fetzt mich weg. Es kam nicht.

So bleibt weiterhin ein Uncharted 4 oder ein Horizon Zero Dawn Meister darin, zu zeigen, was Konsolenhardware dank Optimierung und Exklusivität kann. Und das bei der halben Rechenleistung.

Kurz:. Wer noch keine Spielehardware jedweder Art besitzt, oder einzig und allein im Xbox-Universum zu Hause ist, der wird großartig bedient. Wer jedoch Alternativen hat, der ist nicht Zielgruppe der Xbox One X.

Wie gesagt. Microsoft will Hardware verkaufen. Aber ohne “richtige” Exklusivtitel klappt das auch weiterhin nicht. Und dann haben wir noch nicht von VR gesprochen.

Ich bin gespannt, was die Verkaufszahlen sagen.

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