Jetzt benenne ich meinen Wert!

Es geht darum, zuerst selbst den eigenen Wert zu erkennen…

Na, das ist doch mal eine Ansage!

“Es war einmal…

ein wunderbares Menschlein, das hatte so vieles zu bieten. Auf seinem Gebiet war es sozusagen eines der besten!

Das kleine Menschlein konnte die Menschen inspirieren und für etwas begeistern. Und es hatte das, was es tat, von Grund auf gelernt — heutzutage nicht selbstverständlich. Das Menschlein war schon immer außerordentlich kreativ und schrieb zum Beispiel wunderbare Texte für all die vielen Konzerte, die es dirigierte.

Es lebte den wunderschönen Märchensatz: Ich verlange erst mal weniger für das, was ich tue — und kann das dann immer noch steigern, wenn sie meinen Mehrwert erkennen. Ja, ja, so war es, das kleine Menschlein: Selbstlos. Bescheiden. Und sich selbst aufopfernd.

Und wenn es nicht gestorben ist, dann rennt es noch heute wie wild in seinem Hamsterrad und sucht den Ausgang zu einem blühenden Leben.”

Bringe dein Leben zum Blühen. Indem du deinen Wert erkennt.

Gleich vorweg: Dieser Gedanke ist Bullshit! Niemand wird deinen Wert erkennen, wenn du ihn nicht selbst erkennst! Einzig du entscheidest darüber!

Ich arbeite als Dirigentin (professionelle Ausbildung) mit Amateur- Orchestern. Und möchte euch eine Geschichte erzählen. Nehmt sie einfach als Metapher. Und vorweg: Ich habe in dieser Zeit wunderbare Menschen kennen lernen dürfen und ich bin sehr dankbar. Doch darum geht es mir jetzt nicht. Heute geht es ausschließlich um die Lektion: Ich erkenne meinen Wert.


Mein Start und meine Positionierung…

Vor genau zehn Jahren habe ich ein Orchester übernommen. Schon damals ging meine Ausbildung weit über die Norm im Amateurbereich hinaus. Und so übernahm ich dieses Amateur-Orchester: Gut ausgebildet, kreativ und mit viel Erfahrung im Gepäck. Beste Voraussetzungen also.

Und es ist auch vollkommen egal, um welches Orchester es sich handelt. Ich möchte anhand dieses Beispiels aufzeigen, was es mit der “Wert-Schätzung” auf sich hat.

Also: Ein unwichtiges Orchester in einem unwichtigen Ort.


Damals etwa 30 Musiker, vor allem Jugendliche und Studenten — mit einem Repertoire wie „Udo Jürgens live“ oder alten, längst überholten Arrangements für Blasorchester. Brrrrr. Hier war jemand am Werk, der sich mit moderner Blasorchesterliteratur und auch mit den neuen Strömungen in der Blasmusik noch nicht befasst hatte. Ich wusste damals genau, wo ich hin will. Und ich wusste, wie ich gemeinsam mit den Musikern genau dorthin komme kann. Es konnte also los gehen!

Meinen Job als Dirigentin dieses Orchesters begann ich finanziell mit einem kleinen Wert-Ausgleich. Damals habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht. Ein fataler Fehler, wie sich später noch zeigen würde…

Sofort begann ich mit meiner professionellen Arbeit — gemeinsam mit den Musikern. Von Anfang an verlängerte ich unsere wöchentliche Probenzeit. Ohne einen finanziellen Ausgleich zu fordern. Zusätzlich begann ich, auch regelmäßig in den Ferien zu proben. Ebenfalls ohne einen finanziellen Ausgleich für die Mehrarbeit zu fordern. Ich probte manchmal sogar an Feiertagen. Auch das ohne einen Ausgleich.

Damit begann ich bereits ganz subtil, eine Furche in meine “Honorar-Spur” zu graben. Nur wusste ich es noch nicht.


Das Orchester entwickelt sich…

Bestand das Orchester zu Beginn hauptsächlich aus Studenten und Jugendlichen, so kamen mit der Zeit auch immer mehr Erwachsene zu uns. Viele Musiker kamen aus dem Umfeld und nahmen sogar häufig eine längere Anfahrt in Kauf. Das Orchester wuchs in diesen zehn Jahren auf teilweise 60 Musiker an.

Die Bevölkerung des Ortes, Freunde, Bürgermeister und Landräte, und auch Ärtze und Professoren aus der nahegelegenen Uniklinik — sie alle waren beeindruckt von der steten und hörbaren Entwicklung dieses Blasorchesters.


Intonation. Eine einheitliche Phrasierung. Und vor allem ein warmer, weicher Orchesterklang. Das war mein Ziel. Und dieses hatte ich stets vor Augen. Ich wollte einen homogenen Klangkörper entstehen lassen. Nicht wie bisher mit zwei stark dominierenden Registern — ich suchte den EIN-Klang. Ein weicher harmonischer Gesamtklang.

Ich möchte, dass sich die Musiker “beim Spielen umarmen”.

Unser Repertoire veränderte sich vom ersten Tag an. Viele klassische Transkriptionen fanden den Weg in unsere Konzerte. Es gab die Overtüre aus “Dichter und Bauer”, originalgetreu aufgeführt mit Cello. Wir spielten meinen Lieblingskomponisten Puccini. Durchaus eine Herausforderung für ein Blasorchester. Die “Fledermaus” mit tollen Gesangs-Solisten nahm ich in unser Konzert Programm. Oder auch Teile aus Scheherazade von Rimski-Korsakov oder den Trauermarsch von Edvard Grieg. Schon immer habe ich ein untrügliches Gefühl, was möglich ist — und auch, was ankommen wird. Meine große Empathie kommt dem Orchester in vielen Bereichen zugute.


Da war der Gefangenenchor aus Nabucco — gesungen von einem wunderbaren Projektchor mit einem tollen, professionellen Chorleiter. “Another brick in the wall” — gemeinsam mit etwa 60 Kindern aus der Grundschule und einer ganz besonderen Lehrerin. Ich organisierte eine wunderbare Opernsängerin für “Rusalkas Lied an den Mond” und wir spielten mit einem “echtem schottischem Piper” Highland Cathedral. Einen “Freddie Mercury Sänger” organisierte ich auch und ich fand eine tolle Violonistin für das Thema aus “Schindlers-Liste” aus dem Ort. Es gibt so viele Beispiele.

Meine Ideen gingen nie aus — und das Orchester profitierte durchaus von meinem großen Ideenreichtum. Finanziell honoriert wurde das allerdings nicht. Ich meine im Nachhinein, es lag daran, dass ich diesen Mehrwert, welchen ich in Fülle bot, selbst nicht erkannte. Wie sollte diesen dann jemand anderes erkennen können…? Ich habe den Ausgleich nicht eingefordert. Weder verbal, noch non-verbal…


Was mich stets antrieb, war die Musik. Und auch eine wunderbare Frau als Vorständin. Eine Frau mit Persönlichkeit, Charakter und voller Tatkraft. Wir waren das perfekte Team und ergänzten uns hervorragend! Ein großer Mehrwert für das Orchester.

Die Auswirkungen machen sich bemerkbar…

Damals bemerkte ich ganz still und leise, wie dieses Orchester immer mehr meiner Zeit „frisst“ — und ich mir gleichzeitig immer weniger in meinem Leben leisten kann. Ich gab meine ganze Energie und auch Zeit in dieses Orchester, alles andere lief nebenher. Und das bei einer sehr geringen Entlohnung. Ein Freund sagte damals zu mir, als er hörte was ich bezahlt bekam, es wäre wirtschaftlich gesehen sinnvoller, Hartz4 zu beantragen, da hätte ich mehr Geld zu Verfügung. Ich hielt es zuerst für einen Scherz. Inzwischen weiß ich, er hatte recht…

Doch ich erkenne meinen Anteil daran, denn ich hatte ja auch nichts eingefordert. Eine einmalige, kleine Gehaltserhöhung, nach sieben Jahren — auf meine Bitte hin.


Ich fühle mich nicht Wert geschätzt — liegt das an mir…?

Ich merkte, wie ich immer mehr unzufrieden wurde. Wir nahmen auf Wunsch des Orchesters an einem Wettbewerb teil. Und erreichten damals die höchste Bewertung in unserer Klasse. Kein Ausgleich für die zusätzlichen Proben. Wir machten zusätzliche Konzerte. Ein Open-Air. Ein Konzert in der Kirche “nur mit den Kleinen”. All das vollkommen ohne Ausgleich. Ich hatte eine Idee — und setzte diese um. Doch mir wurde plötzlich bewusst:

ICH HABE MICH VON ANFANG AN SEHR SCHLECHT POSITIONIERT!

Und ich begann, mehr Geld zu fordern. Zuerst leise und auch unsicher. Fast etwas verschämt…


Ich erkenne meinen Anteil an dieser Situation…

Ich kam mit Mara Stix in Berührung — verschlang ihre Videos und mir wurde bewusst, dass ich einfach selbst mehr Geld fordern muss. ICH SELBST musste einen Ausgleich schaffen. Musste meinen Wert selbst anerkennen. Ich leiste wertvolle Arbeit, ich leiste etwas Besonderes — also soll das auch entsprechend honoriert sein.

…echt zu echt blöde, dass ich mich von Anfang an so schlecht positioniert habe!


Mit der Zeit — und mit wachem Geist — erkannte ich immer deutlicher: Wenn ich mehr arbeite, verdiene ich weniger. Hä? Mit meiner “Mehr-Arbeit” ging proportional mein Verdienst nach unten. Fuhr ich ja einfach fast 60 km zum Orchester — so heißt das, wenn ich mehr Proben, Konzerte und Auftritte mache, dann verringert sich mein Verdienst — auch durch die immens hohen Benzinkosten. Mein zusätzliches Engagement wird somit bestraft?! Mein Engagement wird ausgenutzt — und ich lasse das mit mir machen?!


Meine Forderungen wurden lauter und bestimmter. Nicht mehr verschämt, sondern “UN-verschämt”. Für mich bedeutet das: Laut, klar und deutlich.

Ich wollte jetzt noch etwas verändern und kämpfte wie eine Löwin für einen höheren Ausgleich. Jetzt sehr laut und bestimmt. Nichts. Lediglich eine kurze Reaktion des Kassierers kurz vor unserem Konzert. Ein sehr ungünstiger Zeitpunkt für eine Dirigentin — wohl wusste er das. Die andere Zeit wurde ich vom Kassierer immer wieder vertröstet. Die Honorar-Furche war schon zu tief gegraben.

Gleichzeitig zu meinem Ärger über die Bezahlung veränderte sich personell auch die Vorstandschaft. Ich wurde noch mehr unzufrieden — doch vielleicht hat ja das eine das andere bedingt…?


Nicht das, was ich leiste, wurde im Orchester gesehen (schon klar, ich hatte mich ja selbst jahrelang unter Wert verkauft), sondern das, was ich plötzlich nicht mehr machte, wurde gesehen.


Ich entschied mich nämlich, nur noch nach Vorschrift zu arbeiten. Nichts mehr zusätzlich. Und hatte damit plötzlich nur noch Widerstand! Das Leben zeigte es mir jetzt deutlich. Auch von den Musikern, die forderten, ich müsse selbstverständlich mit ihnen auch in den Ferien bzw. an Feiertagen proben, wenn sie an unserem normalen Probentag wegen eines Festes nicht konnten, da sie mich ja schließlich bezahlen würden. Ein sehr kleingeistiges Denkmodell. Von Wertschätzung schien das meilenweit entfernt. Und doch erkannte ich meinen Anteil daran. Bisher hatte ich das ja auch immer gemacht.

Auch das habe ich mir selbst erschaffen. Sicherlich sehr unbewusst.

Und als Dirigent kann man dich sehr wohl locken — dein Ego lockt dich. Kein guter Dirigent stellt sich vorne auf das Podest, wenn es nicht top gearbeitet ist. Ich bin Perfektionistin und probe, bis es sitzt. Doch leider wurde das nicht honoriert und gesehen. Wohl über all die Jahre auch nicht von mir. Alles wurde selbstvertändlich.


Die Furche im Acker war zu tief…

Das Ende der Geschichte: ICH HABE SELBST GEKÜNDIGT! Weil ich erkannt habe, dass ich mit diesem schlechten Start von vor zehn Jahren mit eine so tiefe Furche gegraben habe, die ich nun nicht mehr verlassen kann! Ich konnte mein Honorar nicht mehr verändern, so dass es auch für mich stimmig wird.


Meine reiche Erkenntnis aus dieser Erfahrung: Wer mich haben will, muss meine Arbeit auch Wert schätzen!

Ich erkenne meinen Mehrwert jetzt an. Meine große Gabe, ein Orchester nachhaltig zu formen.

  • Intonation, Phrasierung und auch die Klangbalance zu verbessern und immer weiter zu optimieren.
  • Ich erkenne, wie leicht ich mit meiner Art sowohl Erwachsene als auch Kinder zu begeistern vermag und weiß, dass es durchaus keine Selbstverständlichkeit ist.
  • Ich erkenne meinen großen Ideenreichtum und meine Kreativität, was definitiv jedem Orchester zugute kommt. All das war in unserer Musik und in unseren Konzerten hörbar.
  • Auch mit Enerigen beschäftige ich mich schon lange und ich bringe dieses Wissen in meine Arbeit als Dirigentin ein. Vor allem bei Wettbewerben arbeite ich viel mit Energien.
  • Ich erkenne meine große Begabung, als Autorin auch Texte für das Konzert zu formulieren und die Konzerte “rund” werden zu lassen.
  • Und ich erkenne meine Gabe, durch meine Empathie die passenden Stücke für ein Konzert zusammen zu stellen.
Mein Groschen war gefallen: Ich bin WERTVOLL und habe jedem Orchester einen großen Mehrwert zu bieten!

Nein” ist ein kompletter Satz und bedarf keiner Erklärung!

Und ich sagte endlich einmal: NEIN. Es war ein langer Weg der Erkenntnis. Doch nach meinem deutlichen NEIN fühle ich mich endlich wieder vollkommen frei!

Dein Start entscheidet!

Gebt euch von Anfang an euren Wert! Erkennt ihn vor allem selbst! Weshalb solltet ihr euch am Anfang unter Wert verkaufen? Es ist eure Lebenszeit und eure Liebe zur Arbeit! Auch wenn es für viele wie ein Hobby aussehen mag. Musik ist für die meisten ein Hobby — für mich allerdings nicht. Und jeder hat im Leben die Möglichkeit, das zu tun, was er liebt. Es bedarf nur Mut.


Nur, weil du den Mut hast, das was du liebst zum Beruf zu machen, bedeutet das nicht, dass du dafür schlechter bezahlt wirst! Ganz im Gegenteil!

Ich bin frei. Und WERT-voll!

Mir geht es jetzt super und ich fühle mich endlich wieder leicht und frei. Ich habe viel mehr Zeit, meine Zeit und auch meine vielfältigen Gaben in mein eigenes Business zu investieren. Ich kann endlich dann viel Geld verdienen, wenn ich viel Zeit investiere. Und inzwischen meine ich sogar, dass Geld mit Leichtigkeit in unser Leben kommen darf. Leben darf leicht sein! Die Balance war wieder gegeben. Ich investiere in mein eigenes Business! Denn in meinem eigenen Business stimmt die Wert-Schätzung — dieses Wort beinhaltet den “SCHATZ”. Schon aufgefallen?


Manchmal muss es ein Ende mit Schrecken sein.

Mit dem Orchester habe ich mich verworfen und keinerlei Kontakt mehr. Sie haben mich für die restliche Zeit freigestellt. Das tut etwas weh. Ich könnte mich rechtfertigen und den Musikern erklären, wie es soweit gekommen ist. Doch nein: Ich rechtfertige mich nicht, da ich keinen Grund dafür sehe. Diejenigen, die wirklich wissen wollen, wie es gelaufen ist, sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit mir einen Cafe zu trinken. Alle anderen sind mir schlicht egal. So einfach ist das jetzt für mich geworden.

Ich denke dabei an diesen tollen Spruch, den ich kürzlich las:

“Je weiser eine Frau wird, desto weniger ist sie an Rechtfertigungen interessiert. Sie dreht sich einfach um und geht.”

Es war eine wundervolle Zeit und ich durfte vieles lernen. Viele tolle Menschen lernte ich kennen. Doch auch die ewigen Nörgler, die ein Orchester zerstören können. Die ständigen Besserwisser gab es auch. Oder die, die nur kritisieren und nichts selbst auf die Beine stellen. Ein wundervolles Erfahrungsfeld für mich! Gerade auch hinsichtlich Gruppen-Energien.


Und doch weiß ich: Ich habe diese Entwicklung zu verantworten. Und ich übernehme die volle Verantwortung dafür. Definitiv habe ich viel daraus gelernt. Fehler darf man machen, doch nur einmal den gleichen…

STARTET GUT. AUFRECHT. MIT ERHOBENEM KOPF. SEID EUCH EURES WERTES SELBST-BEWUSST!

Ich bin in ein neues Business gestartet. Ein Business, das ich sehr liebe und das ich auch schon längere Zeit betreibt. Jetzt bekommt mein eigenes Business viel mehr Platz in meinem Leben. Go for it!

Ich gehe MEINEN Weg.

Und wer weiß, vielleicht coache ich irgendwann auch einmal Orchester und Dirigenten…

Herzlich, eure Andrea.

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