Warum ich blogge

Ich bin PR-Freelancer, und ich blogge nicht, weil ich sonst nichts anderes zu tun habe. Aber das Bloggen über fachliche Themen ist längst ein wichtiger Bestandteil meines Jobs geworden — oder genauer: meiner Geschäftsstrategie. Daher möchte ich Ihnen an dieser Stelle einmal kurz erzählen, inwiefern es gut, richtig und wichtig war, im Herbst 2013 mit “Quinkert bloggt — PR-Blog aus dem Ruhrpott” an den Start gegangen zu sein. Und wie es überhaupt dazu gekommen ist. 


Bloggen hat mich weder zum Krösus gemacht noch hat es mir Groupies eingebracht. Dazu muss man heutzutage mindestens Sascha Lobo oder wenigstens Bastian Sick sein. Oder irgendein erfolgreicher Modefuzzi, denn Mode geht immer. Ich mache aber “nur” Public Relations. Trotzdem habe ich mir im vergangenen Jahr einen Ruck gegeben und die Bloggerei endlich in meine Geschäftsstrategie integriert, um mein PR-Praxiswissen öffentlich verfügbar zu machen. Natürlich mit der Absicht, auf diesem Wege auch meine Skills als Autor und Dienstleister unter Beweis zu stellen und mich dadurch umso besser im Markt zu positionieren. Ganz nach Lehrbuch. Allerdings war mir bewusst, dass ich da viel Geduld mitbringen muss, weil kaum ein Fach-Blog von jetzt auf gleich einschlägt wie eine Bombe. Mittlerweile tut sich jedoch was.

Knapp gesagt ist Quinkert bloggt also ein Online-Akquisevehikel mit integrierter Mehrwertfunktion für meine Zielgruppe(n). Und dieser wechselseitige Nutzen gilt für alle Corporate Blogs. Oder sollte gelten, worüber ich unter Blogging-Tipps für Unternehmen und Hochwertiger Content ist kein Selbstzweck ja auch schon gebloggt habe. Themen gibt’s immer in Hülle und Fülle. Und das Beste ist: Um überhaupt loslegen zu können, musste ich nicht einmal das Rad neu erfinden, sondern in der Folge nur regelmäßig für möglichst guten (sprich: zielgruppenrelevanten) Content sorgen. Alles andere habe ich anderswo abgekupfert.

Gründe und Zusammenhänge

Zwei einschneidende Ereignisse im Sommer 2013 waren der Auslöser für mein Losbloggen: zum einen der überraschende Tod meines langjährigen Grafikdesign-Kooperationspartners und engen Freundes Axel (Stairway to heaven, Mann …), mit dem zusammen ich bis dahin unter Zweiplus Network Kommunikation firmiert hatte, und zum anderen ein, sagen wir mal, mittlerer Kataklysmus im Kundenbereich. Ich musste mich auf die Schnelle neu aufstellen — was mir in gewisser Hinsicht dann auch die Trauerarbeit erleichtert hat. Wenn man das überhaupt so sagen kann. Aber es ist vermutlich gut, dass ich hiermit zum ersten Mal überhaupt öffentlich über diesen Zusammenhang geschrieben habe. Es ist jetzt raus.

An den Feineinstellungen meiner modifizierten geschäftlichen Ausrichtung friemel ich zugegebenermaßen bis heute herum, aber eine Entscheidung war in jedem Fall richtig: meinen Nachnamen als Marke aufzubauen. Nicht sonderlich originell — aber aus SEO-Sicht durchaus naheliegend, da “Quinkert” ein ausgesprochen seltener Name ist und bei Google kaum Konkurrenz hat. Man findet uns alle sehr, sehr schnell im Web. Also habe ich mein Business in Quinkert PR & Redaktion umbenannt, eine neue Webseite konzipiert, getextet und hochgefahren, meine Social-Media-Aktivitäten neu ausgerichtet und erweitert sowie einen PR-Blog eingerichtet, um das Ganze entsprechend zu pushen. So wie man es in Zeiten von Content Marketing halt so macht.

Tacheles reden und so

Von vornherein war mir dabei klar, dass mein Markenname auch im Blogtitel vorkommen musste, und da ich es als bekennender Ruhrie bisweilen etwas schnörkelloser mag, fiel meine Wahl schnell auf Quinkert bloggt. Zunächst noch mit dem etwas sperrigen Zusatz “PR, Kommunikation und der ganze Rest, seit neuestem aber einfach nur mit “PR-Blog aus dem Ruhrpott” im Untertitel. Damit spare ich mir erstens den besagten Rest, der mir ohnehin von Anfang an Kopfschmerzen bereitet hatte, und zweitens kann ich meine Beiträge jetzt hin und wieder mit ein wenig Lokalkolorit aufpeppen. Auch sprachlich. Das passt ziemlich prima, wie ich finde, zumal wir hier im Pott nun mal gerne Tacheles reden. Und wer weiß, vielleicht taugt das im Gewimmel der unzähligen PR-Blogs ja auch irgendwann als Differenzierungsmerkmal …

Jedenfalls habe ich seither jede Menge Arbeit in meinen kleinen No-Budget-Blog bei blogger.com gesteckt (bezahlte Ads oder dergleichen habe ich bislang nicht geschaltet), um im Schnitt drei bis vier zumeist längere Blogbeiträge pro Monat ins Netz zu bekommen. Wofür mit allem Zipp und Zapp jeweils rund zehn Stunden Arbeitszeit draufgehen — inklusive “Bewerben” der Beiträge via Social Media, Aufbau von Blogger Relations, thematischen Recherchen und Evaluation, versteht sich. Ich bin da immer sehr gewissenhaft. Alles andere bringt ja auch nichts.

Bloggen bildet weiter

Und jetzt kommt’s: Ich hatte gar nicht auf dem Schirm gehabt, dass die Recherchen zu meinen Blogposts noch einen weiteren großen Nutzen mit sich bringen. Und zwar kontuinierliche fachliche Weiterbildung. Schließlich kann man Beiträge mit tatsächlichem Zielgruppen-Mehrwert nicht einfach so frei von der Leber runterbloggen. Ich zumindest nicht. Also begann ich, mich in zentrale Themen wie Content Marketing, Social Media und SEO einzuarbeiten — und erweiterte so “gezwungenermaßen” meine Kenntnisse. Und hatte ich mich zuvor noch (zu) sehr auf meiner grundsoliden PR-Ausbildung im Journalisten-Zentrum Haus Busch, Hagen, ausgeruht, so fuhr ich jetzt ein inhaltliches Update nach dem nächsten. Was angesichts der Branchendynamik in Webzweinullzeiten auch allerhöchste Eisenbahn war. Und man kann es wirklich in einem einzigen Satz zusammenfassen: Ich bin überaus zufrieden mit dem Ergebnis.

Bleibt nur noch zu sagen, dass Quinkert bloggt mit mehr als 50 Prozent mehr Seitenbesuchen im Juni 2014 nun langsam losrockt und zu immer neuen Kontakten und Kundenanfragen führt. Und zu einem wahrnehmbaren Plus an Reputation. Zu verdanken habe ich das in erster Linie anderen Bloggern, die meine Inhalte teilen und weiterverbreiten. Darunter auch so bedeutende Influencer wie Klaus Eck, Mirko Lange und Nicolas Scheidtweiler. Ihnen allen gilt mein aufrichtiger Dank! Dazu musste ich mich aber auch mächtig ins Zeug legen. Denn von nichts kommt nichts.

Ach ja, und eben darum blogge ich. Über Dinge, von denen ich hoffentlich etwas verstehe, über die ich gleichzeitig mehr und mehr lerne und die am Ende sowohl meinen Zielgruppen als auch mir etwas bringen. Alles andere wäre reine Zeitverschwendung.

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