Du kannst alles lernen: drei Tipps aus persönlicher Erfahrung

Hier habe ich erst vor ein paar Jahren alle Schwimmarten gelernt :)

Mit 26 habe ich mich entschlossen, Schlagzeug spielen zu lernen. Mit 28, schwimmen zu lernen. Mit 29, die deutsche Sprache zu beherrschen. Obwohl ich mich auf keinen Fall als ein echter Profi bezeichnen kann, kann ich heutzutage mit 31 zahlreiche Lieder fließend spielen, 1600 m ohne Pause schwimmen und ein Gespräch auf Deutsch führen.

Im Folgenden findet ihr die besten Tipps, die mich meiner Zielen genähert haben. Viel Spaß mit euren! :)

1. Freunde dich mit den Höhen und Tiefen an

Der Lernvorgang ist eine unvermeidliche Kurve voller Höhen und Tiefen, ungeachtet dessen, was du beherrschen willst. An manchen Tagen scheint dein Ziel an der Ecke zu sein. An anderen gehst du vollkommen niedergeschlagen ins Bett. Mein Rat: mach kein Problem daraus. Der Vorgang ist einfach so, also je schneller du ihn annimmst, desto schneller wirst du Fortschritte machen.

Genau wie Nick Winter es in seinem Buch The Motivation Hacker behauptet, bin ich der festen Überzeugung, dass man alles schaffen kann, solange man genug Motivation hat. Demzufolge geht es beim Lernen darum, die Motivation so hoch wie möglich zu erhalten, damit man die benötigte Beständigkeit und Disziplin entwickeln und die zu erwartenden Tiefen überleben kann.

Sich mit den Höhen und Tiefen anzufreunden kann mithilfe einiger Taktiken erleichtert werden. Einige davon werden im obenerwähnten Buch dargestellt. Hier ist ein wirkliches Beispiel von einer, die mich mehr als ein Mal gerettet hat. Sie heißt “pre-commitment”:

Es ist schmerzhafter, ein öffentliches Versprechen zu brechen als weiter zu machen!

Seitdem sind schon zwei Jahren vergangen und ich mache weiter :). Die Schlussfolgerung: Genügende Motivation macht den Lernvorgang zu etwas Dauerhaftem.

2. Forsche und beute aus

Die ersten 25 m Schmetterling meines Lebens!

“Übung macht den Meister” sagt das Sprichwort. Jedoch erklärt es nicht, wie man üben soll! Es gibt keine einzige Art und Weise zu lernen, die für jeden gilt und tatsächlich funktioniert. Genau wie in der Erdölbranche nur dort gedrillt wird, wo es genügenden Beweis gibt, dass das Ergebnis die Investition überwiegen wird, sollte man auch sorgfältig die Lernweise auswählen, in der man seine wertvolle Zeit zum Lernen investieren wird.

Versuch und Irrtum hat sich als wirksam erwiesen, wenn es darum geht, die geeigneteste Lernweise zu finden, solange du kleine (und billige!) Experimente durchführst und die entsprechenden Ergebnisse irgendwie misst und vergleichst. Am Anfang wirst du dich fühlen, als ob es eine Zeitverschwendung ist, aber langfristig wird es sich lohnen.

Die Schlussfolgerung: Forsche mit Neugier und dann beute mit Entschlossenheit aus!

3. Genieß die Reise

Eine meiner 10+ gescheiterten Bands

Das Lernen ist eine Reise, nicht ein Zielort. Wenn man vom Zweck besessen ist, macht man den derzeitigen Schritt zu etwas Wertlosem. Dennoch ist er alles, was du hast. Weder der vorherige noch der nächste Schritt existieren. Nur dieser aktuelle. Hier und jetzt.

Wenn man auf diese Weise das Lernen anspricht, wird das Ziel plötzlich belanglos… der aktuelle Schritt selbst verwandelt sich in den Zweck… und so fangen das richtige Lernen und Genuss an.

Lernen ist ein Wunder. Die bloße Gelegenheit, lernen zu können, ist etwas, wofür man sich immer bedanken kann. Also bleib ein Lernende ein Leben lang und genieß die Reise.