Ziel erreicht!

20160828_074254

Warnung vor den Nebenwirkungen

Ziele sind ein verdammt irres Zeug!
 Kennst du das, dass dein ganze schöne Planung plötzlich keinen Sinn mehr macht, nur weil die genau da angekommen bist, wo du sehr lange hin wolltest?
 Mich hat diese Erfahrung echt überrumpelt:
 Ich wusste drei Jahre ganz genau wo ich hin möchte und plötzlich war mein Ziel weg!
 
 Eben wußte noch jede Faser meines Körpers wo ich hin wollte, egal ob wach oder im Schlaf, alles was mit meinem Ziel zu tun hatte, oder auch nur hätte haben können, hat verlässlich sofort Aktivität in mir ausgelöst.
 Eine wunderschöne, lebendige Wachheit, egal wie müde ich tatsächlich war…
 
 Und nun war da nichts mehr!
 Ich hatte mein Ziel erreicht und mein ganzes System war im Leerlauf…
 … und zwar auf Hochtouren!
 
 Merkwürdiges Gefühl!
 
 Ich dachte immer am Ziel ist alles gut.
 Und klar in den ersten Tagen war da auch eine große Erleichterung und eine tiefe Freude. Doch im Hintergrund, oder besser im Untergrund meiner Gefühle, versteckte sich eine gähnende Leere, die sich langsam und unaufhaltsam in mir ausgebreitet hat.
 Also versuchte ich es so, wie ich mit all meinen Gefühle umgehe und lies mir die Zeit diese Leere anzunehmen und zu betrachten.
 Irgendwie war das offenbar zu viel.
 Ich wollte meine Ideen nicht mehr verfolgen, keine Termine mehr machen, konnte nicht mehr schreiben und am liebsten habe ich Serien geguckt (dank Netflix jeden irren Mist und auch viel wirklich sehr gutes Zeug).
 Dummerweise immer gleich die ganze Nacht lang…
 Das Leben andere, erfundener Menschen war spannender für mich als meines und zugleich war ich ratlos und auch erschrocken über mein Desinteresse an meinem Leben.
 Meine bisherige Zielsetzung war erfüllt, ich hatte es geschafft und nun wusste ich nicht weiter.
 
 Ich glaube, ich hatte eine „Post-Erfolgs-Depression“
 
 Und deshalb habe ich die Pausetaste gedrückt.
 Alles, was ich absagen konnte und womit ich aufhören konnte, habe ich auf Eis gelegt.
 Was mir erstaunlich leicht fiel.
 Und die Leichtigkeit mit der ich aufhören konnte, hat mir noch mehr Angst gemacht.
 Langsam bekam ich Angst, dass meine Lust auf Wirken und Handeln und Interagieren für immer weg sein könnte. Das schlimmste daran war: Ich kannte mich nicht mehr. Das war doch nicht ich.
 Mein Bild, von der die ich bin, hatte jeden Bezug, zu dem was ich mit mir erlebte, verloren.
 
 Blöde Situation für eine, die als Selbstständige ihre Miete verdient…
 
 Ich habe mir trotzdem Zeit gelassen!
 Und es hat sich gelohnt.
 Mit der Zeit ist Ruhe eingekehrt.
 Ich konnte akzeptieren, dass es mir so geht, wie es mir geht und ich habe wieder angefangen das zu machen, womit ich mein Geld verdiene.
 Langsam und stetig.
 
 Wenn auch anfänglich noch etwas automatisch, mit wenig Seele oder Lust auf und an dem was ich tat.
 Die Erfahrung, dass ich trotzdem gute Ergebnisse bekam, war dann sehr erleichternd.
 Ich weiß seid dem, dass ich nicht lichterloh brennen muss, um gut zu sein.
 Doch irgendwann hat da ein neues kleines Feuer in mir angefangen zu glühen.
 Eine neue Idee kam langsam aus der Leere auf mich zu.
 Eigentlich war sie schon zu Beginn der Leere da.
 Zuerst als ein Gefallen für jemanden, der vorher sehr viel für mich getan hatte und dann als Möglichkeit jemandem zu helfen, der sehr viel für ganz andere Menschen leistet und drohte auszubrennen.
 
 Und dann war da diese dreistündige Autofahrt
 
 Eine einsame Rückfahrt, nach dem ich meinen Sohn zum Flughafen gebracht hatte, durch das sommerliche Frankreich.
 Da habe ich dieses neue, kleine Licht in mir entdeckt. Noch ganz vage zu Beginn. Aber ich hatte ja viel Zeit im Auto und so ist daraus eine immer größere Idee entstanden.
 Und ohne das ich es so wirklich richtig merkte, breitete sich eine neue Vision in mir aus.
 
 Mich selber nicht mehr wieder zu erkennen, in einer Zeit in der es eigentlich allen Grund gegeben hätte mich einfach zu freuen, hatte mich wirklich verunsichert.
 Meine neue Vorstellung von meinem zukünftigen Leben dagegen hat ein viel älteres Selbstverständnis von mir wieder belebt.
 Und jetzt beginne ich diese Selbstbilder in meiner neuen Vision zu einem neuen, vielleicht viel vollständigerem Bild, mit meinen jüngeren Selbstbildern neu zusammen zu setzen.
 Es ist wunderschön, dass ich in meinem inneren Bild von der Frau die ich heute bin so vieles von der wiederfinden, die ich als Teenager dachte zu sein.
 Sogar einiges, was ich als Zwanzigjährige dachte zu sein — und da saß ich ganz weit oben im Elfenbeinturm ;-).
 Es ist ein bisschen wie eine innere Party mit lieben, alten Freundinnen, die ich lange nicht gesehen und echt vermisst habe.
 
 Und ab heute bring ich meine neue Idee in die Welt!

ganzen Beitrag lesen

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.