The Passenger

Dass ich mal einen Bericht über etwas mit Motor und Rädern schreiben würde, hätte ich bis kurz vor dem Urlaub konsequent abgestritten. Nun liegt ebensolcher hinter uns, 3600 Kilometer in einem Wohnmobil durch Frankreich. Wohnmobil also. Und zwar dieses:

Der Carado T-138 ist ein teilintegriertes Wohnmobil mit sehr kompakten Ausmaßen. Trotz der geringen Länge von knapp 6 Metern ist er innen erstaunlich geräumig und wegen dieser Länge auch sehr wendig. Untergebaut ist serienmäßig ein Fiat-Ducato. Das Holz-Design macht das Ganze auch ziemlich wohnlich.

Pluspunkte
Viele Dinge an diesem Wohnmobil haben uns gut gefallen. Für gewohnte Zelt-Camper ist es eine Bereicherung, drei Kochplätze zu haben und einen Kühlschrank, der selbst bei Eiswürfeln nicht an seine Grenzen kommt. Am besten funktioniert dieser bei Gas- und Strombetrieb, während der Fahrt wird die Temperatur zwar gehalten, aber nicht heruntergekühlt.
Spüle und Herd haben Abdeckungen aus Glas, die heruntergeklappt als Ablage benutzt werden können. Auch das „Badezimmer“ ist komfortabel, selbst Duschen ist kein Problem bei einem 122-Liter Frischwassertank. Über einen Boiler kann das Wasser vorher auf 40 oder 60 Grad erwähmt werden. Wenn es draußen kälter ist, kann innen auch geheizt werden, was sehr schnell geht.
Überdies gibt es genügend Steckdosen und viel, viel Stauraum.
 Ausgestattet war unser Leihmodell mit einem Hubbett, das man zum Schlafen herunterlassen kann und auf dem zwei Personen locker Platz haben (1,40m x 2,00m). Oben kann man Netze anbringen, um nicht herunterzufallen. Gut ist auch, dass man sowohl über die Fahrersitze als auch über eine Leiter ins Bett klettern kann, so dass es von beiden Seiten zugänglich ist. Zusätzlich hätte man unten ein weiteres Bett aus der Seitenbank bauen können, aber das war nicht nötig.
Zwischen Seitenbank und Tisch kann aus dem Boden ein Teil herausgenommen werden, so dass auch große Menschen im ganzen Innenraum stehen können. Im hinteren Teil lässt sich im Außenkofferraum auch ein Brett herausnehmen, so dass auch große Teile transportiert werden können. Wir haben dort z.B. den Campingtisch untergebracht. Alternativ kann man die kleinen Fächer lassen und hat von innen darauf Zugriff. Außen gibt es noch eine Markise, die mitsamt dem entsprechenden Gestänge herausgerollt werden kann.

Minuspunkte
So toll das Hubbett von seiner Größe auch ist, war es auch der größte Knackpunkt. An den Seiten, also jeweils am Kopf- und Fußende des Bettes, sind Stoffbahnen angebracht, um den Hubmechanismus abzudecken. In diesen Bahnen sind weitere Stangen angebracht, um den Stoff beim Hochdrücken des Bettes von der Mechanik fernzuhalten. Genau das hat aber nicht funktioniert, weil eine Stange gebrochen war (vermutlich lag das aber an den Vormietern und nicht an der Technik an sich) und sich dadurch der Stoff immer wieder in den Mechanismus eingeklemmt hat und sich das Bett nur mit Mühe und Kraft überhaupt lösen ließ. Am Ende haben wir die Vorhänge ganz entfernt und dann ging alles gut.
 Zweiter kleiner Minuspunkt sind die Fenster, bzw. die Jalousien. Eine von ihnen ist ständig aus der aus sehr dünnem Plastik bestehenden Führungsschiene gesprungen und hat das Rollo mit einem lauten Ratsch wieder eingerollt. Wäre das nachts passiert, wären wir sicher vor Schreck aus dem Hubbbett gefallen (aber wir hatten ja die Netze :-)). Hier hätte man es eigentlich ähnlich lösen können wie bei den Dachluken — mit Plissees, die einfach vorgezogen werden.

Fazit
Trotz der kleinen Minuspunkte alles in allem ein wirklich schönes Wohnmobil, das ich immer wieder mieten würde. Komfortabel beim Fahren, gute Ausstattung, kompakte Größe und trotzdem viel Platz.
 Kurzum, es hat Spaß gemacht. Wir vergessen noch immer, dass wir zum einen keinen Tempomat mehr haben und grüßen zum zweiten weiterhin fröhlich alle Wohnmobile.

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