Weiche Knie

Wenn ich im Moment noch immer humpelnd durch die Gegend “laufe”, liegt das daran, dass mein Knie operiert worden ist. Rechte Seite, von mir aus. Bei der Voruntersuchung wurde mir von der Ärztin auch ein Pfeil mit Edding draufgemalt — vermutlich, damit sie auch das richtige Bein aufschnippeln. Man hat ja schon das Eine oder Andere gehört.

Jedenfalls ist ja so eine Operation — vor allem, wenn es die Erste ist — sehr aufregend. Am Tag vorher muss man zig Vorbereitungen machen. Man kriegt so eine Art Laufzettel zum Abhaken und klappert dann die ganzen Stationen ab: 
Also, administrative Aufnahme (wo gefühlte 100 Aufkleber mit dem Namen drauf ausgedruckt werden), Blutabnahme, EKG, Untersuchung und Aufklärung, Narkosegespräch. 
Meine Lieblingsstation war das EKG, weil die Schwester so nett war: “So ein schönes EKG drucke ich aber gern aus. Darauf können Sie stolz sein!” 
Ganz stolz hab ich das dann auch gleich dem Narkosearzt erzählt, der hat immerhin sehr höflich gelächelt. Eine befreundete Anästhesistin hatte mir im Vorfeld zu einer Vollnarkose geraten (“Sag’, du willst das Mittel von Michael Jackson!”). Ich hätte auch eine Rückenmarkspritze nehmen und dann bei der OP zugucken können. Aber das war mir dann doch too much. Naja, und nach vier Stunden konnte ich mit dem aufgemalten Pfeil auf dem Bein wieder nach Hause. Ich wusste ja schon vorher, dass es nichts Schlimmes war. Also kein Tumor oder so. Insofern hätte ich dann auch entspannt sein können. Hätte sein können. Ich war aber NERVÖS!

Am nächsten Morgen (sehr früh!) ging es dann ab zur Aufnahme, wo bereits ein noch nervöserer Patient wartete. Es wurde mir ein hübsches Hemdchen angezogen und so ne Art Festivalbändchen mit meinem Namen drauf um das Handgelenk gelegt. Die Schwester fragte als erstes, ob ich nach der Operation gern einen Kaffee haben wolle. Hach! 
Dann ab auf die Liege und durch die Gegend geschoben, wie man das aus Filmen kennt, wenn die Kamera den Weg zum Operationssaal aus Sicht des liegenden Patienten anhand der Deckenlampen abfährt. 
Kanüle in den Arm, bisschen Smalltalk mit den Pflegern und der Narkosearzt fragte, wo ich denn im Urlaub gewesen sei. Ich konnte gerade noch antworten und dann hörte ich, wie wiederum die Schwester sagte: “Ihre Lippe ist ein wenig aufgesprungen, ich mach mal Creme drauf. Die OP ist vorbei und gut gelaufen!” BUMMS. Schon vorbei und vollkommen ausgeknipst gewesen. Das hatte ich nicht erwartet. Nicht mal was geträumt oder so.
Aber, wie zum Beweis war das Bein dick verbunden und — ja, tat auch weh. Und der andere Patient war auch wieder da.
Dann gab es erst mal Frühstück mit Kaffee und ein paar Stunden später durfte ich sogar mal aufstehen. Es hat dabei lustig gegluckert im Bein, weil da noch Wasser drin war. Immer wieder kamen Leute rein, die bei der OP dabeigewesen waren. So zum Beispiel der Narkosearzt: “Mitten im Gespräch einfach eingeschlafen, ts! Ist alles gut gegangen bei Ihnen.” Dann noch ein Assistenzarzt, der mir ebenfalls Bericht erstattete (“4 Stiche!”) und irgendwann auch der Operateur, der zufrieden wirkte und mich entließ.

Fazit: Die Operation war überhaupt nicht schlimm und alle im Krankenhaus waren supernett. Das Knie macht sich ganz gut, wenn es in den ersten Tagen auch noch wehtat. Inzwischen sind die Fäden raus und ich bringe noch die Physiotherapie hinter mich und übe fleißig laufen und Treppensteigen und dann ist hoffentlich bald alles wieder wie vorher, nur ohne Kniebeschwerden!

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