Pheromone, die Anziehungshormone — warum finden wir andere attraktiv?

Schon in den ersten Momenten des Lebens spielt der Geruchssinn eine extrem wichtige Rolle für uns. Da Säuglinge bei der Geburt noch nichts sehen können, finden sie den Weg zur mütterlichen Brust indem Sie dem Milchgeruch nachgehen.

Auch unter Erwachsenen bleibt der Geruchssinn unerlässlich, und zwar in Bereichen, in denen wir es am wenigsten erwarten. Dazu gehört die Partnersuche, die eigentlich ganz stark von Pheromonen beeinflusst werden.

Was sind Pheromone?

Pheromone entstehen aus der Kombination von unterschiedlichen Immunsystemen, die sich durch Vererbung und die individuell überstandenen Infektionskrankheiten zusammengestellt haben. Es ist, genetisch gesehen, also immer gut, wenn sehr unterschiedliche Immunsysteme von Mann und Frau zusammen kommen. Dadurch kommt das gesündeste Kind zur Welt, zumindest, was das Immunsystem betrifft. Die Redewendung für Paare: “Sie können sich gut riechen,” hat so gesehen sogar biologische Begründung.

Wie wirken Pheromone in der Anziehung?

Unsere Schweiß-, Talg- und Duftdrüsen arbeiten rund um die Uhr, um uns unseren einzigartigen Körpergeruch zu verleihen. Insofern ist es etwas schade, dass wir so viel Geld für Deos und Parfüms ausgeben, um diesen Geruch zu überdecken. Dabei kann der Geruch sehr viele Emotionen erregen: sowohl positive als auch negative.

Die Pheromone, die für unsere Wirkung auf das andere Geschlecht verantwortlich sind, stammen bei Männern von der Oberlippe und der Achselhöhle. Bei Frauen befinden sie sich in der Scheide. Sobald sie die Nase erreichen, werden sie direkt ins limbische System weitergeleitet. Dieses System lenkt sämtliche instinktive Funktionen, darunter: Hunger, Müdigkeit und Sexualität. Pheromone haben einen direkten Draht zu grundlegenden Körperfunktionen wie Herzschlag, Atemfrequenz und die Erregung der Geschlechtsorgane.

Unbewusste sexuelle Anziehung durch Pheromone

Studien haben bewiesen, dass Männer mit erhöhter Pheromonkonzentration Frauen schneller auffallen. Ebenfalls wirken Frauen, die bestimmte Sexualpheromone ausstrahlen attraktiver für Männer. Diese Moleküle sind meist geruchsneutral — sprich: das ganze passiert unterbewusst. Es gibt sogar ein Organ, das alleine dafür zuständig ist: Das Vomeronasalorgan empfängt die Pheromone und leitet sie ungefiltert ans Gehirn weiter. Ihre Wirkung ist viel stärker als beispielsweise die des Gesichtssinns, die nur gefiltert das Gehirn erreichen.

Auch wenn es etwas esoterisch klingt, können wir aufgrund der Pheromone Rückschlüsse auf das Erbgut des Menschen ziehen und basieren unsere Entscheidungen unbewusst auf diese Informationen.

Interessanterweise ist die Wirkung beim gleichen Geschlecht genau umgekehrt. Das erklärt, warum Männer besonders gut beim Sport konkurrieren. Der in Pheromonen getränkte Schweiß der anderen Männer spornt sie zur Höchstleistung an. Eine ähnliche Wirkung gibt es unter Frauen.

Ist sexuelle Anziehung auch durch künstliche Pheromone möglich?

Eine in den USA ausgeführte Studie testete, ob auch künstlich hergestellte Pheromone auf andere wirken können. Dabei gaben die Forscher der Hälfte der Teilnehmerinnen Parfüm mit künstlichen Pheromonen. Die Probanden wussten natürlich nicht zu welcher Gruppe sie gehörten und mussten während des Versuchs ein Tagebuch führen. Dokumentieren sollten sie, wie häufig sie sich küssten, ob sich der Partner im Schlaf ankuschelte und wie oft sie Geschlechtsverkehr hatten. Ergebnis: 74 Prozent der Frauen, die Pheromone in ihrem Parfüm hatten, wurden häufiger und sogar länger geküsst. Der Partner wollte auch viel mehr kuscheln. Und Sex? Innerhalb der Parfümgruppe gab es bis zu sechs mal mehr Sex. Und auch Single-Frauen hatten auf einmal mehr Dates im Terminkalender als zuvor.

Von arzttermine.de/magazin/

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